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Neuruppin Neubau der A 24: Der Beton kommt aus Stöffin
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Neubau der A 24: Der Beton kommt aus Stöffin
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17:42 30.01.2019
Große Kipper, Traktoren, Radlader: Für das neue Mischwerk an der A 24 werden hunderte Tonnen Sand angefahren und auf einem Feld verteilt. Quelle: Peter Geisler
Stöffin

Unter den Windrädern bei Stöffin drehen sich die Bagger. Radlader sind dabei, Baugruben auszuheben. Traktoren mit Anhängern karren tonnenweise Material heran, Walzen befestigen den Boden. Aber das alles ist nur ein Vorgeschmack, was dort in den nächsten Jahren passieren soll.

In den nächsten drei Jahren werden Hunderttausende Tonnen Material nach Stöffin gefahren und von dort weiterverteilt. Auf dem Feld neben der Ortszufahrt entsteht derzeit ein wichtiger Betrieb für den Ausbau der Autobahn A 24.

Die neue Autobahn bekommt Beton statt Asphalt

„Dort wird gerade ein Betonmischwerk gebaut“, bestätigt Steffen Schütz, der Sprecher der privaten Havellandautobahn-Gesellschaft. Das Unternehmen ist ein Zusammenschluss mehrere Konzerne. Sie sollen im Auftrag des Bundes die Autobahn A 24 und A 10 zwischen Neuruppin und dem Dreieck Pankow ausbauen.

Die A 10 zwischen Dreieck Havelland und Pankow wird dabei auf sechs Spuren verbreitert, die A 24 lediglich neu gebaut; sie bliebt ähnlich breit wie bisher.

Die Bauarbeiten sollen bis Ende 2022 abgeschlossen sein. Danach soll die Havellandautobahn-Gesellschaft die Strecke bis 2048 betrieben. Dafür bekommt sie vom Bund rund 1,4 Milliarden Euro.

Hunderttausende Tonnen Material werden benötigt

Die bisherige Fahrbahn der Autobahn bestand weitestgehend aus Asphalt. Die neue soll aus Beton gegossen werden. Dafür werden riesige Mengen Material benötigt. „Das meiste Material beziehen wir aus der Region“, sagt Andreas Jancar, der den Baubereich der privaten Autobahngesellschaft leitet. Lediglich Zuschlagstoffe müssten von weiter her angeliefert werden.

Die Massen sind gewaltig: Insgesamt ist von 500.000 bis 900.000 Tonnen die Rede, die auf die Baustelle angeliefert werden müssen.

Die Anlieferung per Bahn ist noch offen

Ein Großteil davon könnte mit der Bahn kommen. Der Unternehmer Wolfgang Passon hatte schon vor zwei Jahren vorausschauend eine Entladestation für Schüttgüter am Ortsausgang von Alt Ruppin eingerichtet.

Ob die aber genutzt wird, scheint noch offen. Grundsätzlich werde geprüft, das Material mit der Bahn anzuliefern, hieß es zuletzt von der Autobahn-Gesellschaft.

Für die Busgesellschaft ORP ist die Baustelle für das Mischwerk bei Stöffin zurzeit ein großes Probleme. „Wir kommen dort mit unseren Bussen kaum vorbei“, sagt Henri Kmoschek., der die Neuruppiner Niederlassung des ORP leitet.

Lastwagen behindern die Linienbusse

Die vielen Lastwagen an der Baustelle würden eine Seite der schmalen Straße blockieren. Auf der anderen ist der Seitenstreifen durch die Bauarbeiten arg zerfahren. „Ich kann da nicht ausweichen“, sagt Kmoschek: „Die Busse setzen doch auf. Und dann ist der Schaden noch größer.“

Stöffins Ortsvorsteher Harald Krumhoff bleibt gelassen. Wenn gebaut wird, bräuchten die Maschine eben Platz, sagt er. Aber nur vorübergehend. „Ich hab mit der Baufirma gesprochen: Die richtet die Bankette wieder her“, sagt Krumhoff: „Das wird bestimmt besser als vorher.“ Dass die Busse dort derzeit kaum fahren könnten, glaubt er nicht.

Auch mobile Betonwerke entstehen an der Autobahn

Das Mischwerk bei Stöffin ist nur eines von mehreren entlang der Strecke. „Grundsätzlich werden in einigen Abschnitten auch mobile Anlagen errichtet“, sagt Investorensprecher Steffen Schütz.

Nicht überall scheinen die Arbeiten so schnell voranzugehen, wie zunächst geplant. Ende November hatte Andreas Jancar am Rande eines Pressegespräches eingeräumt, dass es entlang der A 24 einige Probleme mit unerwartetem Wasser gab. Die Arbeiten lagen deshalb bei Neuruppin schon im November um Monate zurück.

Eigentlich sollten Mitte Dezember zwischen Neuruppin und Neuruppin Süd alle vier Fahrspuren auf eine Hälfte der Autobahn umgeleitet werden. Das ist allerdings bisher dort nicht passiert.

Brücke bei Stöffin muss neu gebaut werden

Offen ist auch, wann die Bauarbeiten für die Brücke beginnen, mit der die Ortszufahrt nach Stöffin unter der A 24 hindurch geführt wird. Sie muss in mehreren Abschnitten neu gebaut werden. Die Havellandautobahn-Gesellschaft sprach zuletzt von einem Bau ab 2019. Harald Krumhoff geht davon aus, dass es vor 2021 dort nicht weitergeht. Er ist auf den Weg unter der Autobahn hindurch für seine großen Landmaschinen angewiesen. Auch Henri Kmoschek von der ORP weiß von Bauarbeiten an der Brücke dort noch nichts. Dabei wäre das auch für die Linienbusse wichtig.

Von Reyk Grunow

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