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Neuruppin Eine Ausstellung zum Mitmachen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Eine Ausstellung zum Mitmachen
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00:30 18.03.2018
Maria Döring, Projektkoordinatorin (li), Dorothea Leicht, Stephanie Lehr (re) bereiten die neue Ausstellung im Museum Neuruppin vor. Quelle: FotoS: Peter Geisler
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Neuruppin

Zwei Jahre habe er gebraucht, um sich in Neuruppin heimisch zu fühlen, sagt ein Zugezogener in einem Video. Er ist einer von zwölf Mitwirkenden, die in einem Videointerview ihre Sicht auf Neuruppin offenbaren. Diese Interviews sind Teil des Projekts Durch-einander, an dem zwei Jahre lang mehrere Hundert Leute mit gearbeitet haben.

Eine gelebte Kooperation zwischen Museum und Esta

Der „Stadtdialog Neuruppin“ wurde vom Museum Neuruppin und dem Verein Esta Ruppin initiiert. „Es war und ist eine gelebte Kooperation, die sehr erfolgreich und fruchtbar ist“, sagt Museumsleiterin Maja Peers-Oeljeschläger. Gefördert wurde das Projekt von der Kulturstiftung des Bundes. Fünf Veranstaltungen gab es, an fünf unterschiedlichen Orten in der Fontanestadt. Viele Leute wurden befragt, viele Neuruppiner redeten über ihre Stadt, ihre Sicht und Erfahrung. Die Ergebnisse sind ab Sonntag im Museum Neuruppin zu sehen.

Keine normale Ausstellung, sondern ein Experiment

Noch sind nicht alle Schautafeln aufgestellt, die Videoinstallationen nicht angeschlossen. Doch es ist zu erkennen, dass es eine Ausstellung ist, die nicht alltäglich ist. Keine, in der der Besucher von Kunstwerk zu Kunstwerk geht und es auf sich wirken lässt, sondern ein Experiment, wie es die Organisatorinnen nennen. Denn die Gäste sind gefragt, sich einzubringen, ihr Bild über Neuruppin abzugeben, eigenes Erleben beizutragen.

Fünf Themen haben sich während der Vorarbeit heraus kristallisiert, die den Mitmachenden besonders am Herzen liegen.

Jeder kann mitmachen

Zu jedem Bereich gibt es einen einführenden Text, einen Film und eine Mitmach-Station. Unter der Überschrift „Woran erinnerst du dich“, haben 48 Personen ihre persönlichen Erinnerungen aufgeschrieben. Die Texte wurden zu einem Buch zusammengestellt, das noch viele weiße Blätter hat. Platz für weitere 70 ist noch vorhanden. „Wir sind optimistisch, dass sie beschrieben werden“, sagt Museumsmitarbeiterin Dorothea Leicht. Die Projektleiterin war überrascht von der Vielfältigkeit der Meinungen. Bei den zwölf Interviewpartnern haben sie Wert auf eine größtmögliche Bandbreite gelegt. Alter, Herkunft, Bildungsgrad, vom Gymnasiasten über zwei syrische Flüchtlinge bis hin zum alteingesessenen Neuruppiner und Zugezogenen spiegelt sich die Bevölkerungsstruktur wieder. Dementsprechend vielfältig ist auch die Sichtweise auf Neuruppin. „Es gibt nicht nur ein Neuruppin, sondern ganz viele, die auch teilweise widersprüchlich sind“, sagt Dorothea Leicht.

Wer fühlt sich als Neuruppiner?

Auch die Frage, ob man sich als Neuruppiner fühlt und sich zugehörig sieht, wurde unterschiedlich beantwortet. Manche empfinden sich als Teil der Stadt, erleben diese als offen und tolerant wie zwei syrische Flüchtlinge. Sie sehen Neuruppin als ihre neue Heimat. Eine andere Befragte fühlt sich nicht immer angenommen. Oft frage sie sich, was sie hier eigentlich mache.

Zuhause ist für jeden etwas anderes

Um das ganz private Zuhause geht es an einer anderen Station. Dort können die Besucher das, was für sie Zuhause ausmacht, mit Schablonen nachstellen. Eine Umfrage zeigt auch hier die Vielfalt an Meinungen. Für einen stellt sich das Gefühl ein, wenn er in eine Decke eingewickelt auf seiner Couch liegt, für eine andere, wenn sie mit ihrem Partner zusammen ist, für einen Kurden ist es die Fahne seines Heimatlandes, das ihm ein Zuhausegefühl fernab der Heimat vermittelt.

Natur und Nachhaltigkeit

Eine andere Station beschäftigt sich mit dem Thema Natur und Nachhaltigkeit. Dazu passend bietet das Museum als Begleitprogramm einen Urban-Gardening- Workshop für Schulklassen an. Unter Anleitung können die Schüler ein Hochbeet nachbauen und bepflanzen. Um bereits die Jüngsten an dieses Thema heranzuführen, können Klassen auch Patenschaften über Hochbeete im Stadtbereich übernehmen.

Begleitend zu der Ausstellung gibt es Führungen sowie themenbezogene Veranstaltungen wie Lesungen, aber auch die Einweihung des Wildkräuterpfades im Stadtpark.

Das Neuruppin der Zukunft

In der Mitte des Ausstellungsraumes ist eine zentrale „Zukunftsvision“ aufgebaut. Dort kann jeder seine Vorstellungen vom Neuruppin der Zukunft aufschreiben, aufmalen oder basteln, ganz nach seinem Geschmack und seinen Ideen.

Nicht nur gucken, sondern mitmachen

„Wir wünschen uns viele aktive Besucher, die nicht nur kommen und gucken, sondern mitmachen“, sagt Maja Peers-Oeljeschläger. Deshalb lohnt es sich, während der Dauer der Ausstellung vielleicht mehrfach das Museum zu besuchen. „Um zu sehen, wie die Ausstellung wächst“, empfiehlt die Museumsleiterin. Denn, dass die Neuruppiner an ihrer Stadt und deren Entwicklung hängen, hat sich bereits am Interesse in der zweijährigen Arbeitsphase gezeigt.

Von Dagmar Simons

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