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Neuruppin Fontane macht Neuruppins Museum teurer
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Fontane macht Neuruppins Museum teurer
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16:59 08.11.2018
Vor wenige Jahren hat Neuruppin für rund sieben Millionen das Museum aufwändig saniert und erweitert. 2019 wird es zum Zentrum des Fontanejahres. Quelle: Henry Mundt/Archiv
Neuruppin

Es ist gerade einmal drei Jahr eher, dass das Neuruppiner Museum nach aufwändiger Komplettsanierung wiedereröffnet wurde. Rund sieben Millionen Euro hat die Stadt Neuruppin damals in das Haus gesteckt. Jetzt muss sie erneut mehrere Hunderttausend Euro ausgeben. Grund dafür ist offenbar der Zustand des Kellers.

„Wir kriegen die Feuchtigkeit einfach nicht in den Griff“, sagt Museumsleiterin Maja Peers-Oeljeschläger. Weil das Gebäude keine effektive Abdichtung hat, dringt immer wieder Wasser in die Wände.

Dass das so sein wird, war eigentlich schon bei der Sanierung 2014 und 2015 klar. Damals waren die Planer jedoch davon ausgegangen, dass die Nässe kein zu großes Problem wird, weil die Räume im Keller ohnehin nur für bestimmte Objekte genutzt werden sollten, die dadurch keine Schäden nehmen würden.

Feuchtigkeit in den Kellerräumen

Tatsächlich sind die Kellerräume heute aber ein wichtiger Teil der Dauerausstellung – und die Feuchtigkeit durchaus schwierig. Deshalb soll das Museum nun doch eine Feuchtigkeitssperre von außen bekommen.

Weil der Keller weiter feucht ist, will die Stadt dort 2020 erneut sanieren lassen – für rund 250.000 Euro. Quelle: Henry Mundt/Archiv

„Die Arbeiten sollen 2020 realisiert werden und sind mit 250.000 Euro veranschlagt“, bestätigte Stadtsprecherin Michaela Ott. Im Fontanejahr soll das Museum in Neuruppin auf keinen Fall Baustelle sein. Immerhin entsteht hier der Kern der Fontanefeiern: die zentrale Leitausstellung des Landes Brandenburg zum 200. Geburtstag des großen märkischen Dichters.

Die Ausstellung wird teuer und aufwändig. So aufwändig, dass das Museum für ihren Aufbau mehrere Monate lang geschlossen wird, kündigte Neuruppins offizieller Fontane-Botschafter Mario Zetzsche jetzt im Kulturbeirat der Stadt an. Vom 31. Dezember bis 29. März kann das Museum an der August-Bebel-Straße nicht besichtigt werden.

Ein Teil der Dauerausstellung wird abgebaut

Die zentrale Ausstellung zum Fontanejubiläum wird nicht das gesamte Haus in Anspruch nehmen, aber einen großen Teil, sagt Maja Peers-Oeljeschläger. Objekte, die Theodor Fontane zu seiner Zeit schon erlebt haben könnte, sollen auch 2019 zu sehen sein.

Der zeitgenössische Teil der Dauerausstellung muss dagegen vorübergehend für die große Schau zum Fontanejahr weichen. Auch der Raum der Bilderbogenschau wird dafür benötigt und der Raum für Sonderausstellungen im Obergeschoss des Museumsanbaus, sagt Maja Peers-Oeljeschläger.

Gästeführer aus ganz Brandenburg erwartet

Stadt- und Gästeführer aus ganz Brandenburg bekommen in der kommenden Woche schon einmal einen Vorgeschmack auf das, was die Besucher im kommenden Jahr in Neuruppin erwartet. Die Stadtverwaltung hat für Montag, 12. November, gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen zu einer Fortbildung zum Fontanejahr nach Neuruppin eingeladen.

Solche Veranstaltungen fanden auch in der Vergangenheit schon mehrfach statt. Doch noch nie war das Interesse daran so groß wie diesmal, heißt es aus dem Rathaus. „Bis heute haben sich 94 Stadt- und Gästeführer angemeldet“, sagt Mario Zetzsche.

Eintrittspreis steigt deutlich

Wenn den Besuchern im nächsten Jahr mehr geboten wird, müssen sie auch tiefer in die Tasche greifen. Der Eintritt im Museum steigt um 70 Prozent. Statt bisher 5 Euro zahlen Erwachsene 2019 dann 8,50 Euro. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren haben freien Eintritt, ebenso Hartz-IV-Empfänger und Mitglieder des Fördervereins des Museums. Jeden Mittwochabend können alle Ruppiner kostenlos die Ausstellung besichtigen.

Das höhere Eintrittsgeld ist unumgänglich, sagt Museumsleiterin Peers-Oeljeschläger. Das Geld für die Ausstellung kommt als Zuschuss von der Kulturstiftung des Bundes und dem Land. Beide fordern, dass sich die Stadt beteiligt. Peers-Oeljeschläger: „Wir brauchen das Eintrittsgeld als Eigenanteil.“

Von Reyk Grunow

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