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Neuruppin Gentzrode: Das Ende ist in Sicht
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Gentzrode: Das Ende ist in Sicht
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02:21 28.04.2018
Das Gutshaus in Gentzrode: Bäume wachsen auf Mauern und Simsen, die Fenster sind zerschlagen, überall regnet es hinein. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Ist die historische Gutsanlage in Gentzrode wirklich noch zu retten? So langsam nehmen auch in der Neuruppiner Stadtverwaltung die Zweifel zu.

Im Januar hatten Planer aus Berlin zusammen mit den türkischen Investoren in Neuruppin ein riesiges Projekt vorgestellt. Demnach könnte rund um das einmalige Denkmalensemble im orientalischen Stil ein Tennis- und Golfressort mit mehreren Plätzen auf Weltniveau entstehen, inklusive Fünf-Sterne-Hotel und einem separaten Feriendorf.

Die Anlage sollte so groß werden, dass ihr Bau Folgen für die gesamte Region hätte. Ohne ausdrückliche Zustimmung der Landesplanung wäre solch ein enormes Ressort ähnlich dem luxuriösen Land Fleesensee in Mecklenburg-Vorpommern undenkbar.

Auch im Rathaus gibt es Zweifel, ob solch eine Anlage nicht ein paar Nummern zu groß wäre für Neuruppin. „Unser Ziel ist ein schrittweises Vorgehen“, sagt Amtsleiterin Sabine Supke ganz klar. „Es geht in erster Linie darum, möglichst noch in diesem Jahr den Bestand zu sichern“, sagt sie.

Das Gut Gentzrode 1995 kurz nach dem Abzug der russischen Armee. Quelle: Peter Geisler

Die Investoren sollten so schnell wie möglich alles tun, um die noch vorhandenen Gebäude zu retten. Nur dann könne man darüber sprechen, was rundherum entwickelt wird. Denn wenn es in Gentzrode keine alten Gebäude mehr gibt, dann haben sich sämtliche Ideen für das 540 Hektar große Areal nördlich der Stadt erledigt. „Dann sind wir raus“, sagt Sabine Supke: „Dann gibt es dort keine Entwicklung mehr.“

Und die Gefahr, dass es so kommen könnte, ist offenbar real. Seitdem die russische Armee das Gelände Mitte der 90er Jahre geräumt hat, gammeln die Bauten aus dem 19. Jahrhundert vor sich hin. Verschiedene Investoren haben versucht, dort etwas zu entwickeln. Doch am Ende ließ sich keine Idee umsetzen.

Bäumen zerstören die letzten intakten Mauern

Schon vor einiger Zeit haben sich in Mauerritzen, auf Dächern und Simsen Sämlinge von Bäumen ausgebreitet. Seit Jahren werden sie immer größer und drohen nun, auch die Mauern zu sprengen, die noch in überraschend gutem Zustand sind.

„Anders als man glaubt, wird der Zustand nicht von Jahr zu Jahr schlechter“, sagt Bürgermeister Jens-Peter Golde: Die Stadt habe erst kürzlich mit einem Bauphysiker gesprochen, ob Gentzrode überhaupt noch zu retten ist. Noch sieht es in den Gebäude ganz gut aus. „Aber wir haben jetzt quasi den point of no return erreicht“, sagt Golde. Soll heißen: Wenn jetzt nicht sofort etwas passiert, dann ist es zu spät, das märchenhafte Baudenkmal noch zu erhalten.

Die Neuruppiner Kaufmannsfamilie Gentz ließ sich ab 1857 auf einem unfruchtbaren Stück Acker nördlich der Stadt eine prächtige Gutsanlage im orientalischen Stil errichten. Gentzrode gilt als einzigartiges Baudenkmal und verfällt doch von Jahr zu Jahr mehr.

Grundsätzlich scheinen die Investoren weiter Interesse an einem Bauprojekt zu haben – nur an welchem? Das ist wohl auch im Neuruppiner Rathaus nicht genau klar. Die Planer der Immobilienfirma Weiss und Cie. aus Berlin, die sich noch im Januar zusammen mit einem imposanten Auftritt bei den Stadtverordneten vorgestellt hatten, sind inzwischen jedenfalls gar nicht mehr im Boot. „Wir haben uns etwas zurückgezogen“, heißt es von der Firma selbst.

Die Investoren seien derzeit dabei, „sich neu aufzustellen“, formulierte es Sabine Supke. Was das bedeutet? „Es wird nicht einfacher“, sagt Bürgermeister Golde.

Von Reyk Grunow

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