Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 3 ° Regenschauer

Navigation:
Auf den Spuren der Neuruppiner Bilderbogen

Internationaler Museumstag Auf den Spuren der Neuruppiner Bilderbogen

Am Internationalen Museumstag strömen landesweit Interessierte in die Kunsthäuser und Galerien. Im Museum Neuruppin lebt mit der Lithographie eine mit der Geschichte der Fontanestadt eng verbundene Druckform weiter.

Voriger Artikel
Wünsche aus aller Welt
Nächster Artikel
Eineinhalb Jahre bis zur Perfektion

Schwergewicht: Rund 150 Jahre alt ist die Druckpresse, auf der Judith Pauly die Kunst der Lithographie aufleben lässt.

Quelle: Jan Philipp Stoffers

Neuruppin. Bis in die 1920er Jahre war Neuruppin für seine Bilderbogen in ganz Europa bekannt. Die schweren Kalkschiefersteine, die für den Druck der populären Bild- und Lesestoffe verwendet wurden, fanden nach dem Niedergang der Lithographie als Gehwegplatten Verwendung in manchem Neuruppiner Vorgarten, weiß Judith Pauly.

Ein mit der Fontanestadt eng verbundenes Handwerk stirbt aus

Die bildende Künstlerin veranschaulichte am Sonntag zum Internationalen Museumstag im Museum Neuruppin das fast ausgestorbene Druckverfahren. „Ich möchte dieses Handwerk, das ein zentrales Thema der Stadtgeschichte ist, erhalten“, sagt die auf Druckgrafik spezialisierte Künstlerin.

Was heute am Computer in wenigen Arbeitsschritten entsteht, war zur Hochzeit der Bilderbogen ein langwieriger und arbeitsintensiver Prozess. Das Museum Neuruppin lässt seine Besucher anhand von Fotos, Videos und Ausstellungsstücken auf den Spuren der Neuruppiner Bilderbogen wandeln. Judith Pauly zeigt und erklärt das Flachdruckverfahren hautnah an der hauseigenen rund 150 Jahre alten Druckpresse – mitmachen erwünscht.

Schultauglich: Lithographie verbindet Deutsch, Geschichte und Kunst

Neben dem Schaudrucken und einem Workshop in der Lithowerkstatt bot das Museum Neuruppin künstlerische Entfaltungsmöglichkeiten für die jüngeren Besucher an – mit zu Stempeln umfunktionierten Radiergummis. „Auf die Idee, Figuren und Muster in Radiergummis zu schnitzen, müssen wohl gelangweilte Schüler gekommen sein“, sagt Kunsthistorikerin Corinna König. Felix und Vlad, Schüler des Evangelischen Gymnasiums Neuruppin, waren jedenfalls ganz in ihrem Element. „Mich interessiert das sehr, deswegen bin ich hier“, sagt der 11-jährige Vlad.

Geht es nach Dorothea Leicht, soll es in Zukunft an den Neuruppiner Schulen Lithographie-Kurse geben. „Das könnte den Kunstunterricht bereichern“, sagt die wissenschaftliche Mitarbeiterin vom Museum Neuruppin. „Lithographie ist fächerübergreifend. Geschichte, Deutsch und Kunst finden sich darin wieder.“ Solch ein Projekt könnte verhindern, dass die Lithographie gänzlich in Vergessenheit gerät.

Von Jan Philipp Stoffers

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Neuruppin

Sollte Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder dabei sind?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg