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Neuruppin Der Traum vom bezahlbaren Eigenheim
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00:18 12.02.2017
An der Eisenbahnstraße 19-22 soll das „Ausbauhaus Neuruppin“ entstehen. Quelle: Jan Philipp Stoffers
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Neuruppin

Kostengünstiger und selbstbestimmter Eigenheimbau in zentraler Lage scheint für viele Städter ein Ding der Unmöglichkeit zu sein. Die Berliner Architekten Henri Praeger und Jana Richter wollen das nun mit ihrem Baugruppenkonzept erstmals auch in Neuruppin möglich machen (die MAZ berichtete). Bei einem Informationsabend am Dienstag wurde es nun konkret: Im Neuruppiner Sportcenter stellten die Architekten das Projekt „Ausbauhaus Neuruppin“ rund 20 Interessenten vor. Das Architekturbüro Praeger und Richter plant an der Eisenbahnstraße 19-22 unweit des Bahnhof West den Bau von 29 Wohnungen.

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Im Planungsentwurf ist vorgesehen, das rund 3 300 Quadratmeter große Grundstück von der Stadt Neuruppin zu kaufen, das Mehrfamilienhauses auf dem Grundstück zu sanieren und zwei Neubauten zu errichte.

In den drei Gebäuden sollen Wohnungen zwischen 41 und 122 Quadratmeter Größe entstehen.

Derzeitiger Kostenpunkt: bis zu 5,7 Millionen Euro.

Eine Baugruppe aus privaten Investoren soll die Kosten tragen

Vollständig finanzieren soll das Projekt eine Baugruppe, bestehend aus Privatpersonen. Die sollen sich zu diesem Zweck in einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) zusammenschließen – mit allen Risiken und Vorteilen, die damit verbunden sind.

Jede der Parteien genießt ein Mitbestimmungsrecht bei der Projektplanung. So sollen die Bauherren beispielsweise die ausführenden Baufirmen selbst bestimmen. Der Start des Bauvorhabens ist für Anfang 2018 geplant. Gebaut werden soll rund 20 Monate lang. Die Baukosten pro Quadratmeter sollen je nach Ausbaustufe zwischen 2100 und 2500 Euro liegen.

Umsetzung individueller Wünsche per Stimmrecht

Die Vorteile einer solchen Baugruppe liegen für Henri Praeger klar auf der Hand. „Das gesamte Projekt wird zum Selbstkostenpreis umgesetzt. Der kann sich nach oben hin verändern. Allerdings werden diesbezügliche Entscheidungen mit der Gesamtheit der Parteien vorab besprochen und per Mehrheitsbeschluss festgesetzt. Grundlage ist aber immer das vorab zu Grunde gelegte Budget. Sind die Kosten für Einzelne zu hoch, wird ein solcher Vorschlag verworfen, oder es wird an anderer Stelle eingespart“, sagt der Architekt.

Die Planer halten an bestimmten Standards fest – Beispiel Fußboden: „Jedes Baugruppenmitglied darf selbst entscheiden, aus welchem Material der Fußboden sein soll. Wir drängen auf eine Lösung aus Holzdielen. Denn wenn alle das Gleiche wollen, können wir auch einen niedrigeren Preis für diesen Posten einkalkulieren“, so Henri Praeger.

Neben der schlüsselfertigen Übergabe bieten die Architekten den Baugruppenmitgliedern die Möglichkeit, ihre Wohnungen im Zustand des Rohbaus zu übernehmen.

Fenster, Heizung und Anschlüsse sind vorinstalliert. Der weitere Ausbau kann dann den eigenen Wünschen und Vorstellungen entsprechend umgesetzt werden. „In unserem Berliner Bauhaus hat beispielsweise ein Tischler sein Eigenheim als Rohbau übernommen und die restlichen Arbeiten selbst ausgeführt“, berichtet der Architekt Henri Praeger.

Hohe Hürden gilt es noch gemeinsam zu nehmen

Bis zum Baubeginn müssen allerdings noch einige Hürden genommen werden. In dem zur Sanierung vorgesehen Altbau sind derzeit noch zwei Wohnungen vermietet. Eine Lösung für dieses „Problem“ stehe noch aus, so Praeger. Weitere mögliche Probleme könnte der Altbau in sich selbst beherbergen. Bis auf eine erste Begehung konnten sich die Architekten keinen genaueren Überblick über die Bausubstanz verschaffen. Dort könnten sich zusätzliche Kosten verstecken. Auch der Zustand des Fundaments ist unklar, weshalb zum jetzigen Zeitpunkt keine Unterkellerung der Gebäude vorgesehen ist. Das wurde von Teilen der Interessenten bemängelt, ebenso wie die ungeklärte Parkplatz-Situation und das Fehlen von Personenaufzügen. „Derzeit ist aus Platzmangel nicht für jede Wohnung ein Stellplatz vorgesehen“, musste Henri Praeger eingestehen.

Weitere Kosten könnten durch die möglicherweise nötige Beseitigung von Blindgängern entstehen. Bevor eine Baugenehmigung erteilt wird, muss das aber geprüft werden, weil das Gebiet um den Bahnhof West während des Zweiten Weltkriegs Ziel alliierter Bombardierungen war.

Solche Probleme sind Henri Praeger und Jana Richter durchaus bekannt. Sie haben in der Vergangenheit mehrmals den Traum vom Eigenheim ihrer Klienten in Dresden und Berlin wahr werden lassen und wurden für ihr Konzept vom bezahlbaren Eigenheim mehrfach ausgezeichnet.

Internet: www.praegerrichter.de

Von Jan Philipp Stoffers

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