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Drogendealer wieder in Freiheit – vorerst

Neuruppin Drogendealer wieder in Freiheit – vorerst

Seit Juli saß er in Untersuchungshaft, verpasste die Einschulung seines Sohnes und die Geburt seines zweiten Kindes: Am Donnerstag wurde Fabian M. wegen bewaffneten Drogenhandels zu einer Freiheitsstrafe von fast vier Jahren verurteilt. Doch erst einmal durfte er nach Hause.

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Fabian M. wurde am Donnerstag zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt.

Quelle: dpa

Neuruppin. Fabian M.s größter Wunsch, dass seine Familie nicht so lange auf ihn warten muss, ging in Erfüllung. Er konnte am Donnerstag nach Hause gehen. Die vierte große Strafkammer des Landgerichts Neuruppin entließ den 37-jährigen Neuruppiner in die Freiheit.

Seit Juli in Untersuchungshaft, nun wieder auf freiem Fuß

Seit Juli saß der junge Familienvater in Untersuchungshaft, nachdem bei einer Wohnungsdurchsuchung Amphetamine, Marihuana und Waffen gefunden worden waren. Die Richter verurteilten Fabian M. zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten und hoben gleichzeitig den Haftbefehl auf.

Fabian M. war durch die Observierung eines anderen Drogendealers, der bereits verurteilt ist und demnächst wieder vor Gericht steht, ins Visier der Ermittler geraten.

Zwei Mal durchsucht und immer wieder Drogen gefunden

Am 4. Juli durchsuchten Beamte seine Wohnung. Sie fanden 624 Gramm Amphetamine unter dem Küchenherd, 69,5 Gramm Amphetamine im Kühlschrank, knapp 170 Gramm Marihuana, sowie zwei Wurfsterne, einen Elektroschocker und eine Gasdruckpistole.

Zwei Wochen später sollte Fabian M. festgenommen werden. Als die Polizisten einen Teller mit Amphetaminresten sahen, kam es zu einer zweiten Durchsuchung. Wieder wurden die Beamten fündig. Unter der Mikrowelle fanden sich 57,97 Gramm, im Keller ein knappes Kilogramm Amphetamine.

Stoff im Keller übersehen

Laut Staatsanwalt Peter Graup­ner ließ sich nicht nachweisen, dass der Angeklagte diese Menge während der Zeit zwischen den beiden Durchsuchungen gekauft hatte, sondern dass der Stoff beim ersten Mal schlicht und einfach übersehen worden war. So wie es der Angeklagte von Anfang an gesagt hatte. Auch die Richter gingen davon aus, dass einiges dafür spreche, dass das Kilo übersehen worden war.

Waffen aus den Augen verloren

Nicht aber nahmen die Richter dem Angeklagten ab, dass er an die Waffen überhaupt nicht mehr gedacht, deren Existenz völlig aus den Augen verloren habe.

Auf bewaffneten Drogenhandel steht eine Mindeststrafe von fünf Jahren. Die stand für den Staatsanwalt im Raum. Er beantragte eine Gesamtstrafe von fünf Jahren und vier Monaten, plädierte aber auch für die Aufhebung des Haftbefehls.

Viele Pluspunkte für den Angeklagten

Verteidiger Michael Sydow dagegen hielt eine Verurteilung wegen dieser Waffen für nicht gerechtfertigt. „Wie ich ihn erlebt habe, ist die Vorstellung, dass er die Drogen mit Waffengewalt verteidigt, abwegig.“ Der Verteidiger sah keinen aufwendigen Lebensstil, keine hochwertige Wohnungseinrichtung, die die Polizei erwähnt hatte. Sein Mandant habe sich kooperativ verhalten, sei nicht vorbestraft und das erste Mal im Gefängnis.

Angeklagter konnte nicht bei der Geburt seines Kindes dabei sein

Besonders hart habe es Fabian M. getroffen, dass er nicht bei der Geburt seines zweiten Kindes dabei sein konnte, weil er hinter Gittern saß. Auch die Einschulung seines Sohnes verpasste er. All dieses sprach auch aus Sicht des Gerichts für den Angeklagten, ebenso seine eigene Drogenabhängigkeit und seine Therapiebereitschaft. Für die Richter überwogen die strafmildernden Umstände. Deshalb gingen sie anders als der Staatsanwalt von einem minder schweren Fall aus.

Geld wird eingezogen

Das Gericht ordnete noch die Einziehung von 5725 Euro an, die bei dem Angeklagten gefunden worden waren, die womöglich Drogengeld und kein Erspartes waren. Es sah keinen Grund, den Angeklagten weiter in Haft zu lassen. Fabian G. konnte nach Hause gehen. Seine Haft muss er zu einem späteren Zeitpunkt antreten.

Von Dagmar Simons

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