Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Neuruppin Namenstreffen lockt Menschen aus ganz Deutschland nach Neuruppin
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Namenstreffen lockt Menschen aus ganz Deutschland nach Neuruppin
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:41 28.10.2018
Ute Eisenack, (l.) mit anderen Eisenacks bei einem Namenstreffen in der Klosterkirche in Neuruppin Quelle: Annika Jensen
Neuruppin

Ein solches Treffen sieht die Neuruppiner Klosterkirche nicht alle Tage: Menschen aus ganz Deutschland sind am Samstag angereist, und sie alle tragen den Nachnamen Eisenack – entweder selbst oder die Mutter.

Die Pfarrerin Ute Eisenack hatte knapp 40 Familien geschrieben und sie eingeladen. Es waren ihr fremde Familien. Etwa 25 Menschen sind gekommen. Ute Eisenack hatte sie über das Internet ausfindig gemacht.

Es geht ihr darum, sich kennenzulernen, sich darüber auszutauschen, woher man kommt. Und sie möchte, dass Geschichten innerhalb der Familie nicht verloren gehen. „Große Weltgeschichte ist in Familiengeschichte verortet und wird durch solche Treffen lebendig. Das finde ich spannend“, sagt die Pfarrerin.

Sie selbst interessiert sich seit vielen Jahren für die Herkunft des eigenen Familiennamens. „Ich hatte Entwickler in einem Fotogeschäft in Potsdam bestellt“, erinnert sich Ute Eisenack an den Moment Anfang der 1990er Jahre, als ihr Interesse an der Namensgeschichte begann. „Aber ich hatte von dem Geschäft Fotopapier hingelegt bekommen.“ Es war zu einer Verwechslung gekommen. Auf dem Fotopapier stand zwar der Name Eisenack, allerdings war der Vorname ein anderer.

Viele haben Ahnentafeln und Stammbäume dabei

Viele Eisenacks haben am Samstag selbst recherchierte Ahnentafeln und Stammbäume auf den Tischen vor sich ausgebreitet. Ein Papier ist so groß, dass es sich nur an die Wand hängen lässt. In dem kleinen Gemeinderaum hinter der Glaswand geht es gesellig zu. Die größte Hoffnung schwingt dabei stets mit: Es stellt sich heraus, dass Besucher tatsächlich miteinander verwandt sind. Als die Familien sich und ihre Geschichte vorstellen, ist der große Aha-Moment noch nicht dabei.

Abhilfe wollen Joachim Eisenack und sein Bruder schaffen. Die beiden kommen aus Paderborn. Sie haben eine große Karte mitgebracht. Sie zeigt das Deutsche Reich von 1942. Die beiden Rentner bitten die anderen, ein kleines Fähnchen zu beschriften, um sichtbar zu machen, woher sie allesamt stammen. Viele Anwesende können das vor allem von ihren Eltern, Großeltern und Urgroßeltern erzählen. Einige können ihre Ahnen aber auch bis ins 18. Jahrhundert zurückverfolgen.

Keine Familie ist lange an einem Ort geblieben. Ansiedelung unter Friedrich II. oder Heirat, Flucht und Verfolgung – damals wie heute gibt es zahllose Gründe umherzuziehen. „Unser Ziel mit der Karte ist, herauszufinden, wo gemeinsame Verwandtschaft bestehen könnte“, sagt Joachim Eisenack.

Die Spur führt nach Westpreußen

Viele der kleinen Fähnchen stecken am Ende im Osten des ehemaligen deutschen Reiches: etwa in preußisch Holland (heute Paslek), in Westpreußen, in Königsberg.

Ein Eisenack kommt etwas spät. Doch Ute Eisenack freut sich. Denn kurze Zeit danach weiß sie: Mit dem Mann, Michael Eisenach aus Berlin, will sie sich unbedingt unterhalten. Er hatte erzählt, dass seine Verwandten aus Königswalde kommen. „Mein Großvater kommt auch von dort“, sagt sie und lächelt.

Die einzige Person, die den Namen Eisenack nicht in ihrer Ahnentafel trägt, ist Marie Renken. Sie ist Ahnenforscherin und begleitet das Treffen mit ihrem Wissen. Auf ihrem Computer hat sie ein Programm, das sie in ihrer Recherche unterstützt. Dadurch sind ihr einige Namen bekannt, die in der Vorstellungsrunde fallen.

Von Annika Jensen

Der Neuruppiner Verschönerungsverein und die Reservisten riefen am Sonnabend zur Herbstaktion in die Grünanlage am Ruppiner See. Der Park wurde 1835 unter Mitwirkung von Peter Joseph Lené von Soldaten der Ruppiner Garnison angelegt.

28.10.2018

Immer wieder holt sich Manfred Neumann Ausnahmemusiker in den Kornspeicher. Vom Publikum wird das stets goutiert. Am Samstag waren Dänemarks meistbeschäftigte Folk-Musiker zu Gast: Helene Blum und Harald Haugaard.

31.10.2018

Naturnahe Gärten bieten Igeln ideale Lebensräume. Deshalb sollten Naturfreunde beim Herbst-Großreinemachen im Garten nicht zu sorgsam aufräumen, denn dann finden die stacheligen Vierbeiner keine Unterschlupfmöglichkeiten für den Winter.

27.10.2018