Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Neuruppin B122 gesperrt: Anwohner sind sauer
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin B122 gesperrt: Anwohner sind sauer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:34 09.07.2018
Seit Montag wird die alte Fahrbahndecke in der Breiten Straße abgefräst. Die B122 ist dort gesperrt. Quelle: Reyk Grunow
Alt Ruppin

Die Stimmung ist auf dem Tiefpunkt in Alt Ruppin. Seit gestern ist die Breite Straße für sämtliche Fahrzeuge gesperrt, weil sie ausgebaut werden soll. Das bringt nicht nur etliche Anwohner auf die Palme.

Offiziell haben die Arbeiten an diesem Teil der Bundesstraße B122 schon vor einer Woche begonnen. Der Landesstraßenbetrieb hat die Firma Matthäi beauftragt, die Fahrbahndecke in der Breiten Straße zu erneuern. In den ersten Tagen war die Breite Straße noch befahrbar, jetzt geht dort aber nichts mehr.

Anwohner fühlen sich von den Bauarbeiten überfahren. Erst rund vier Stunden nach Beginn der Arbeiten haben sie von der Baufirma schriftlich erfahren, dass die Breite Straße im ersten Bauabschnitt vollständig erneuert werden soll, ärgert sich zum Beispiel Familie Albrecht, die unmittelbar an der Baustelle wohnt. Beim Aufstellen der Warnbaken Ende Juni hatten die Albrechts von einem Bauarbeiter erfahren, dass nur die Gullys ausgewechselt und die Straße teilweise abgefräst werden soll.

Verwirrung um Informationsblätter

„Das war falsch“, sagt Frank Albrecht. Auch ein Teil des Informationszettels, den die Anwohner bekommen haben, stimme nicht. Dort war von einer Vollsperrung ab 2. Juli die Rede – gesperrt war die Straße aber erst eine Woche später.

„Warum werden wir nicht rechtzeitig und korrekt durch den Auftraggeber oder die Ortsbürgermeisterin informiert? Wo sollen wir die Autos parken? Wie ist die Müllabfuhr geregelt? Wie kommt der Pflegedienst, ein eventuell notwendiger Krankenwagen oder die Feuerwehr an Ort und Stelle?, fragt Brigitte Albrecht. Sie und ihr Mann haben mit anderen Anwohnern gesprochen und auch die seien aufgebracht.

Auch die Ortsvorsteherin weiß nichts

Genau wie Alt Ruppins Ortsvorsteherin. „Ich bin stinksauer“, sagt Heidemarie Ahlers. Seit Tagen klingelt das Telefon bei ihr, weil Alt Ruppiner wissen wollen, was es mit der Baustelle auf sich hat. Sie kann nicht helfen: „Ich habe selbst keinerlei Informationen.“ Früher, ärgert sie sich, habe es noch Bauberatungen gegeben, zu denn die Ortsvorsteherin eingeladen wurde. „Aber heutzutage erfahre ich gar nichts mehr.“ Sie hätte erwartet, wenigstens von der Stadt informiert zu werden, aber auch das passierte nicht.

„Natürlich können wir Kritik immer nachvollziehen“, sagt Cornelia Mitschka vom Landesbetrieb Straßenwesen, der die Arbeiten in Auftrag gegeben hat: „Es gibt keine Baumaßnahme an Straßen, mit der alle Bürger einverstanden sind.“ Auch sie und ihre Kollegen seien schließlich Anwohner und Autofahrer und wüssten um den Stress, den Baustellen verursachen.

Am besten mit dem Polier absprechen

Um unnötigen Ärger zu Vermeiden, gibt es bei größeren Bauvorhaben üblicherweise Anliegerversammlungen. In Alt Ruppin handelt es sich aber nur um eine Sanierung der Fahrbahndecke, und die dauert vergleichsweise kurz. Bis 10. August soll alles beendet sein.

Üblicherweise informieren die Baufirmen in solchen Fällen die Anlieger direkt, sagt Cornelia Mitschka: „Absprachen über Zufahrten oder ähnliches treffen die Anwohner am besten mit dem Polier der Firma vor Ort, anders kann das gar nicht gehen“, sagt sie. Üblicherweise funktioniere das sehr gut.

Stadt sieht sich nicht in der Pflicht

Die Stadtverwaltung war über das Bauvorhaben auf jeden Fall informiert, so die Sprecherin des Landesbetriebs. Ob auch die Ortsvorsteherin davon wusste, kann sie nicht sicher sagen.

Die Stadt hat es jedenfalls nicht als ihre Aufgabe empfunden, zu informieren. „Das ist eine Baumaßnahme in Verantwortung des Landesbetriebs“, sagt Rathaussprecherin Michaela Ott.

Von Reyk Grunow und Bernd Dörner

Bis vor zwölf Jahren hatte Neuruppin eine Beigeordnete als Vertreterin des Bürgermeisters. Dann wurde der Posten eingespart. Jetzt will Bürgermeister Golde ihn wieder einführen – mit Blick auf Neuruppins Zukunft.

09.07.2018

Im November sollen die ersten Mieter in das Gemeinschaftswohnprojekt der Neuruppiner Wohnungsbaugenossenschaft einziehen. Auch ein Senioren-Wohnhaus mit angeschlossener Kita ist geplant.

09.07.2018

Mit einem bunten Fest am Neuruppiner Bollwerk haben die Mitglieder des Tierschutzvereins Ostprignitz-Ruppin am Sonnabend auf ihre ehrenamtliche Arbeit im Landkreis aufmerksam gemacht. Mehrere hundert Besucher schauten vorbei.

11.07.2018