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Neuruppin Berufungsverfahren wird fortgesetzt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Berufungsverfahren wird fortgesetzt
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18:16 12.12.2018
Vor dem Landgericht Neuruppin muss sich derzeit ein 54-Jähriger wegen Misshandlung Schutzbefohlener verantworten. Quelle: Peter Geisler
Meyenburg

Noch heute ist der 22-Jährige aufgewühlt, wenn er über das redet, was ihm in einer Jugendeinrichtung in Frehne (Prignitz) vor fünf Jahren passierte. Die Tränen standen ihm gestern in den Augen. Er musste sich erst einmal fangen, bevor er vor Gericht weiterreden konnte.

Amtsgericht glaubte Jugendlichen

Nicht nur ihn, sondern auch zwei andere Bewohner soll ihr damaliger Betreuer der stationären Wohngruppe körperlich angegangen sein.

Davon war das Perleberger Amtsgericht überzeugt und verurteilte den heute 54-jährigen gebürtigen Mannheimer wegen der Misshandlung Schutzbefohlener und Körperverletzung im vergangenen Jahr zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt.

Angeklagter sieht sich als unschuldig

Gegen das Urteil legte er Berufung ein – er sieht sich als unschuldig. Seit dem 28. November muss sich nun die zweite Große Strafkammer des Landgerichts Neuruppin mit den Vorgängen befassen, die sich in den Jahren 2012 und 2013 abgespielt haben sollen.

Das, was ihm die Jugendlichen vorwerfen, wiegt schwer. Er soll einem die Nase blutig geschlagen, einem anderen in den Bauch getreten und einen dritten mit Brennnesseln ausgepeitscht haben. Dieser Vorfall führte Mitte 2013 zur Schließung der Einrichtung.

Langjährige Freunde gründeten Verein

„Ich kenne den Angeklagten seit 40 Jahren. Wir sind gemeinsam zur Schule gegangen und haben den Verein gegründet“, sagte ein 55 Jahre alter Diplom-Soziologe. Er war nicht nur zweiter Vorsitzender des Vereins „Kinder- und Jugendhilfe ohne Grenzen“, sondern auch der Leiter der Wohngruppe.

Der Angeklagte war dort von Januar 2006 bis Juni 2013 tätig, zunächst ehrenamtlich, dann angestellt. Eine anerkannte pädagogische Ausbildung habe er nicht gehabt. „Er ist Klavierlehrer“, sagte der 55-Jährige. Zu den angeklagten Vorfällen konnte er nichts sagen: Er war nicht dabeigewesen.

Zeuge steht Angeklagtem zur Seite

Aber „Ich kann mir nicht vorstellen, dass er einen der Jugendlichen geschlagen hat“, sagte er. Ob es ein Komplott gegen den Angeklagten gewesen sein könnte? Wurde er gefragt. Er habe im Nachhinein erfahren, dass sich die Jugendlichen abgesprochen hätten, ihren Betreuer „umzuhauen“, sagte er.

Die inzwischen erwachsenen ehemaligen Bewohner beschrieben dagegen ein hartes Regiment des Angeklagten. „Er hat uns immer eingeschüchtert, uns härtere Maßnahmen angedroht. Es war nicht so schön anzusehen, was in Frehne abgegangen ist“, sagte einer von ihnen.

Das allerdings hatten sie zunächst vor der Polizei und dem Jugendamt anders geschildert. Dazu sagte einer der Zeugen: „Anfangs haben wir gelogen, um ihn zu decken.“ Warum? „Ich glaube, wir wollten nicht auseinandergerissen werden. Wir hatten Angst, in andere Einrichtungen gesteckt zu werden“, sagte er. Ein anderer sprach davon, sie hätten Angst vor dem Angeklagten gehabt, aber auch, dass man ihnen nicht glauben würde.

Ein Zeuge hielt zum Angeklagten

Nur ein ehemaliger Bewohner, gegen den allerdings wegen seiner Aussage vor dem Amtsgericht wegen Falschaussage ermittelt wird, stellte das Geschehen so wie der Angeklagte dar und unterstellte seinen ehemaligen Bewohnern, dass sie lügen. „So ist das nicht passiert“, sagte der arbeitslose junge Mann. Warum alle anderen etwas anderes ausgesagt haben, könne er sich nicht erklären.

Der Angeklagte steht nicht das erste Mal vor Gericht. Ein Verfahren gegen ihn wegen ähnlicher Vorfälle 2012 wurde eingestellt, weil die Zeugen damals widersprüchliche Angaben gemacht hatten.

Mit einem Urteil wird für den 2. Januar gerechnet.

Von Dagmar Simons

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