Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Neuruppin Betriebsausflug ging zu Huch Behälterbau
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Betriebsausflug ging zu Huch Behälterbau
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:19 31.08.2018
Thomas Huch führt beim 14. Betriebsausflug von MAZ und REG eine Besuchergruppe an der Walzanlage vorbei, die auch riesigen Behältern ihre Form gibt. Quelle: Peter Geisler
Anzeige
Werder

Wenn man neben dem 10 000-Liter-Kessel steht, kommt man sich ziemlich klein vor. Das imposante Teil mit dem durstigen Fassungsvermögen ist ein Riese im Vergleich zu einem stinknormalen Heizkessel, wie er in jedem Einfamilienhaus steht. Bei Huch Behälterbau werden sie alle gefertigt – von ganz klein bis riesig groß. 10 000 Liter ist noch längst nicht das Ende der Fahnenstange. Der größte Kessel, der das Werk im Gewerbegebiet Temnitzpark bei Neuruppin verlassen hat, fasst stolze 25 000 Liter, so erzählt Firmenchef Thomas Huch – der das Familienunternehmen im gemeinschaftlichen Doppelpack mit seinem Bruder Matthias Huch leitet.

Beide Chefs lassen es sich auch nicht nehmen, die 18 MAZ-Leser beim Betriebsausflug – organisiert von der Märkischen Allgemeinen und der Regionalentwicklungsgesellschaft Nordwestbrandenburg – durch die heiligen Hallen zu führen, die sie nunmehr bereits in dritter Generation führen. Die vierte steht schon in den Startlöchern und verdient sich erste Sporen – Caroline Huch arbeitet im Vertrieb, Stefan Huch im Einkauf.

Seit 1928 produziert das in dritter Generation geführte Unternehmen Huch-Behälterbau langlebige und qualitativ hochwertige Behälter aus Stahl für unterschiedlichste Anwendungsbereiche. Wie die Behälterproduktion genau funktioniert, erfuhren unsere Leser beim MAZ-Betriebsausflug.

„Werk 1? Gibt’s noch ein anderes?“, fragt bereits vor der Führung ein Besucher, als der Rundgang durch Werk 1 in Aussicht gestellt wird. Thomas Huch bejaht – in Halle 2 werden die Feuerschalen hergestellt, die nur ein Segment des umfangreichen Huch-Sortiments ausmachen. Eines, das der Normalverbraucher sehr zu schätzen weiß, weil er direkt damit zu tun hat. Die kleinen und großen Kessel dagegen fristen eher ein Schattendasein und verrichten ihren Dienst treu und zuverlässig in technischen Anlagen: als Solarspeicher, Filterkessel, Zinkbehälter und Edelstahlkessel, als Druckbehälter, Frisch- oder Abwassertank, Speicher für Kälteanlagen.

Dazu kommen Behälter für den Fahrzeugbau, für Backöfen, Ausdehnungsgefäße und noch vieles mehr – die Abnehmer finden sich beim Apparatebau, in Bahntechnik, Heizungsbau, Kälteanlagenbau und großen Industrieanlagen. „Wir haben ein riesiges Standardsortiment aber auch eine Fülle an individuell maßgeschneiderten Behältern“, erklärt Matthias Huch. Vom Unikat bis zur Kleinserie.

Aus Stahlblechen entstehen Behälter für vielerlei Anwendungsgebiete

In zwei Gruppen ziehen die Besucher durch die Produktionshalle. „Nicht in den Schweißstrahl schauen“, warnt Matthias Huch. Die Schweißer, die an den Behältern arbeiten, tragen Schutzbrillen – versteht sich. Es gibt zu wenige Schweißer, erklärt Matthias Huch. „Die Personalfrage ist derzeit unser größtes Problem. Wir haben Anfragen ohne Ende und müssen sie ablehnen, weil wir die Leute nicht haben.“ Er erklärt, was passiert: Etwa die Plasma-Anlage, wo die auf Maß geschnittenen Stahlbleche – bis zu 12 Meter lang können die sein – computergesteuert mit genau den Löchern und Aussparungen versehen werden, an die später Teile angeschweißt werden.

„Die Maschine kann auch schneiden“, erklärt Matthias Huch. Aber meist werden die Bleche vorab in die exakte Größe gebracht, bevor sie später zum Zylinder geschweißt werden. Matthias Huch zeigt die alte Plasma-Anlage: Sie ist um etliches kleiner, man sieht ihr die lange Lebensdauer an. „Wir haben in der Vergangenheit 1,5 Millionen Euro investiert, um die Produktionsstrecke zu modernisieren“, erwähnt Huch.

