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Neuruppin Auch Neuruppin hatte ein KZ
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Auch Neuruppin hatte ein KZ
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00:28 16.05.2018
Der Kommunist Erich Schulz (1908-1950) wurde im Juni 1933 verhaftet und demonstrativ von SA-Leuten durch Neuruppin geführt. Von Januar 1948 bis April 1949 war er Bürgermeister der Stadt Neuruppin. Quelle: Foto: Regional-Verlag
Neuruppin

Auch in Neuruppin gab es schon direkt nach der Machtergreifung der Nazis ein Konzentrationslager. Die „Märkische Zeitung“ teilte am 12. April 1933 mit: „Wie wir erfahren, ist auch hier in Schönbecks Brauerei (an der Wittstocker Allee) ein Konzentrationslager für politische Gefangene eingerichtet worden, das bereits mit zehn Kommunisten besetzt ist. Es wird damit gerechnet, daß in den nächsten Tagen weitere politische Häftlinge eingeliefert werden.“

In der Nacht zum 22. Juni folgte eine große Aktion der Ortspolizeibehörde und der SA. In Neuruppin wurden 21 Kommunisten und Sozialdemokraten verhaftet und ins Konzentrationslager geschafft.

Folter in der Schönbeckschen Brauerei

Unter ihnen die SPD-Stadtverordneten Gustav Reiche, Ernst Sengespeck, August Schmolinski und Ernst Gutschmidt, der SPD- Kreistagsabgeordnete Rudolf Wendt sowie die Kommunisten Franz Maecker und Anna Hausen. Insgesamt kommen an diesem Tag weitere 60 Personen aus dem Kreisgebiet in das KZ in der Schönbeckschen Brauerei. Dort wurden sie von der SA verhört, dabei wurde, wie später Betroffene berichteten, auch Gewalt angewendet.

Am 27. Juli 1933 meldete laut „Märkischer Zeitung“ Landrat von Uslar-Gleichen an die Regierung in Potsdam: „Das im Kreis Ruppin seiner Zeit eingerichtete Konzentrationslager für Schutzhäftlinge in Neuruppin ist aufgelöst. ... Keiner der Schutzhäftlinge ist in das Lager in Oranienburg überführt worden.“

„Bei Undankbarkeit werden sie für immer unschädlich gemacht“

Wirklich? Am 13. Dezember gibt der Landrat bekannt, dass er die Entlassung aller Schutzhäftlinge aus dem Kreis Ruppin beantragt hat, um sie wieder in die „nationalsozialistische Volksgemeinschaft aufzunehmen. ... Sie werden aber auch nicht im Unklaren darüber gelassen, daß sie bei Undankbarkeit ... in unnachsichtiger Weise und für immer unschädlich gemacht werden.“

Von Peter Pusch

Die Nationalsozialisten fanden im Kreis Ruppin schon früh viele Bewunderer. Die Nazis errichteten bereits 1933 hier ein KZ, in dem politische Gegner verschwanden.

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