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Neuruppin Dealer kam mit Bewährung davon
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Dealer kam mit Bewährung davon
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00:30 30.03.2018
Quelle: dpa
Neuruppin

Philip S. gehörte nicht zu denjenigen, die in der Drogenszene oben mitmischen. Aber sein Geschäft sprach schon für eine gewisse Professionalität, sagte Richter Jan Eßer.

Jugendstrafe auf Bewährung

Das Neuruppiner Amtsgericht verurteilte am Dienstag den 23-jährigen Philip S. wegen gewerbsmäßigen Drogenhandels in 13 Fällen zu einer Jugendstrafe von einem Jahr, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Dem Urteil vorangegangen war eine Verständigung, auf die sich die Prozessbeteiligten zu Anfang der Verhandlung geeinigt hatten: Philip S. legt ein umfassendes Geständnis ab, das der Anklage entspricht. Im Gegenzug sicherte ihm das Gericht eine Jugendstrafe von mindestens neun Monaten bis höchstens einem Jahr und drei Monaten zu.

Geständnis gegen Strafzusicherung

Der Neuruppiner gab zu, von März 2015 bis Mitte 2016 gedealt zu haben. Im Einzelnen ging es um Marihuana und Kokain. So veräußerte er regelmäßig an einen Abnehmer rund 30 Gramm Marihuana zu sieben Euro je Gramm. Denselben Kunden belieferte er mit ein bis zwei Gramm Kokain zum Preis von 70 bis 80 Euro je Gramm.

Am 10. Dezember 2015 durchsuchte die Polizei die damalige Neuruppiner Wohnung des Angeklagten. Die Beamten fanden 167 Gramm Marihuana, knapp neun Gramm Kokain und etwa 38 Gramm Ecstasy. Das waren Drogen in einer Größenordnung, die den Grenzwert zur nicht geringen Menge überschritten. Auch 2016 handelte er noch mit Drogen. Mindestens drei Mal verkaufte er sieben Gramm Cannabis an einen Dritten.

Verfahren eingestellt

Einen weiteren Fall stellte das Gericht auf Antrag der Staatsanwaltschaft ein. Diese hatte dem jungen Vater vorgeworfen, an einen Kunden 60 Mal mindestens ein Gramm Amphetamin sowie ein bis zwei Gramm Marihuana verkauft zu haben. Die gewünschte Menge wurde dann von so genannten Läufern nach telefonischer Absprache an verschiedenen Stellen in Neuruppin übergeben.

Zweite Wohnungsdurchsuchung brachte nur wenig zutage

Im Januar 2017 fand nochmals eine Wohnungsdurchsuchung bei ihm statt. Da entdeckte die Polizei in einer Sitzbank in der Küche ein halbes Gramm Cannabis-Tabak-Gemisch. Hätte Philip S. damals noch gehandelt, hätte man sicher mehr gefunden, so Eßer. „Er hat offensichtlich die Kurve gekriegt.“

Philip S. sprach von seiner eigenen Drogenabhängigkeit, die er nach einem Entzug und einer ambulanten Therapie seit Mitte 2016 im Griff hat. Von Alkohol sei er ganz ab, bei den Drogen gab es den einen oder anderen Rückschlag, räumte er ehrlich ein. Der Sinneswandel setzte mit der Geburt der Tochter ein. „Da hat sich mein Leben schlagartig verändert“, sagte er. Seine Ehrlichkeit sprach für ihn. Ebenso seine Bemühung, sich um eine Ausbildung zu kümmern.

Angeklagter ist wohl auf dem richtigen Weg

Er befindet sich zurzeit in einem Programm für Späteinsteiger. Mit dessen Hilfe will er einen Ausbildungsplatz zum Kaufmann im Einzelhandel finden. Das solle er unbedingt nutzen, so Richter Eßer. „Sonst ist für Sie der Zug, einen Beruf zu lernen, abgefahren.“ Bisher hat es bei Philip S. mit einer Lehre nicht geklappt, eine Ausbildung hat er abgebrochen.

2000 Euro Gewinn muss er zurückzahlen

Das Gericht gab der Hoffnung Ausdruck, dass der bisher nicht einschlägig vorbelastete Angeklagte weiter straffrei bleibt, so wie in den vergangenen zwei Jahren. Dass er noch lange an seine Taten denken wird, dafür sorgt das Gesetz. Seine erzielten Gewinne muss er nämlich zurückzahlen – etwa 2000 Euro.

Von Dagmar Simons

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