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Neuruppin Lindower Brandstifter muss ins Gefängnis
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Lindower Brandstifter muss ins Gefängnis
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00:21 29.06.2018
Die Feuerwehr – hier an einem anderen Ort – bekam in Lindow im vergangenen Jahr einiges zu tun. Quelle: Julian Stähle
Lindow

Martin L. bereut, was er getan hat. „Das hätte nicht passieren dürfen“, gab sich der 30-Jährige reumütig. Weil er mit dem bereits verurteilten Sebastian D. zwischen dem 21. August und dem 13. Oktober vergangenen Jahres in Lindow fünf Brände gelegt hatte, verurteilte ihn die dritte große Strafkammer des Landgerichts Neuruppin am Dienstag zu einer Haftstrafe von drei Jahren und zehn Monaten.

Im Voraus auf eine mögliche Strafe verständigt

Dem Urteil war eine Verständigung zwischen den Prozessbeteiligten vorausgegangen. Deshalb war der Strafrahmen keine Überraschung. Dafür hatte Martin L. ein glaubhaftes und umfassendes Geständnis abgelegt, das sich mit den Aussagen seines Mittäters und den sonstigen Beweisergebnissen deckte. Sein Geständnis, so die Vorsitzende Richterin Grit Burzer, habe sich erheblich strafmildernd ausgewirkt. „Er war gut beraten durch seine Verteidigerin, diesen Weg zu gehen.“

Motiv: Frust, Missgunst, Langeweile

Die beiden jungen Männer hatten sich im Sommer 2017 zusammengetan, um gemeinsam zündeln. Warum? Ob aus Langeweile, Frust, Missgunst oder der Lust, es mal brennen zu sehen, ist aus Sicht von Oberstaatsanwalt An­dreas Pelzer im Laufe der Verhandlung nicht klar geworden.

In Schutt und Asche gelegt

Fakt ist, dass die beiden zunächst einen Holzschuppen am Gudelacksee und zwei Wochen darauf einen Wohnwagen auf dem Nachbargrundstück ansteckten. Den hatte sich eine junge Frau in Eigenarbeit als Rückzugsort hergerichtet. Es traf sie hart, ihre Arbeit in Schutt und Asche zu sehen. Dabei übertraf der ideelle Wert den materiellen Verlust bei Weitem.

Mit Taschenlampe ausgeleuchtet

„Man sollte sich mal vor Augen führen, was man anderen für einen Schaden zufügt“, wandte sich Richterin Burzer an den Angeklagten. Erschwerend hinzu kam, dass die beiden Brandstifter zwar mit einer Taschenlampe in den Wohnwagen geleuchtet hatten, um sich zu vergewissern, dass sich dort niemand aufhielt. Das reichte aus Sicht des Gerichts aber nicht aus.

„Echt perfide“

Gleich zweimal war ein Lindower Gebrauchtwagenhandel Ziel ihrer Brandanschläge. „Echt perfide“, nannte es Pelzer. Für das Gericht wirkte sich dieser Umstand strafverschärfend aus.

Nicht auf sein Bauchgefühl gehört

Dabei hatte Martin L., wie er gegenüber der psychiatrischen Gutachterin gesagt hatte, beim zweiten Aufsuchen des Autohandels „so ein komisches Gefühl“ gehabt. Das trog ihn nicht, denn anschließend stand die Polizei vor der Tür und verhaftete die beiden. „Hätte ich nur auf mein Bauchgefühl gehört“, sagte er rückblickend. Bei dem 30-jährigen Angeklagten kam hinzu, dass er vorbestraft ist und unter Bewährung stand.

Angeklagter ist voll schuldfähig

Allerdings konnte die Gutachterin bei ihm keine Beeinträchtigung der Schuldfähigkeit erkennen. Er habe zwar eine emotional-instabile Persönlichkeitsstörung des Borderline-Typs, die aber weder die Einsichts- noch die Steuerungsfähigkeit beeinträchtige, so die Medizinerin.

Er müsse an sich arbeiten und sich vielleicht Hilfe suchen, riet ihm das Gericht. „Wir hoffen, dass Sie die Zeit im Vollzug sinnvoll nutzen“, so Burzer – damit er nach der Entlassung ein straffreies Leben führen könne.

Von Dagmar Simons

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