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Die Straßenmeisterei ist bereit für den Winter

Neuruppin Die Straßenmeisterei ist bereit für den Winter

Wer kümmert sich darum, dass im Winter die Straßen trotz Schnee und Eis sicher befahrbar sind? Es sind Männer wie Dieter Blanck von der Straßenmeisterei Neuruppin. Wenns hart auf hart kommt, fahren sie ab morgens um 3 Uhr über die Autobahnen.

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Dieter Blanck (l.) und Ulf Vödisch von der Straßenmeisterei Neuruppin haben bisher noch jedes Schneechaos bewältigt. Der riesige Schneepflug ist allerdings schon ausgemustert.

Quelle: Geisler

Neuruppin. Wenn draußen ein eisiger Wind weht und dicke weiße Flocken die Straßen in gefährliche Rutschbahnen verwandelt haben, fahren Dieter Blanck und Ulf Vödisch raus. Die beiden Männer und ihre Kollegen von der Straßenmeisterei Neuruppin sorgen für die Sicherheit auf den Straßen im Landkreis Ostprignitz-Ruppin. Sie schieben den Schnee an die Seite und streuen Salz auf die Fahrbahn.

Die Brandenburger Straßenmeistereien etwa in Neuruppin, Kyritz oder Perleberg sind gemeinsam zuständig für fast 10 000 Kilometer Straßen im ganzen Land. Darunter mehr als 800 Kilometer Autobahnen, 2700 Kilometer Bundes- und 5700 Kilometer Landstraßen. Obendrauf kommen noch etwa 1000 Kilometer Radwege, die im Winter ebenfalls frei geräumt werden. Auf den Straßen, die der Stadt gehören, ist der Stadtbauhof für den Winterdienst zuständig.

Straßenmeister ist zuversichtlich

Dieter Blanck, Leiter der Straßenmeisterei Neuruppin, ist zuversichtlich, dass er und seine Kollegen auch in diesem Jahr wieder den Winter bezwingen werden. „Wir haben uns gut vorbereitet, die Einsatzpläne sind schon geschrieben“, sagt er. Wenn es richtig los geht und der Frost die Straßen unbefahrbar macht, ist der Winterdienst in drei Schichten von Morgens um 3 bis Nachts um 22 Uhr unterwegs.

Die Vorbereitungen für den Winter sind abgeschlossen. Die Fahrzeuge sind einsatzbereit und auch die Streumittel liegen parat. In einer Halle lagern bereits 800 Tonnen Salz. Das Streusalz wird vor dem Versprühen mit einer Lauge vermischt und in flüssiger Form auf die Straße gebracht. „So wirkt es am schnellsten“, sagt Blanck. In Neuruppin wird ein Mischverhältnis von 70 Prozent Salz und 30 Prozent Lauge verwendet. Blanck würde zwar noch mehr Lauge und weniger Salz bevorzugen, aber dafür ist seine Technik nicht ausgerüstet. Eine Umrüstung wäre sehr teuer und würde sich nicht lohnen. „Wir haben in den letzten Jahren selten richtig harte Winter erlebt. Vielleicht liegt das am Klimawandel“, sagt er.

Das muss beim Winterdienst beachtet werden

Gehwege müssen in den meisten Fällen durch den Eigentümer der anliegenden Grundstücke von Schnee und Eis befreit und gestreut werden.

Für Fußwege gilt eine Breite von 1,20 Metern, die frei gehalten werden muss. Außerdem müssen Hydranten und Regenwassereinläufe erreichbar sein.

Diese Vorgaben gelten zum Beispiel in Neuruppin montags bis sonnabends von 7 bis 20 Uhr und an Sonn- und Feiertagen von 9 bis 20 Uhr.

Aber Blanck warnt auch: Der Winterdienst könne nicht immer und überall gleichzeitig arbeiten. Deshalb gelte bei Glätte auf den Straßen für alle Autofahrer unbedingt große Vorsicht. „Wir machen die Straßen zwar befahrbar, aber das heißt nicht, dass sie überall schwarz sind. Wenn eine leichte Schneeschicht auf dem Asphalt liegt, muss man eben etwas langsamer fahren.“ Für Autofahrer, die direkt hinter einem Streufahrzeug fahren, hat Blanck besondere Tipps: „Immer einen großen Abstand halten und auf keinen Fall überholen.“

Simone Deter, Werkleiterin des Stadtbauhofes Neuruppin, ist ebenfalls guten Mutes. „Es ist jedes Jahr eine große Herausforderung, aber wir werden den Winter meistern“, sagt sie.

Ein Salzberg im Lagerhaus

Der Stadtbauhof unterscheidet in seiner Winterdienstsatzung zwei Dringlichkeitsstufen. Stufe eins: Wichtige Verkehrsadern, die starkem Berufs-, Schüler-, Linien- und Güterverkehr ausgesetzt sind, müssen spätestens drei Stunden, nachdem Schnee gefallen ist, geräumt werden. Die Befahrbarkeit muss außerdem aufrecht erhalten werden. Auf weniger wichtigen Straßen gilt Dringlichkeitsstufe zwei. Dann sind vier Stunden Zeit fürs Räu,em und keine permanente Aufrechterhaltung vorgesehen.

Straßen, die nicht in der Hand der Stadt oder des Landes liegen, müssen privat gepflegt werden. Wer beispielsweise Grundstückseigentümer ist, riskiert ein Bußgeld, wenn im Winter der Gehweg an seinem Grundstück nicht gestreut oder geräumt ist (siehe Infokasten). Allerdings darf dabei der Umwelt zuliebe nur in Ausnahmefällen Salz gestreut werden. Erlaubt ist Salz nur bei extremen Wetterlagen, beispielsweise bei Eisregen oder an gefährlichen Stellen, etwa auf steilen Treppen oder Rampen. Wer nicht selbst Hand anlegen kann oder will, kann auch eine Firma mit der Arbeit beauftragen.

Die Lagerhalle der Straßenmeisterei in Neuruppin ist mit 800 Tonnen frischem Streusalz bis unters Dach gefüllt

Die Lagerhalle der Straßenmeisterei in Neuruppin ist mit 800 Tonnen frischem Streusalz bis unters Dach gefüllt.

Quelle: Peter Geisler

Dieter Blanck in der Straßenmeisterei Neuruppin bekommt täglich den ausführlichen Wetterbericht vom Wetterdienst des Landes auf seinen Schreibtisch.

Bis zum Wintereinbruch ist er allerdings noch mit den Folgen der Herbststürme beschäftigt. Ob Sturm oder Schneesturm, er fährt immer raus und sorgt für Ordnung.

Von Jonas Nayda

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