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Neuruppin Der Badespaß ist vorbei
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15:19 26.09.2018
Das Perleberger Freibad war in dieser Saison sehr beliebt, vor allem bei den Großen. Quelle: Marcus J. Pfeiffer
Neuruppin

Dieser Sommer war rekordverdächtig und ungewöhnlich zugleich. Überdurchschnittlich viele Sonnenstunden, unterdurchschnittliche Regenmengen von April bis August. Oft war die Hitze nur mit einem Sprung ins kühle Nass im nächsten Freibad auszuhalten. Zur Freude der Betreiber.

„Die Saison 2018 war außergewöhnlich“, fasst es Ronald Otto zusammen, Geschäftsführer der GWG Wohnungsgesellschaft, die das Freibad in Perleberg bewirtschaftet. „Anders wie in den Vorjahren hatten wir keine Flaute, sondern jeden Tag geöffnet.“

Fast 30 000 Badegäste in Perleberg

Mit dem Schulschwimmen und Badefesten strömten fast 30 000 Besucher von Mai bis September in das über 50 Jahre alte Freibad in der Perleberger Karlstraße. „Und zum ersten Mal kamen mehr Erwachsene als Kinder zu uns“, bemerkt Otto.

Mehr Besucher bedeuteten aber auch mehr Kosten in der Wasseraufbereitung und im -verbrauch. „Der Wasserverbrauch ist um 50 Prozent höher als in den Vorjahren gewesen.“ Und da kommt einiges zusammen. Immerhin besitzt das Freibad allein schon das einzige 50 Meter lange Schwimmbecken der Prignitz. Hinzu kommen zwei weitere große Becken und ein kleines Nichtschwimmerareal.

Neuruppiner Jahnbad war gut besucht

An der Wasserqualität konnten die Bäderbetriebe im Ruppiner Land wenig ändern, da sie direkt an den Seen des Landkreises liegen. Wie üblich prüften Mitarbeiter des Gesundheitsamtes regelmäßig die kühlenden Fluten. Dauerhitze und Trockenheit blieben nicht spurlos. Bei den Proben Ende Juli fanden sich viele Algen, auch Blaualgen, unter anderem am Jahnbad in Neuruppin, das am Ruppiner See liegt. „Wir sind froh, dass die Blaualgen nicht zu einer Beeinträchtigung des Badebetriebes geführt haben“, sagt Rathaussprecherin Michaela Ott.

Neuruppiner blieben von der Blaualgenplage unbeeindruckt und plantschten ausgelassen im Jahnbad. Quelle: Peter Geisler

Das Bad am Ruppiner See sei gut besucht gewesen, trotz der großen Hitze wären die Zahl jedoch nicht außergewöhnlich hoch. „Insgesamt kamen 11 836 Badegäste“, so Ott. „Im Jahr 2017 waren es nur 6972, was hauptsächlich durch das schlechter Wetter begründet war.“ Die Stadt freue sich, dass sie in dieser Saison in etwa wieder die Besucherzahlen der früheren Jahre erreichen konnte. „2016 waren es beispielsweise 11 800 Gäste.“

Besser als 2017 in Rheinsberger Badeanstalt

Mit den Besucherzahlen ist auch der Betreiber der historischen Rheinsberger Badeanstalt am Grienericksee in dieser Saison zufrieden. „Es ist viel besser gelaufen als voriges Jahr, in dem es sehr verregnet war“, freut sich Günter Steffens vom Marineclub in Rheinsberg. „Genaue Zahlen haben wir noch nicht zusammengestellt. Daran sitzen wir im Moment.“

Alles erfasst hat bereits schon das Strandbad Kyritz, das die Kyritzer Wohnungsbaugesellschaft (WBG), unterhält. „Wir hatten sehr viel mehr Besucher als im Jahr zuvor“, sagt WBG-Chefin Gabriele Schuster. „16 881 Personen waren es insgesamt von Mitte Mai bis Mitte September. 2017 hatten wir nur 10 708 Gäste, das Jahr zuvor 12 969.“ Etwas mehr als in 2017, aber weit weniger wie in dieser Saison.

Juli war bester Monat im Kyritzer Strandbad

Dennoch sei 2018 kein Rekordjahr gewesen, resultiert Schuster: „Unser stärkster Monat diesmal war der Juli mit 7792 Besuchern, im August waren es nur noch 3248.“ Das habe an den Blaualgen gelegen, sagt die WBG-Chefin, die noch immer verärgert über die Vorgehensweise des Gesundheitsamtes ist.

„Gäste schützen bei Blaualgengefahr ja, aber keine Panikmache bitte“, wünscht sich Gabriele Schuster für die Zukunft. „Es gab überall Warnschilder, aber keine Badeverbote. Das hat die Leute verunsichert.“ Im Strandbad Kyritz hatte man vorgesorgt und mehr Duschen aufgestellt. Doch es half alles nichts, die Besucherzahlen spiegeln die Verunsicherung der Bevölkerung und Urlauber wieder. Dabei hätte kein einziger Gast Beschwerden über Blaualgen-Leiden geäußert, meint Schuster.

Im Juli sprangen viele Menschen im Strandbad Kyritz in den Untersee. Im August sank die Zahl der Besucher. Quelle: Sandra Bels

„Es ist üblich, dass ab Mitte August das Wasser im Obersee kippt, wenn es abgelassen wird.“ Die WBG-Chefin möchte mit den Verantwortlichen im Gesundheitsamt in Kontakt treten. „Wir werden in den Wintermonaten reden müssen, wie das künftig mit der Wasserqualität läuft. Für nächstes Jahr muss eine Lösung her. Schließlich leben wir vom Tourismus.“ Zeit ist für Gespräche nun genügend, bis im Mai 2019 die Freibäder wieder öffnen.

Von Anja Reinbothe-Occhipinti

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