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Neuruppin Regine und Bertram Allert tanzen Turniere
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Regine und Bertram Allert tanzen Turniere
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00:17 11.12.2018
Beim deutschlandweiten Tanzturnier um den Fontanepokal ertanzten die Neuruppiner Regine und Bertram Allert einen 6. Platz Quelle: Regine Buddeke
Neuruppin

Die 79 soll das Glück bringen. Groß und deutlich prangt die Startnummer am Frack – gut sichtbar für die Preisrichter. Wenn man in die Gesichter von Regine und Bertram Allert schaut, merkt man indes schnell: Das eigentliche Glück liegt nicht in dieser Nummer.

Das kommt von ganz woanders. Auch an diesem Wochenende – an dem die beiden Turniertänzer am Fontanepokal ihres Vereins TC Schwarz-Rot teilnehmen.

Seit ein paar Jahren tanzen Regine und Bertram Allert schon im Neuruppiner Tanzverein Schwarz-Rot. Beim Turnier um den Fontanepokal errangen sie einen sechsten Platz in ihrer Alters- und Leistungsklasse. Insgesamt waren rund 200 Paare aus ganz Deutschland, Österreich und Tschechien am Start.

Die beiden Neuruppiner – sie 53, er 51 – sind schon seit Schulzeiten ein Paar. Sie haben beide im Märkischen Jugendchor gesungen. „Der hieß zu unserer Zeit noch Ernst-Thälmann-Chor – wie die Schule“, erinnert sich Regine Allert.

Schon damals waren gemeinsame Projekte das Geheimrezept, die Liebe frisch zu halten. In all den Jahren haben beide zwei Kinder großgezogen. Warum nun der Tanz?

„Wir haben schon immer auf jeder Party gern getanzt“, verrät Regine Allert. Als die Kinder groß waren, wollten wir es richtig tun.“ Richtig bedeutet: Schrittfolgen lernen, an der Haltung feilen, am Lächeln. Der Gesamteindruck eines Turnierpaares muss perfekt sein, aus einem Guss. Schweben und gleiten statt stolpern oder rennen. Schweiß ja, aber man darf ihn nicht sehen.

Genauso wenig wie die Anstrengung. Oder vielleicht den Ärger, weil man auf dem Parkett ausgebremst wird, der Partner oder man selbst einen Patzer macht, die Nase juckt oder die Blase am Fuß schmerzt. Tanz ist ein Traum und frei wie ein Schmetterling – das wollen die Preisrichter sehen. Egal, wie viele selbst auferlegte Raffinessen man sich in die Choreografie eingebaut hat.

Regine und Bertram Allert haben schon immer gern getanzt

Die beiden Allerts tanzen erst seit 2016 Turniere. Zuvor haben sie – seit 2011 – einfach freizeitmäßig im Verein getanzt. „Nach dem Probetraining sind wir hängen geblieben“, erzählt Bertram Allert. An ihrem Verein TC Schwarz-Rot mögen sie besonders, dass es ein Spaß-an-der-Freude-Verein ist, bei dem jeder – vom blutigen Anfänger übers Hobbypaar bis zur S-Klasse – gern gesehen ist. Die S-Klasse – das sind die Vereinsgründer Helmut Lindmair und seine Partnerian Diana Stüber. Das Ehepaar Allert tanzt in der Alters- und Leistungsklasse 2 B.

„Wir haben vier Turnierpaare unter unseren insgesamt 18 Paaren“, erzählt Lindmair, sichtlich stolz darauf, dass sein Verein ein weiteres Mal die Veranstaltung organisiert hat, bei der rund 200 Paare aus ganz Deutschland, Österreich und Tschechien angereist sind. „Mit 30 Erwachsenen wuppen wir so ne Veranstaltung – alles nur, damit unsere vier Turnierpaare mal ein Heimturnier haben“, sagt er stolz, denn alle helfen mit – auch die, die gar nicht bei Turnieren starten.

2011 sind sie in den Verein TC Schwarz-Rot Neuruppin eingestiegen

Turnier zu tanzen, bedeutete für die Allerts auch einen Extra-Trainer. Immer freitags kommen Barbara und Vitam Kodelja aus Berlin, um die beiden zu trainieren. 2013 waren sie Standard-Weltmeister in ihrer Klasse. Auch die Allerts haben sich für Standard entschieden. „Für Latein fehlt uns die Zeit“, sagt Regine Allert, die als Ärztin arbeitet, ihr Mann ist im öffentlichen Dienst. Standard bedeutet: Langsamer Walzer, Tango, Wiener Walzer, Slowfox, Quickstep – immer in dieser Reihenfolge. Auch am Sonnabend beim Pokal. Die Allerts haben 13 Mitbewerberpaare in ihrer Klasse.

