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Neuruppin Allein unter Männern
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Allein unter Männern
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04:33 13.02.2017
Gehüllt in traditionsreiche Gewänder traten die „Gigglies“ im Neuruppiner Café Hinterhof auf. Quelle: Jan Philipp Stoffers
Neuruppin

Über den bebenden Klängen der Trommel schwingen die schneidenden Gesänge der Musikerinnen durch den Raum. Im Kreis sitzen die Frauen um das Rhythmusinstrument und lassen die Schlägel niedersausen. Es ist beeindruckend, wie fünf Menschen nur mit einer Trommel und durch Kraft ihrer Stimmen ein derartiges Durchsetzungsvermögen ohne technische Verstärkung entwickeln können.

Das Konzert der „Gigglies“ hinterließ bei den Zuhörern im Neuruppiner Café Hinterhof am Sonnabend bleiben Eindruck. Die Frauengruppe brachte indianische Klänge vor rund 30 Gästen auf die Bühne. „Es ist das erste Mal, dass ich solche Musik live erlebe und ich bin beeindruckt von der Frauenpower. Das ist gewaltig“, sagt Beate Schädler (64) aus Neuruppin.

Eine Frauengruppe geht ihren Weg in einer Männerdomäne

Die „Gigglies“ sind die wahrscheinlich einzige Gruppe in Deutschland, die die mehrsilbigen Gesänge der nordamerikanischen Indianerinnen interpretiert. „Die Kriegs- und Regentänze sind den Männern vorbehalten, so ist ihre Kultur, das respektieren wir“, sagt Antje Trippel. Ihr Mann war beim Konzert dabei, allerdings als Zuhörer. Der Hobbyethnologe hatte 1990 eines der ersten Indianertreffen in Deutschland organisiert und so seine Frau kennengelernt.

Im wahren Leben ist Antje Trippel Physiotherapeutin. Sie interessiert sich seit mehr als 20 Jahren für die indianische Kultur. Auf „PowWows“ trifft sie Gleichgesinnte. Deutschlandweit gibt es rund 70 Vereine, in welchen die Kultur der Indianer ausgelebt werden kann. Dazu gehören das Übernachten in Tipis, das Tragen der traditionellen Kleidung, die Tänze und eben die Musik. Auch nimmt die Musikerin das Gebot der Indianer vom Leben im Einklang mit der Natur so weit möglich mit in ihren Alltag. „Wir schätzen jedes Lebewesen, alles um mich herum ist in meinen Augen von Leben erfüllt“

Trotz der Liebe zum Detail: Ohne Dusche zu leben, wäre zu viel verlangt

Doch bei aller Liebe zur indianischen Kultur würde keine der Frauen vollständig auf die Vorteile der modernen Zivilisation verzichten wollen. „Ich lebe die Kultur auf den Treffen, ich höre die Musik im Auto und schlafe gerne im Tipi“, sagt Antje Trippels Schwägerin Katrin (36). „Aber ich möchte nicht ohne Dusche leben müssen.“

Die Lebensweise der Indianer zu imitieren stoße nicht immer auf Gegenliebe, weiß Antje Trippel. „Mancher Ureinwohner von drüben spricht uns das Recht ab, so zu leben. Viele aber finden es toll, dass wir eine fast ausgestorbene Kultur pflegen und am Leben erhalten.“

www.powwow-kalender.de

Von Jan Philipp Stoffers

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