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08:16 11.02.2017
Die Initiatorinnen der Ausstellung: Grit Pluskwig und Marlies Schmidt (v.l.) vom Verein Insolvenzhilfe Prignitz. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

„Besteht Armut darin kein Geld zu haben, aber eine Familie? Und besteht Reichtum darin, sich alles kaufen zu können, aber einsam zu sein?“, fragte Marlies Schmidt, die Dienststellenleiterin des Perleberger Insolvenzhilfe-Vereins Prignitz in die Runde. Nachdenklich schauen die Besucher auf die Bilder, die an den Wänden hängen.

Ein Mann steht in einer Suppenküche, eine Frau fährt Fahrrad, und ein Junge sitzt auf einem Bürgersteig, den Rücken an einen Zaun gelegt, und schaut weg. Die Bilder gehören zu der Wander-Fotoausstellung „Armut und Reichtum in unserer Heimat“, die der Verein entwickelt hat. Zur Zeit sind die Bilder in den Räumen der Partei Die Linken in Neuruppin zu sehen. Rund 20 Bilder zeigen auf unterschiedliche Weise, was Armut und was Reichtum bedeuten kann – jeweils nur mit einem kurzen Schlagwort betitelt.

Entstanden sind die Bilder während der präventiven Projektarbeit, wie Grit Pluskwig erzählt. Der Verein kümmert sich um Insolvenz-und Schuldnerberatung und klärt in Schulen und anderen Einrichtungen über Armutsvorbeugung und -bekämpfung auf.

Subjektive Darstellung

Die Bilder zeigen die Gedanken und Vorstellungen der Projektteilnehmer davon, was in ihren Augen Armut und Reichtum heißt. Zwei Mädchen sehen „Wahre Freundschaft“ als Reichtum. Beide strahlen von dem Bild herab. Sie stehen in einem Einkaufszentrum und haben Plastiktüten in der Hand. Unter dem Bild liegen kleine Karten. Auf der Vorderseite das gleiche Motiv auf der Rückseite steht: „Ist das wirklich wahre Freundschaft?“ Der Entstehungsgedanke der Protagonisten zum Bild. Abgedruckt auf einer kleinen Karte. Die beiden Fotos daneben zeigen eine Frau, die ihren Großeinkauf mit dem Fahrrad nach Hause fährt und ein anderes Mal mit dem Auto unterwegs ist. Für sie ist Reichtum: Mobilität. „Die Erfahrungen und das Leben spielten eine große Runde“, erklärt Marlies Schmidt die Motivwahl. „Auch die Generationen haben andere Vorstellung von Armut und Reichtum“, ergänzt sie.

„Es ist unglaublich, was alles für Luxus gehalten wird“, erzählt sie von zwei Bildern eines kleinen Jungen aus der Projektgruppe. „Auf einem Bild war nur ein Teller mit Spaghetti Bolognese, auf dem anderen Spaghetti Bolognese und Schokolade“, sagt sie und hält einen Moment inne. „Bei den Bildern können auch die Betrachter überlegen, was für sie Armut und Reichtum bedeutet“, verdeutlicht Marlies Schmidt das Anliegen der Ausstellung. „Man muss auch den Wert des Geldes schätzen lernen“, sagt sie.

„Ich finde es gut, dass sich auch junge Leute schon so früh mit dem Thema Armut auseinandersetzen“, sagt ein Besucher. Die Bilder regten zum Nachdenken an.

Eine Gemeinsamkeit

Alle Bilder der Ausstellung eint, dass das Leben durch materielle Dinge, wie ein Auto, vereinfacht wird, es aber nicht unbedingt besser macht. „Luxus...macht vieles leichter, aber nicht glücklich“, ist auch der Titel und der Gedanke eines Bildes von einer jungen Frau, die mit einem Glas Wein in einer Badewanne liegt und ein Schaumbad nimmt. „Die aktive Auseinandersetzung mit dem Thema ist wichtig“, sagt Marlies Schmidt.

Die Ausstellung ist noch bis zum 13. März in den Räumen der Linken in der Schinkelstraße 13 in Neuruppin zu sehen: dienstags und donnerstags von 10 bis 13 Uhr und von 14 bis 16 Uhr.

Von Lisa Neumann

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