Der größte Kessel fasst 25 000 Liter

Mit dem Zylinder allein ist es natürlich nicht getan. Deckel und Boden müssen das Ganze wasserdicht abschließen. Dafür dient das Drückgerät, das die Einzelteile zusammen presst, während der Schweißer das ganze verschweißt. Ja, Handarbeit ist bei Huch oft an der Tagesordnung, erfahren die MAZ-Leser und schauen zu, wie an den Behälter Flansche, Muffen und mehr angeschweißt werden. Dann folgt die Nagelprobe, ob der Kessel dicht ist. Jeder Behälter, ob groß oder klein, verlässt das Werk erst nach gründlicher Qualitätsprobe. Dafür wird aus einem Kreislauf Wasser ins Innere gepumpt und auf 12 Bar gebracht.

Später werden viele Behälter noch verzinkt oder emailliert. Dafür hat Huch Lieferanten. Wie auch für die Kesselböden und die Feuerschalen-Rohlinge oder verschiedene Kleinteile. Dafür gibt es aber auch eine Eigenproduktion von Kleinteilen, die für die Huch-Produkte nötig sind. Außerdem werden auch Aufsätze für Feuerschalen gebaut, in die Muster, Schriftzüge und was immer gewünscht ist ausgestanzt wird. „Das programmieren wir alles selbst – jeder Kundenwunsch ist möglich“, lässt der Chef wissen.

Die Heizschlangen für die Heißwasserkessel werden kalt gewickelt

Ein paar Meter weiter werden Heizschlangen gewickelt. Kalt, erfahren die MAZ-Leser staunend. Bis zu einer Gesamtlänge von 60 Metern werden die einzelnen Rohre zuerst zusammengeschweißt und später in die Wickelmaschine gegeben. „Ungefähr mit 140 bar“, weiß der Mitarbeiter, der die Maschine bedient. Auch die Heizschlangen durchlaufen im Prüfbecken den Routine-Dichte-Test.

Draußen auf dem Hof stehen auf den ersten Blick rostige Teile. „Steel-Elements aus Corten-Stahl – als Deko für Garten und Hof“, klärt Matthias Huch auf. „Gewollter Rost – eine tolle Sache. Muss nie lackiert werden, rostet nicht weiter.“ Es ist eine neue Produktlinie – erst seit 2017 im Huch-Portfolio. „Aber auch nur noch auf Anfrage – wir wollten groß einsteigen, aber: keine Zeit, keine Leute“, bedauert der Firmenchef bei der Lager-Besichtigung.

Huch hat vor ein paar Jahren ein Werk in China aufgebaut

„Ihr habt doch ein Werk in China – bringt euch doch die Leute von dort mit“, sagt ein Besucher. „Das wird wohl nächstes Jahr kommen“, orakelt Matthias Huch. „Gibt’s Lehrlinge?“, fragt ein anderer. Acht, ist zu erfahren. Aber es könnten gern noch mehr sein. Zumal die Lehre als Schweißer und Schlosser – so erzählt Matthias Huch beim Gang durch die Ausbildungshalle – so gut sei, dass die Absolventen wirklich überall arbeiten können. „Dann gehen natürlich auch viele weg“, bedauert er.

Bei Pflaumenkuchen und Kaffee können die MAZ-Leser dann noch Fragen loswerden – in den Werkhallen war es meist zu laut, um alles zu verstehen. Wie denn der Jahresumsatz sei? 2017 waren es 17 Millionen im Neuruppiner Werk, wird erklärt. Rund 33.000 Behälter pro Jahr – in 1.500 verschiedenen Sorten – werden in der Firma produziert, die gerade ihr 90-jähriges Bestehen feierte. Geliefert wird weltweit.

2014 wurde die Firma mit dem Großen Preis des Mittelstads geehrt

Am meisten interessieren sich die Besucher jedoch für das Werk in China. Wie Huch es geschafft habe, das Tor zu Fernost aufzustoßen, sonst sei es doch eher anders herum, fragt ein Besucher. Thomas Huch, der alle acht Wochen einmal zum Werk in Qingdao fliegt, erklärt alles geduldig. Es war eher ein Zufall – einer der nach drei Jahren mit roten Zahlen nun seit fünf Jahren endlich in Richtung Erfolg führt. Warum Qingdao? „Weil das Bier da gut ist“, scherzt Thomas Huch. „Nein, es ist ein 8-Millionen-Hafenstadt –in der tatsächlich sehr viele Firmen aus Deutschland Niederlassungen haben.“ Mit den chinesischen Kollegen lasse sich sehr gut arbeiten.

Von Regine Buddeke

Die Evangelische Schule Neuruppin ist eine der größten und erfolgreichsten Schulen weit und breit. Am Sonnabend feiert sie ihre Gründung vor 25 Jahren. Dazu kommt auch Bischof Markus Dröge nach Neuruppin.

31.08.2018

Grau geht fast immer, Eis darf blau sein und die Sonne bleibt gelb. Was genau waren denn nun die Farben des langsam zur Neige gehenden Sommers?

31.08.2018

Die Stadtwerke eröffnen in Neuruppin drei Ladestationen für Elektroautos, weitere sind im gesamten Landkreis geplant: in Lindow, Rheinsberg, Fehrbellin, Kyritz und Wittstock. Gewinn macht das Unternehmen damit nicht.

30.08.2018
Anzeige