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Neuruppin Koks für die Geburtstagsfeier
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04:45 27.02.2018
Michael R. sagte aus, er habe zehn Gramm Kokain gekauft. Quelle: dpa
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Neuruppin

Plötzlich ist alles wieder anders im Neuruppiner Drogenprozess. Carsten O., einstiges Mitglied der XY-Bande, hatte vor dem Landgericht Neuruppin ausgesagt, dass er am 6. Mai und am 4. Juli 2017 dem Berliner Michael R. in Neuruppin jeweils ein Kilogramm Amphetaminpaste zum Preis von jeweils 4000 Euro verkauft hat. Im Gegenzug zu diesem Geständnis hatte ihm das Gericht eine Freiheitsstrafe von vier bis maximal viereinhalb Jahren zugesichert.

Aussage steht gegen Aussage

Am Donnerstag nun redete Michael R. Ihm wird bewaffneter Drogenhandel vorgeworfen. Ja, es sei richtig, dass in seinem Auto eine umgebaute Pistole und ein Schlagring gelegen hätten. „Zum Selbstschutz“, wie der 58-Jährige sagte. Er sei bis kurz vor seiner Verhaftung Mitglied der Bandidos gewesen und sei einmal von Mitgliedern eines verfeindeten Rockerclubs angegriffen worden, die mit Baseballschlägern und Messern auf ihn los gegangen seien. Er habe sich knapp mit einem Sprung in sein Auto retten können. Danach habe er sich die Waffe gekauft. „Mir war klar, dass das verboten ist, aber mein eigenes Leben war mir wichtiger“, so Michael R.

Kokain statt Amphetamin

Zum Drogenhandel hatte Michael R. Folgendes zu sagen: Es ging um andere und weniger Drogen als angeklagt sind. Demnach habe er am 6. Mai von Carsten O. zehn Gramm Kokain für 400 Euro gekauft. „Für meine Geburtstagsfeier“. Dafür hätten er und seine Gäste zusammen gelegt. Am 4. Juli habe er letztmalig 100 Gramm Amphetamin von O. kaufen wollen. Zur Übergabe kam es nicht mehr.

Überteuerte Drogen

Er habe auch keine 4000 Euro an O. gezahlt, sagte der Berliner. Das Amphetamin in der Qualität hätte 1200 Euro gekostet. Warum Carsten O. anders ausgesagt hat, konnte sich Michael R. nur damit erklären, dass O. seinen Deal mit dem Gericht nicht gefährden wollte.

Eine Tat – zwei Aussagen

„Wir sind in der misslichen Lage, zu einer Tat zwei völlig unterschiedliche Aussagen zu haben“, sagte der Vorsitzende Richter Udo Lechtermann.

Zunächst blieb Carsten O. bei seiner vorherigen Aussage, korrigierte sie dann auf Nachfrage. Es sei richtig, dass R. bei ihm am 4. Juli nur 100 Gramm Amphetamin bestellt habe, er aber nur ein Kilogramm, das die Polizei dann fand, eingeschweißt vorrätig hatte. Er blieb aber dabei, R. zuvor ein Kilogramm Amphetamin für 4000 Euro verkauft zu haben – und kein Kokain.

Das Urteil wird für den 8. März erwartet.

Von Dagmar Simons

Als Mitglied der ehemaligen XY-Bande wurde Carsten O. 2006 wegen Drogenhandels zu einer Freiheitsstrafe von neun Jahren verurteilt. Jetzt hat er wieder gedealt und an den mitangeklagten Michael R. zwei Mal je ein Kilogramm Amphetamin verkauft. Seit Juli 2017 sitzen beide in Untersuchungshaft. O. konnte am Dienstag den Gerichtssaal als freier Mann verlassen.

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