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Neuruppin Warum Neuruppins Einwohnerzahl gesunken ist
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Warum Neuruppins Einwohnerzahl gesunken ist
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16:31 30.01.2019
Während viele Stadtteile Neuruppins Einwohner verloren haben, hat die Altstadt 2017 und 2018 stadtweit am meisten Bewohner gewonnen. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Die Einwohnerzahl der Stadt Neuruppin ist im Jahr 2018 im Vergleich zu 2017 um insgesamt 24 Einwohner geschrumpft. Das geht aus der Einwohnerstatistik 2018 hervor, die die Stadt Neuruppin am Dienstag veröffentlicht hat.

Im Detail heißt das, dass am 31. Dezember 2018 insgesamt 31.595 Menschen in der Stadt Neuruppin und ihren 13 Ortsteilen gelebt haben, während es am gleichen Stichtag in 2017 noch 31.619 Bewohner gewesen sind.

In der Stadt Neuruppin haben dabei vor allem die Altstadt, der Wohnkomplex 2 und die Bahnhofsvorstadt am meisten an Einwohnern zugelegt: 78 Menschen haben es sich im vergangenen Jahr zusätzlich in der Altstadt bequem gemacht, die mit 5.244 Menschen der bevölkerungsreichste Bezirk der Stadt bleibt.

Die Bevölkerungsentwicklung der Stadt Neuruppin von 1991 bis 2018 im Überblick Quelle: Stadt Neuruppin

„Altstadt von Neuruppin besitzt größte Anziehungskraft“

Darauf folgt der Wohnkomplex 2 im Neubaugebiet, der 2018 34 neue Bewohner gewonnen und Ende 2018 insgesamt 3.979 Einwohner verzeichnet hat.

Die Bahnhofsvorstadt nordwestlich der Altstadt legt um 22 Personen zu, ist hinter dem Wohnkomplex 3 nun das am vierthäufigsten besiedelte Gebiet der Fontanestadt. Die Altstadt erwies sich bereits in 2017 als Einwohnermagnet, als sie einen Zuwachs von 54 Menschen verzeichnen konnte.

„Die Altstadt besitzt offensichtlich, was Lebensqualität mit viel Infrastruktur aller Art angeht, die größte Anziehungskraft. Hier ist auch der Wohnungsleerstand am geringsten“, sagt Arne Krohn, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Neuruppin.

Neuruppiner Stadtteil Treskow mit größtem Einwohnerverlust

An der Attraktivität der Altstadt partizipiere auch die Bahnhofsvorstadt und der Wohnkomplex 2, wobei Letzterer vor allem auch durch günstige Mietpreise überzeugen könne, so Krohn weiter.

Doch nicht alle Stadtteile Neuruppins sind gewachsen. Die größten Verluste zu 2017 verzeichnet Treskow, das 13 Prozent seiner Bevölkerung verloren hat.

Dies begründet die Stadt mit der gesunkenen Einwohnerzahl in den Flüchtlingswohnheimen: „In Treskow hat es einen Einwohnerverlust von 113 Einwohnern gegeben, die in den Flüchtlingswohnheimen in der Erick-Dieckhoff-Straße und der Martin-Ebell-Straße gelebt haben“, sagt Krohn. Gleichzeitig ist die Einwohnerzahl in der Vorstadt Süd ebenso um elf Menschen gesunken wie im Wohnkomplex 1.

Bevölkerungsrückgang im Ortsteil Alt Ruppin

Auch in den Ortsteilen Neuruppins gibt es unterschiedliche Bevölkerungsentwicklungen. Während 7 von 13 Ortsteilen wenige Einwohner verloren haben, leben Ende 2018 neun Menschen mehr in Gühlen-Glienicke.

Am stärksten von allen Ortsteilen hat Alt Ruppin an Einwohnern eingebüßt. Im Vergleich zu 2017 ist die Bevölkerungszahl hier um 21 Menschen auf insgesamt 2.558 Einwohner gesunken.

Laut des stellvertetenden Bürgermeisters Krohn „Verluste, die auf den demografischen Wandel zurückzuführen sind“. Alt Ruppin bleibt damit dennoch der mit Abstand größte Ortsteil Neuruppins. In allen Ortsteilen leben insgesamt 6.374 Menschen, also rund ein Fünftel der Gesamtbevölkerung der Stadt.

Begünstigen Studierende die Altersstruktur der Stadt?

Dabei gestaltet sich die Geschlechts- und Altersstruktur der Stadt wie folgt: Insgesamt leben 16.125 Frauen und 15.470 Männer in der Fontanestadt.

Den größten Anteil machen dabei die 25- bis 65-Jährigen aus, nämlich insgesamt 17.250 Einwohner, das sind rund 54 Prozent der Gesamtbevölkerung Neuruppins. Zudem sind rund 8.000 Senioren Einwohner der Stadt, etwa 4.300 von ihnen 75 Jahre und älter, die wiederum rund 25 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen.

Interessant: Während es in der Mehrheit der Altersgruppen leichte Einwohnerverluste von 2017 zu 2018 gegeben hat, ist die Zahl der Einwohner bei den 18- bis 25-Jährigen um 85 Menschen auf 1.685 Personen gestiegen. Womöglich haben Neuruppins Studierende hier zu einem leichten Anstieg beigetragen. Darüber hinaus ist die Einwohnerzahl bei den 65- bis 75-Jährigen und den über 75-Jährigen um insgesamt 210 Menschen gewachsen.

Einwohnerentwicklung zeigt erfreuliche Kontinuität“

Mit 31.595 Einwohnern sinkt die Einwohnerzahl Neuruppins seit 2016 weiter leicht, wo 31.757 Menschen in der Stadt und ihren Ortsteilen gewohnt haben.

Dabei betrug der Bevölkerungsrückgang von 2016 zu 2017 noch 138 Personen, hat sich also von 2017 zu 2018 verringert. Ein Trend, der Arne Krohn positiv stimmt: „Die Einwohnerentwicklung zeigt eine erfreuliche Kontinuität. Wir hoffen immer darauf, dass die Einwohnerzahlen stabil bleiben und nicht sinken. Es ist sehr erfreulich, die aktuelle Entwicklung auch als Ergebnis einer guten Stadtpolitik zu begründen.“

Bevölkerungsprognose sagt Rückgang bis 2030 voraus

Die Einwohnerentwicklung Neuruppins nach Staatsangehörigkeit hat sich in diesem Zeitraum insofern verändert, als dass nun 30.297 Menschen mit deutscher sowie 1.298 Menschen mit einer anderen Staatsbürgerschaft hier zuhause sind.

Die aktuelle Bevölkerungsstatistik für Neuruppin widerspricht der Bevölkerungsprognose des Landes Brandenburg für 2017 bis 2030 für die Stadt.

Diese hatte bis 2020 einen Einwohneranstieg bis 31.300 Menschen angegeben: Einen Wert, den die Stadt längst überschritten hat, zumal die Bevölkerungszahl derzeit wieder leicht sinkt, statt anzusteigen. Gemäß der Vorhersage des Landes soll die Bevölkerungszahl von 2020 bis 2030 auf unter 30.500 Einwohner sinken.

Von Fabian Lamster

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