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Neuruppin Mit der Bahn kam die Zukunft nach Neuruppin
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Mit der Bahn kam die Zukunft nach Neuruppin
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06:00 01.12.2018
Der einstige Paulinenauer Bahnhof in Neuruppin: Heute beherbergt er eine Apotheke und Arztpraxen. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Jeden Tag öffnen wir im MAZ-Adventskalender ein Türchen und erzählen die Geschichte eines besonderen Gebäudes aus der Prignitz und Ostprignitz-Ruppin. Los geht es mit dem Paulinenauer Bahnhof.

Wäre der tiefe Ruppiner See nicht, würden durch Neuruppin heute vielleicht die ICEs zwischen Berlin und Hamburg fahren. Doch der See erschien damals als zu großes Hindernis, als um 1840 diskutiert wurde, wo die Hamburger Bahn entlangfahren soll. Am Ende führte die Strecke weit an Neuruppin vorbei.

Damit die Stadt im 19. Jahrhundert nicht vollends abgehängt wird von den modernsten Verkehrsmitteln, wurde eine private Eisenbahngesellschaft gegründet. Sie baute eine Eisenbahnverbindung von Paulinenaue über Fehrbellin nach Neuruppin mit Anschluss an die Strecke von Berlin nach Hamburg. Der Paulinenauer Bahnhof an der Fehrbelliner Straße ist ein Zeugnis dieser Zeit.

Der alte Bahnhof ist der neue Bahnhof

Doch das Gebäude, das die meisten Neuruppiner heute als Paulinenauer Bahnhof kennen, ist eigentlich der zweite Bau mit diesem Namen. Der ursprüngliche Bahnhof liegt etwas abseits der Straße, ein paar hundert Meter weiter südlich. Ein eher unscheinbarer Fachwerkbau, lange versteckt. Erbaut wurde er um 1880, als auch die Paulinenaue–Neuruppiner Eisenbahn ihren Betrieb aufnahm.

Schon zwanzig Jahre nach seiner Eröffnung wurde der alte Paulinenauer Bahnhof jedoch durch einen neuen, viel imposanteren Bau näher am Stadtzentrum ersetzt. Der neue Paulinenauer Bahnhof liegt heute an der Fehrbelliner Straße 137.

Mit der Bahn kam die Zukunft

Bei seiner Einweihung war das Gebiet rundherum, die sogenannte Fehrbelliner Vorstadt, eines der wichtigsten Entwicklungsgebiete der Stadt. In der Nähe der Eisenbahn entstanden Villen, es siedelten sich Fabriken an und es wurde neue Kasernen gebaut.

Der stattliche zweigeschossige Ziegelbau fällt durch seine reich gegliederte Fassade auf, aber vor allem durch den Eckturm mit dem hohen Pyramidendach. Als er 1901 eröffnet wurde, gehörten zum eigentlichen Bahnhof auch ein Abortgebäude und eines für Eilgut und Postgepäck. Doch lange war auch dieser Bahnhof nicht in Betrieb.

1899 hatte die Ruppiner Eisenbahn AG eine Strecke über den See gebaut und so eine direkte Verbindung von Neuruppin über Kremmen nach Berlin geschaffen, die, auf der heute der Prignitz-Express fährt. Dafür musste damals ein neuer Bahnhof gebaut werden – der „Hauptbahnhof Neuruppin“ an der Bahnhofstraße.

1926 war der Bahnhof schon überflüssig

Die Kremmener Bahn gewann schnell an Bedeutung, die Paulinenauer verlor sie. 1926 wurde der neue Paulinenauer Bahnhof geschlossen und zu Wohnungen umgebaut. Vier Jahre später stellte die Paulinenauer Bahn ihren Personenverkehr ein. Bis in die 1970er Jahre rollten noch Güterzüge über die Strecke, bis sie mit dem Bau der Autobahn unterbrochen und nach der Wende abgebaut wurde.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieg zog die Sowjetarmee in den Paulinenauer Bahnhof ein, genau wie in die Gebäude rundherum. Als die russischen Truppen Mitte der 90er Jahre das Gebiet räumten, wurde der Bahnhof aufwändig saniert. Heute beherbergt er unter anderem eine Apotheke und Arztpraxen.

Auf dem Platz davor erinnert ein Stück der alten Gleise an Neuruppins einst so wichtige erste Bahnstrecke, die „Stille Pauline“, wie sie später genannt wurde. Säulen aus Granit symbolisieren vor dem ehemaligen Bahnhof die Orte, durch die die Strecke einst führte.

Von Reyk Grunow

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