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Neuruppin Beethovens Neunte begeistert gefeiert
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Beethovens Neunte begeistert gefeiert
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14:26 16.09.2018
Ein Hochgenuss: Beethovens Neunte in der Kulturkirche Neuruppin – mit dem Brandenburgischen Staatsorchester Frankfurt unter Takao Ukigaya sowie über 100 Sängern dreier Chöre aus Deutschland, Japan und Korea.
Neuruppin

Luna ist ein bisschen aufgeregt. Die Viertklässlerin aus der Karl-Liebknecht-Schule hat sich wie ihre 16 Mitschüler herausgeputzt – immerhin ist Beethovens Neunte in der Pfarrkirche schon etwas Besonderes. „Herr Ukigaya lädt uns immer wieder zu den Konzerten des Musikvereins ein – kostenlos – und baut uns damit goldene Brücken. Wir sind sehr dankbar“, schwärmt Heidrun Domke, Musiklehrerin an der Karl-Liebknecht-Schule.

650 Menschen kamen, um Beethovens Neunter in der Kulturkirche zu lauschen. Auf der Bühne agierte ein grandioses Brandenburgisches Staatsorchester unter ihrem engagierten Dirigenten Takao Ukigaya. Auf der Galerie sangen 120 Sänger aus drei Ländern die Ode an die Freude.

Immerhin kämen so Schüler in den Genuss der Konzerte, die dazu sonst kaum Zugang hätten. Sie und ihre Kollegen haben den Kindern vorab eine kurze Einführung ins Leben und Werk Beethovens gegeben. „Wir motivieren die Kinder, das als Chance und etwas ganz Besonderes zu erleben.“

Etwas ganz Besonderes ist diese Neunte – das dritte Mal in den vergangenen Jahren in Neuruppin aufgeführt – ganz gewiss. Schon weil sie erstmals nicht im Sportcenter zu hören ist, sondern in der Kulturkirche mit ihrem feierlicheren Rahmen. 540 Gäste sind am Freitagabend dorthin geströmt, um sich das wohl bekannteste Werk Beethovens mit seinem grandiosen „Freude“-Finale anzuhören.

Der Musikverein Neuruppin hat in seiner Klassik-Reihe bereits dreimal die 9. aufgeführt

Ganz besonders ist auch, dass stattliche vier Chöre an der Aufführung beteiligt sind: Der Keun Deul Chor aus Korea, der Tokyo Ro-On und der Himeji Ro-On aus Japan und die Singakademie Frankfurt (Oder), der Stadt, aus der auch immer wieder das von Takao Ukigaya geleitete Brandenburgische Staatsorchester Orchester anreist, um die Neuruppiner zu erfreuen. Die Solisten sind Elizabeth Wiles, Beate und Karsten Mewes sowie Toyoaki Tanaka.

„Ich habe den Gästen aus Japan und Korea einen alteuropäischen Konzertsaal versprochen“, erklärt Takao Ukigaya die Entscheidung, diesmal nicht im Sportcenter zu spielen. „Sie waren alle begeistert von der alten Pfarrkirche“, sagt er. Die Zuhörer im Saal sind es auch.

120 Sänger wirkten an der Ode an die Freude mit

Mit einem fulminanten ersten Satz beginnt das Konzert – schon nach ein paar Minuten hat Takao Ukigaya, der wie immer mit vollem Körpereinsatz dirigiert, erste Schweißtropfen auf der Stirn. Beethoven verlangt allen Musikern so einiges ab, in diesem großartigen Werk, das zu Beginn der 1820er Jahre entstand – zu einer Zeit, als die Hoffnung auf eine demokratische Zukunft nach den Befreiungskriegen gegen Napoleon schon verblasste. Beethoven hat sich am Napoleon-Thema in mehr als nur dieser einen Sinfonie abgearbeitet. Seine Musik ist hochemotional: die Stimmung oft bis zum Zerreißen gespannt – auch im zweiten Satz setzt sich das fort.

650 Gäste waren am Ende restlos begeistert

Mit grollenden Akzenten und furiosen Forte-Passagen werden zart-aufkeimende Motive oftmals im Keim erstickt – ein dramaturgisches Mittel, mit dem Beethoven seine Enttäuschung über seine Zeit mehr als deutlich macht. Wäre da nicht das grandiose Hoffnungs-Finale – die Ode an die Freude. Kaum fasst der Rang die 120 Sänger. Ein Jubelruf aus allen Kehlen schwingt sich in die Luft.

Am Ende bekommen der erschöpfte Dirigent und das wunderbare Orchester Applaus ohne Ende. „Er und das Orchester haben sich selbst übertroffen“, schwärmt Janine Paschke aus Bernau noch völlig überwältigt. Ukigaya muss am Ende viele Hände schütteln und dankbare Lobesworte hören. „Wir sind total begeistert“, sagt eine Frau. Ukigaya ist es auch.

Von Regine Buddeke

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