Einlauf, vorstellen, einmal drehen: Regine Allert trägt ein schwarz-rotes Turnierkleid aus viel Tüll, Glitzer, flatternden Bändern. „Ich liebe mein Kleid so, dass ich kein anderes will“, sagt sie – wohl wissend, dass andere Tänzerinnen mehr als nur einen der kostspieligen Träume aus wogendem Tüll im Schrank haben.

Auch das Makeup und die Haare sind aufwändig, wenn man sich im Tanzsaal – die Sporthalle der Karl-Liebknecht-Schule – umschaut. Eine der Tänzerinnen hat sich eine gelackte, perlenverzierte Haarspitze mit Klebepunkt an die Stirn fixiert, damit sie dort bleibt. Regine Allert würde so weit nicht gehen, ist aber auch deutlich mehr geschminkt als im Alltag.

„Die Optik zählt halt mit“, sagt sie mit einem Achselzucken. „Mein Kleid ist schneller angezogen als Bertrams Frack mit allem Drum und dran“, verrät sie. Sie war beim Turnierfriseur, um sich Haare und Makeup machen zu lassen.

Seit 2016 tanzen sie auch Turniere

Auf zur Vorrunde. Die beiden Allerts stehen sich gegenüber, beide lächeln wie frisch verliebte Turteltauben. Das ist Pflicht – trotz der Anspannung. Er hebt galant den Arm, sie gleitet hinein. Alles soll wie aus einem Guss wirken, schon weil die Preisrichter jeden Millimeter erspähen, bei der die Haltung zueinander vom Maß abweicht. Anderthalb Minuten. Dann ist der Langsame Walzer Geschichte.

„Unser Lieblingstanz ist gerade der Slow Fox“, erzählt Regine Allert. Der fühle sich rund an. „Man kann es schön austanzen.“ Denn das ist den beiden wichtig: „Schön tanzen. Wir wollen in erster Linie Spaß haben“, sagt er. „Auch wenn der Ehrgeiz natürlich immer da ist, zu gewinnen“, sagt sie. Beide nippen am Getränk – die Vorrunde ist vorbei. Tochter Klara, auch sie tanzt seit zwei Jahren im Verein mit, applaudiert ihren Eltern. Sie hat noch kein Turnierkleid: „Aber es gibt sooo schöne“, schwärmt sie sehnsüchtig.

Die Allerts haben sich auf Standardtanz festgelegt

„Ihr seid weiter“, teilt ihr Turniertranier wenig später mit. Noch mal das ganze Programm. Noch einmal alles geben. Fünf mal anderthalb Minuten in voller Konzentration – Schwerelosigkeit ist harte Arbeit. Dann ist auch die Zwischenrunde vorbei.

Ob die beiden schon einmal gestürzt sind? Regine Allert lacht. „Mir reicht das hier“, sagt sie und presst sich ein Kühl-Pad ans Auge. Im Gewimmel und Getümmel der Vorrunde – oft ballen sich die Paare an einer Stelle – hat sie den Ellbogen eines anderen Tänzers ins Auge bekommen, die Stelle schwillt dick an, wird überschminkt. Auch das gehört dazu: Weitertanzen, nichts anmerken lassen.

Vitam Kodelja ist mit seinen Schützlingen zufrieden. Und sieht noch Potenzial. „Konditionell müssen sie noch zulegen – und im Turniergeschehen mehr Durchhaltevermögen zeigen – vor allem da, wo sie ausgebremst werden“, sagt er. „Aber sonst sehe ich beide sehr positiv.“ Immerhin sind beide Landesmeister in der Klasse B2. „Und brandenburgische Vizemeister in der C2 – das ist für uns noch wertvoller“, sagt Regine Allert.

Das Turnier um den Fontanepokal wird von ihrem Verein gestemmt

„Ihr seid in der Endrunde“ – kommt die Botschaft. „Echt? Das habe ich nicht erwartet“, strahlt Regine Allert. Sechs Paare sind noch im Rennen – neue Runde, neues Glück. Allzu viele Schnörkel und ausgefallene Choreografie-Elemente sieht man bei den beiden nicht.

„Je mehr das sind, desto schwieriger, die Tanztechnik auf dem hohen Niveau zu halten“, erklärt Regine Allert. Das runde, schöne Tanzen ist den beiden wichtiger. Und manchmal blitzt durch das Wettkampflächeln ein anderes durch. Eines das von innen kommt.

Ein Lächeln, bei dem sichtbar wird, dass das Glück nicht von der Startnummer kommt, vom schönen Kleid, dem schnieken Frack oder der Lust am Gewinnen. Es ist einfach nur das Glück, zu tanzen. Miteinander. Schön.

Info: Regine und Bertram Allert belegten am 1. Turniertag in der Klasse Senioren II B Standard den 6. Platz und am 2. Tag einen 7. Platz

Von Regine Buddeke

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