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Neuruppin Verdacht bestätigt: Es ist eine Bombe
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Verdacht bestätigt: Es ist eine Bombe
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00:21 16.06.2018
Jetzt ist es klar: An der Mesche in Neuruppin liegt tatsächlich eine Fliegerbombe im Boden. Quelle: Reyk Grunow
Neuruppin

Der Verdacht hat sich bestätigt: Bei dem Metallkörper in der Nähe eines Garagenkomplexes an der Mesche in Neuruppin handelt es sich tatsächlich um einen Bombenblindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg. Das sagte Gerd Fleischhauer vom Kampfmittelbeseitigungsdienst der Polizei am Mittwochnachmittag.

Um welche Art von Bombe es sich handelt und welchen Zünder sie trägt, konnten die Fachleute noch nicht ermitteln. Das stellt sich erst heraus, wenn der Blindgänger am Donnerstag weiter freigelegt wird. „Wir haben aber eindeutig einen Bombenkörper identifizieren können“, sagt Fleischhauer.

Am Freitag soll der Sprengkörper entschärft gesprengt werden. Etwa 7000 Neuruppiner müssen dann bis spätestens 8 Uhr am Morgen den Sperrkreis rund 1000 Meter um den Fundort geräumt haben. Das gesamte Gebiet wird für die Entschärfung gesperrt. Wie lange die dauert, kann noch niemand sagen.

Betroffen sind unter anderem große Teile der Altstadt und auch einige Bereiche im Neubaugebiet rund um die Junckerstraße. Die B 167 verläuft mitten durch den Sperrkreis und ist ebenfalls am Freitag nicht befahrbar.

Weil auch ein Stellwerk der Deutschen Bahn im Sperrkreis liegt, fallen am Freitag auch mehrere Bahnlinien aus. Betroffen sind der Prignitz-Express, die Bahnlinie RB55 von Kremmen nach Hennigsdorf, aber auch die RB11 in Mecklenburg-Vorpommern von Wismar über Bad Doberan nach Rostock, deren Betrieb von Neuruppin aus gesteuert wird.

Mehrere Schulen, Kitas und Pflegeeinrichtungen bleiben geschlossen

Die Rosa-Luxemburg-, die Puschkin- und die Pestalozzischule bleiben am Freitag geschlossen, ebenso mehrere Kitas und Pflegeeinrichtungen. „Wie sie damit umgehen, entscheiden die Schulen selbst“, sagt Stadtsprecherin Michaela Ott. Am Mittwochnachmittag war dazu nichts mehr zu erfahren.

„Jeder ist in erster Linie selbst dafür verantwortlich, sich in Sicherheit zu bringen“, sagt Neuruppins Ordnungsamtsleiterin Annette Friedrichs. Wer jedoch Hilfe braucht, weil er etwa Probleme beim Gehen hat, sollte sich schnellstens unter 03391/35 51 18 an die Stadtverwaltung wenden. Sie versucht, einen Alten- und Behindertenfahrdienst zu organisieren.

Mit Hilfe eines Baggers hat die Kampfmittelräumfirma Röhll den verdächtigen Gegenstand in drei Metern Tiefe gestern freigelegt. Der Bagger hat Brunnenringe aus Beton rund um den Fundort gesetzt, um zu verhindern, dass Grundwasser in die Baugrube einströmt Quelle: Peter Geisler

Für die Zeit der Entschärfung hat die Stadt Notquartiere für alle Neuruppiner eingerichtet, die sonst nicht wissen, wo sie die Zeit verbringen sollen. Die befinden sich im Stadtgarten, im Alten Gymnasium und im Mehrgenerationenhaus Krümelkiste an der Otto-Grotewohl-Straße.

Für die betroffenen Mieter des WK I wird es am Freitag einen Bus geben, der sie direkt bis zur Krümelkiste bringt. Er fährt um 7.45 Uhr an der Kreisverwaltung an der Neustädter Straße ab. Ein Ausweichquartier speziell für pflegebedürftige Neuruppiner wird mit Feldbetten in der Turnhalle des Schinkelgymnasiums eingerichtet.

Entschärfung beginnt erst, wenn der Sperrkreis ganz geräumt ist

Bis 8 Uhr müssen alle Menschen den Sperrkreis verlassen haben. Danach kontrollieren Mitarbeiter der Stadtverwaltung, Feuerwehr und Polizei, ob das Gebiet auch tatsächlich geräumt ist. Das wird erfahrungemäß etwa bis 10 Uhr dauern. Erst danach beginnen die Sprengmeister damit, die Bombe unschädlich zu machen.

Geplant ist, die Bombe zu entschärfen. Sollte sich jedoch herausstellen, dass das nicht klappt, muss der 70 Jahre alte Blindgänger gesprengt werden. Das würde die Evakuierung deutlich verlängern.

Autofahrer sollten Neuruppin am Freitag meiden

Die Stadtverwaltung bittet jeden, der am Freitag mit dem Auto unterwegs ist, das Stadtgebiet von Neuruppin möglichst zu meiden und zu umfahren. Viele Straßen werden ab 8 Uhr ohnehin nicht benutzbar sein. Der letzte Zug wird am Bahnhof Rheinsberger Tor gegen 8.30 Uhr abfahren. Danach wird auch die Bahnstrecke stillgelegt, bis die Bombe entschärft ist.

Die Busse der Linie 771 fahren in dieser Zeit auch nur zwischen Reiz und Gildenhall. Busse aller anderen Linien halten nicht an den Stationen, die im Sperrkreis liegen.

Auf der Internetseite der Stadt Neuruppin gibt es noch mehr Hinweise für den Tag der Entschärfung.

Von Reyk Grunow

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