Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Neuruppin Cello und Tuba beim Brandenburger Sommerkonzert
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Cello und Tuba beim Brandenburger Sommerkonzert
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:23 29.07.2018
Rund 200 Besucher verfolgten gespannt das ungewöhnliche Konzert mit Tuba und Cello in der Alt Ruppiner Kirche. Quelle: Cornelia Felsch
Alt Ruppin

Es ist heiß im Ruppiner Land – für die Konzertbesucher der Brandenburgischen Sommerkonzerte ist das schöne Wetter erfreulich, aber auch anstrengend.

Selbst in der Alt Ruppiner Sant-Nikolai-Kirche rinnt bei Musikern und Zuhörern der Schweiß und der klassische Fächer feiert sein Comeback. Eintrittskarten und Programmhefte werden umfunktioniert, um sich ein wenig Kühlung zu verschaffen.

Die Kirche ist am Sonnabend voll, das Konzert mit der Cellistin Vashti Hunter und dem Tubisten Thomas Leieu ist ausverkauft. Die „Klassiker auf Landpartie“ der Brandenburgischen Sommerkonzerte erfreuen sich auch im 28. Jahr ihres Bestehens großer Beliebtheit.

Kaffeetafel im Alt Ruppiner Pfarrgarten. Quelle: Cornelia Felsch

Begleitet wird die Konzertreihe von Städtetouren und Dampferfahrten; am Sonnabend begaben sich die Gäste auf Fontanes Spuren nach Neuruppin, bevor sie sich im Alt Ruppiner Pfarrgarten ein schattiges Plätzchen an der Kaffeetafel suchten. Die Frauen der Alt Ruppiner Ortsgemeinde hatten emsig Kuchen gebacken.

Kuchenspenden für die Glocken

„Aber auch aus Neuruppin kamen Kuchenspenden“, sagt Rainer Eschenhagen, Vorsitzender des Ortsgemeinde-Kirchenrates, der zu Beginn des Konzerts die Gäste in der Kirche begrüßt.

„Wir haben gleich mehrere Premieren; zum ersten Mal sind wir Gastgeber eines Konzerts in der Reihe Brandenburgischer Sommerkonzerte und noch nie war es in unserer Kirche so warm“, sagte er. „Aber wenn Sie beim Konzert soviel Vergnügen haben, wie wir bei den Vorbereitungen, dann wird es ein toller Nachmittag.“

Rainer Eschenhagen begrüßt die Konzertbesucher. Quelle: Cornelia Felsch

Das Geld, das die Gemeinde an diesem Nachmittag durch den Kuchenverkauf einnahm, ist für ein Gesundheitszentrum in Myanmar bestimmt sowie für die Sanierung der Alt Ruppiner Kirchenglocken, die einen neuen Schutzanstrich erhalten sollen.

Ein ungewöhnliches Konzert erwartete die Konzertbesucher an diesem Nachmittag – Tuba und Cello – zwei Instrumente, die man sich im ersten Moment nicht so recht als Duo vorstellen kann, begeisterten das Publikum mit klassischer und zeitgenössischer Musik.

Bereits in der Barockzeit machte man oftmals aus der Not eine Tugend und setzte Instrumente ein, die für die Kompositionen gar nicht vorgesehen waren. Deshalb erschien das Wagnis, eine für Fagott und Violoncello geschriebene Mozart-Sonate neben dem Cello der Tuba anzuvertrauen, gar nicht so abwegig.

Tuba übernimmt Cello-Part

„Es gibt leider nicht viele Stücke für unsere Besetzung“, sagte die englische Cellistin Vashti Hunter. „Aber das ist kein Problem; ich spiele die Fagott-Stimme und der Tubist übernimmt den Cello-Part.“

Der französische Musiker Thomas Leleu bewies, dass er seinem gewaltigen Instrument erstaunliche Beweglichkeit abverlangen kann und dieses Instrument ungerechter Weise ein solistisches Schattendasein führt.

Alles ist möglich

Auch bei Bachs Wohltemperiertem Klavier mit der großen Vielfalt an musikalischen Ausdrucksformen erweist sich die Tuba als virtuoses Instrument – ganz nach dem Leitmotiv des Intrumentalisten: „Alles ist möglich für die Tuba.“

Meisterhaft interpretieren die beiden Musiker an diesem Abend sowohl die rasante Tangomusik Piazollas als auch die wehmütige Melodie einer katalanischen Volksweise, mit der der Cellist Pablo Casals während der Franco-Diktatur alle seine Exilkonzerte beendete. Das Publikum quittierte das beeindruckende Spiel der beiden Künstler mit Begeisterungsrufen und anhaltendem Applaus.

Von Cornelia Felsch

Vor einem Jahr schon gab es im Neuruppiner Tempelgarten eine karibische Nacht mit Salsa-Tanzmeister Franklyn Aheda Pestana. In diesem Jahr kamen zur zweiten Auflage noch mehr Tanz-Lustige. Und ließen sich vom Regen nicht vertreiben.

29.07.2018
Neuruppin Insektensterben - Kampf ums Überleben

Es gibt immer weniger Insekten. Keine Wespen auf dem Kuchen und keine Mücken am Abend – ist das positiv? Der Biologe Tom Kirschey ist sich sicher: Ohne Insekten geht es nicht. Mit ihrem Sterben ist auch das Überleben der Menschen bedroht.

01.08.2018

Die Dauerhitze macht vielen zu schaffen. Für die Notaufnahme der Ruppiner Kliniken ist sie noch kein großes Thema, für Gärtner und Sportler schon. Immerhin: Wasser gibt es in Neuruppin genug.

29.07.2018