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Neuruppin Ein Stück Himmel
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20:30 06.02.2013
NEURUPPIN

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Etwa 100 Gäste kamen gestern zur Vernissage von Reinhilde Dech. Die Künstlerin und Pädagogin lebt seit etwa zwei Wochen im „Haus Wegwarte“. Freunde und Bekannte, Eltern und Schüler aus Neustadt und der Umgebung waren zur Vernissage angereist – einige mit gemischten Gefühlen. Für viele war es eine neue, außergewöhnliche Erfahrung, die wahrscheinlich letzte Vernissage einer Künstlerin zu erleben. Sie wurden an diesem Nachmittag nicht von einer kranken, vom Krebs gezeichnete Frau begrüßt, sondern von einer zufriedenen, fast etwas hektischen Kunstpädagogin.

Mit enormer Energie, scheinbar voller Kraft, beschreibt sie die Techniken, erzählt, wie sie mit Holzbeize und Essigreiniger ungewöhnliche Strukturen auf der Glasplatte erzeugt. „Dann habe ich das Fotopapier darauf gelegt und vorsichtig abgezogen“, sagt sie. Dabei fällt ihr ein, dass sie nicht mehr weiß, was das für ein Papier war. Blatt für Blatt dieser eigenwilligen Kunstwerke zieht sie aus der Mappe. Sie lässt ihrer Fantasie freien Lauf, erzählt vom liebestrunkenen Pan, von der Nymphe Daphne, vom Baum mit der Katze. „Mit dieser Technik bekommt man in wenigen Augenblicken einen Picasso hin“, sagt sie und lacht. Im Flur bleibt sie vor einem ihrer Bilder stehen. Es ist eine Collage – goldfarbene Rechtecke und ein weit geöffnetes Auge mit langen Wimpern ergänzen die Farbgestaltung. „Trinkt, o Augen was die Wimper hält, vom goldenen Überfluss der Welt“ so lautet der Titel. Langsam beginnt die Malerin das Gedicht von Gottfried Keller, aus dem diese Zeilen stammen, zu sprechen: „Augen, meine lieben Fensterlein, gebt mir schon lange holden Schein. Lasset freundlich Bild und Bild herein, einmal werdet ihr verdunkelt sein.“ Sie kennt nicht nur die erste Strophe, sondern alle vier auswendig.

Schon kommen weitere Bilder – mal mit schrillen, mal mit gedämpften Farben, die dick und pastos die Leinwand bedecken oder dünn lasierend den Bildgrund durchscheinen lassen. Reinhilde Dech hat sie im Laufe ihres Lebens gemalt.

„Passen sie nicht wunderbar hierher“, sagt sie immer wieder voller Begeisterung und erzählt, wie sie vor etwa 14 Tagen zum ersten Mal in dieses Haus kam: „Als ich die Tür öffnete, war es für mich wie ein Stück Himmel. Ich bin absolut zufrieden, dass ich hier gelandet bin.“ Nur drei Tage waren vergangen als die krebskranke Frau mit der Ausstellungsidee zu Renate Schwarz kam. „Ich habe sie erst mal gebremst“, sagt die Hospizleiterin. „Später haben uns zusammengesetzt und gemeinsam mit Susanne Hoch darüber gesprochen. „Schließlich war es auch für uns eine völlig neue Erfahrung“, fügt die Koordinatorin des ambulanten Hospizdienstes hinzu. „Die meisten Menschen wollen ja geheim halten, dass sie im Hospiz leben.“

Das liegt Reinhilde Dech fern. Sie freut sich auf viele Ausstellungsbesucher und Interessenten für ihre Fotos und Drucke. Denn der Erlös ist für das Hospiz bestimmt.

Die Ausstellung ist voraussichtlich drei Monate im Hospiz in der Fehrbelliner Straße 38 zu sehen. (Von Cornelia Felsch)

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