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Neuruppin Esta Neuruppin stellt Projekt „Facetten des Glaubens“ vor
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Esta Neuruppin stellt Projekt „Facetten des Glaubens“ vor
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17:35 09.07.2018
Das Team für „Facetten des Glaubens", v. l.: Christiane Schulz, Dennis Müller, Maria Döring und Maher Azzam. Quelle: Annika Jensen
Neuruppin

Wie lebe ich meine Religion im Alltag? Wie gehe ich mit Diskriminierung um? Wie reagiere ich auf interkulturelle Konflikte? Wie erkenne ich rechtzeitig Radikalisierungsprozesse?

Allen diesen Fragen will sich der Verein „Einsetzen statt Aussetzen“ (Esta Ruppin) stellen – und vor allem möchte er Bürgern dabei helfen, sie anzugehen. Sein Werkzeug dafür: Das neue präventive Projekt „Facetten des Glaubens“, das vor allem an der muslimischen Bevölkerung orientiert ist.

Es ist auf zwei Jahre angelegt und wird im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben“ vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Auch der Kirchenkreis und die evangelische Landeskirche sowie die Landesregierung geben Geld dazu. Insgesamt sind es für beide Jahre etwa 300.000 Euro.

Die drei Säulen des Projektes

Die vier hauptamtlichen Mitarbeiter des Projektes, Pfarrerin und Leiterin des Projektes Christiane Schulz, Islamwissenschaftler Dennis Müller, Lehrer Maher Azzam und Esta-Mitarbeiterin Maria Döring planen seit Beginn des Jahres. Sie haben sich auf drei Säulen geeinigt: 1. Beratung in Fragen von Diskriminierung oder Integration der religiösen Riten im Alltag. 2. Schul- und Jugendarbeit mittels Projekttagen: Diskussion mit jungen Menschen darüber, was Vorurteile, Diskriminierung, Radikalisierung bedeutet. 3. Eine mobile Ausstellung, die sich mit all diesen Themen beschäftigt. Ab Sommer nächsten Jahres soll sie in ganz Brandenburg touren.

Die Angebote stehen Menschen aller Konfessionen oder auch konfessionslosen Bürgern offen. Sie sollen sich damit auseinandersetzen können, wie sich interkulturelle und interreligiöse Konflikte vermeiden lassen können. Es soll ihnen auch die Möglichkeit gegeben werden, sich mit den eigenen Vorurteilen auseinanderzusetzen.

„Was ist uns gemeinsam, jenseits aller Schubalden?“

Doch es geht dem Team um Christiane Schulz nicht vorrangig um Religion, sondern – und das sagt auch der Name des Projektes – um die unterschiedlichen Facetten des Glaubens. „Wir sind eine glaubensgetränkte Gesellschaft wie selten in den letzten 50 Jahren“, sagt Christiane Schulz. „Es ist aber wenigen Menschen bewusst, was das macht. Das Wort ‚Glauben’ kann eine religiöse, politische, wirtschaftliche oder kulturelle Komponente haben. Und darüber sollten wir ins Gespräch kommen, um bestehende Vorurteile zu überwinden.“

Schulz geht es nicht vordergründig darum, Religion vorzustellen. „Wir wollen einfach schauen, was uns gemeinsam wichtig ist, jenseits aller Schubladen.“ In diesem Sinne sei die Beratung für jeden offen, ob religiös oder nicht.

Beratungen in Neuruppin, Kyritz und Rheinsberg

Und doch: Die Hauptzielgruppe des Projektes sind muslimische Eltern, Jugendliche und ihre Angehörigen. „Es fokussiert sich gerade sehr auf die muslimischen Bürger, aufgrund der gesellschaftlichen Umstände“, sagt Schulz.

Auch wenn das Projekt nun offiziell vorgestellt wurde: Die Beratungen laufen bereits. Sie werden in Neuruppin und Kyritz angeboten. Bald soll Rheinsberg dazukommen. Auch gehen Schulz und ihr Team, zu dem auch einige Ehrenamtliche gehören, bereits in Schulen und bewerben das Projekt.

„Wie in jeder Art von Präventionsarbeit erhoffe ich mir auch von unserem Projekt, dass wir Denkanstöße geben können“, sagt Islamwissenschaftler Dennis Müller. „Ich erwarte nicht, dass es die Menschen total verändert. Aber ich hoffe, dass sie über ihre eigenen Positionen nachdenken.“

Von Annika Jensen

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