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Neuruppin Auf der Suche nach den Farben des Sommers
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Auf der Suche nach den Farben des Sommers
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13:33 31.08.2018
Die Farben des Sommers zeigen die Erstklässler aus Lindow. Quelle: Stephanie Fedders
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Neuruppin

Der Sommer macht Schluss. Zumindest aus meteorologischer Sicht, ist doch am 1. September Herbstanfang. Was bleibt, ist die Erinnerung an viel Sonne, zu wenig Regen, laue Nächte. Wer in ein paar Jahren auf die vergangenen Monate zurückblickt, denkt an Hitze und Trockenheit. Bleibt auch eine Farbe in Erinnerung? Die MAZ hat sich auf die Suche gemacht – auf die Suche nach der Farbe des Sommers 2018.

30 Jahre ist es her, dass Loriots Film „Ödipussi“ in die Kinos kam. Als Geschäftsführer eines Möbelhauses brachte er zum Termin beim Ehepaar Melzer eine Stoffauswahl für den neuen Sofabezug mit – „28 Grautöne in jeder Qualität“. Evelyn Hamann als Diplom-Psychologin Margarethe Tietze war entsetzt, wollte sie doch frische Farben durchsetzen, gelb oder grün zum Beispiel. Doch das geht gründlich daneben.

Für Blumenhändler wie Martina Schlede ist der Sommer naturgemäß kunterbunt. Quelle: Stephanie Fedders

Grau? Wer mit Farben handelt, wird wenig überrascht sein. Ralf Peschel, Inhaber der Firma Rotex in Neuruppin, verkauft am häufigsten Teppiche oder Tapeten in klassischen Varianten. „Gefragt sind Anthrazit, Grau- oder Beigetöne“, weiß er aus Erfahrung. Designer denken sich dafür allerdings Namen aus, die interessanter klingen: Caffe Latte. Jeder, der das trinkt, kann sich darunter etwas vorstellen: Ein mattes Beige. Trendfarbe in diesem Jahr.

Wenig experimentierfreudig zeigen sich die Ruppiner auch beim Autokauf. „Schwarz, weiß und grau“, sagt Matthias Berndt vom Autohaus Koch, geben den Ton an. Erst recht in den oberen Klassen. Dafür seien die Deutschen zu konservativ. „Qietschiger ist es nur im Kleinwagenbereich“, weiß Berndt. Da fährt dann schon mal ein Pkw in Sunflower-Gelb, Tornado-Rot oder Kiwi-grün vom Hof.

Das Eis namens „Luthers Tinte“ ist Dank Spirulina-Algen so schön blau. Quelle: Stephanie Fedders

Farbenfroh geht es auch in der Eis-Zauberei in Rheinsberg zu. „Es wird gegessen, was gut aussieht“, sagt Inhaber Wolfgang Brasch. Bei seinen Kreationen steht zwar der Geschmack im Vordergrund, doch die Wirkung von Farbe sei nicht zu unterschätzen. Wenn er selbst mit seinem Team kreativ wird und neue Ideen ausprobiert, dann ist auch der eine oder andere Rückschlag dabei. So beim „Eis des Jahres 2017“, aus Anlass 500 Jahre Reformation „Luthers Tinte“ genannt.

Das muss natürlich blau werden. Als Zutat wurde die Alge Spirolina auserkoren, doch „erste Versuche ergaben ein mausgrau“, erinnert sich Brasch. Das ging gar nicht und so nahm er von dieser Sorte erst einmal Abstand. Bis er das richtige Spirolina-Pulver auf einer Messe entdeckte – strahlend blau wie das Meer. Das funktioniert bis heute.

Wolfgang Brasch setzt auf „Magic Blue“. Quelle: Stephanie Fedders

Für Martina Schlede aus Rheinsberg „ist der Sommer immer bunt“. In ihrem Blumengeschäft kann man sich satt sehen an Löwenmäulchen, Gladiolen oder Rittersporn. Die Auswahl reicht von blau bis gelb, von grün bis rot. Kräftige Farben. Alles Natur, künstlich gefärbte Pflanzen verkauft die Floristmeisterin nicht. Zartere Töne geben eher bei Brautsträußen den Ton an, „hier sind Pastellfarben wie creme, rose oder weiß angesagt“.

Und welche Vorlieben hat die junge Generation? Erstklässler aus Lindow haben im Hort ihren Sommer gemalt. So wie Generationen von Kindern vor ihnen schon immer die Sonne gelb und das Wasser blau gemalt haben, greifen auch Tobias, Ella und Co. zu diesen Farben. Bei Regenbogen und Blumen wird es bunter. Auf Hedis Bild ist noch ein Herz zu sehen. Natürlich in rot, der Farbe des Lebens und der Liebe. „Weil ich den Sommer so mag“, erklärt sie ein wenig schüchtern.

Grau, blau, oder gelb. Der Sommer hatte viele Farben. Wer welche Vorlieben hat, das entscheiden sehr oft Gefühle, weiß Jens Kanitz. Er arbeitet in den Ruppiner Kliniken mit Patienten, die im Rahmen ihrer Therapie malen. „Jedes Bild ist ein Röntgenbild der Seele“, erklärt Kanitz. Ob Veränderung oder Beständigkeit das Leben bestimmen, „jeder baut sich seine eigene Welt mit Farben“, sagt der Kunsttherapeut. Und Farbtrends? Die hält Jens Kanitz für total überschätzt. Menschen seien in Bezug auf Farbtöne sehr beständig. Wer eine Lieblingsfarbe hat, behält sie oft ein Leben lang. So wie Familie Melzer: „Wir hätten gern das Aschgrau.“

Von Stephanie Fedders

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