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Neuruppin Feuerteufel ging um
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Feuerteufel ging um
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00:33 22.03.2018
Quelle: dpa
Lindow

Acht ausgebrannte Autos, ein abgebrannter Holzschuppen und ein Wohnwagen: Das ist die Bilanz einer Brandserie, die die kleine Stadt Lindow vom 21. August 2017 an heimsuchte. Als Sebastian D. und Martin L. am 13. Oktober zunächst fünf Autos und dann einen Schuppen am Lindower Bahnhof anzündeten, wurden sie festgenommen. Sie waren zuvor observiert worden.

Nur kurz zu zweit auf der Anklagebank

Seit Montag müssen sich die beiden vor dem Landgericht Neuruppin verantworten. Allerdings saßen sie nicht lange zu zweit auf der Anklagebank. Nachdem Martin L. sein bisheriges Leben geschildert hatte, kamen dem Gericht Zweifel an seiner Schuldfähigkeit. Der 30-Jährige soll nun erst einmal psychiatrisch begutachtet werden.

Ein Angeklagter soll psychiatrisch begutachtet werden

Wie der gelernte Beikoch berichtete, hat er drei Selbstmordversuche hinter sich, den letzten in der Untersuchungshaft. Bis kurz vor seiner Festnahme nahm er offenbar Antidepressiva. Er habe eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung des Borderline-Typs, sagte Martin L. Eine Störung, die auch durch Impulsivität, instabile zwischenmenschliche Beziehungen und Stimmungswechsel gekennzeichnet ist. Gegen den 30-Jährigen soll nun später verhandelt werden.

Umfassend geständig

Sein 23-jähriger Kumpel Sebastian D. gab die Taten zu. Im Gegenzug hatte ihm das Gericht eine Strafe von mindestens drei Jahren und drei Monaten und höchstens drei Jahren und acht Monaten zugesagt.

Normale Kindheit endete jäh

Der in Pritzwalk geborene Sebastian D. hatte wohl eine normale Kindheit. Die nahm mit einem Unfall seines Vaters ein jähes Ende, als er zehn Jahre alt war. Der Vater wurde während der Arbeit in Wittstock überfallen und schwer verletzt, mutmaßlich von dem Mann, der demnächst wegen Mordes an einer Alt Ruppinerin vor Gericht steht. Sebastian D. und seine beiden Schwestern kamen ins Heim, weil, wie er sagte, seine Mutter nicht in der Lage war, sich neben der Arbeit um die drei Kinder zu kümmern. Sechseinhalb Jahre verbrachte er im Heim, schwänzte die Schule, hangelte sich von Job zu Job. Seit Juli 2016 lebt D. in Lindow. Dorthin zog ein Jahr später auch Martin L., den er von früher kannte.

Gemeinsam beschlossen, Brände zu legen

Gemeinsam hatten sie den Plan, Brände zu legen. „Wie kommt man auf so eine hirnrissige Idee?“, wollte Richter Gunter Scharf wissen. Schweigen. Dann: „Aus Langeweile“. Und auf Nachfrage: „Neid war ein leichter Hintergrund“. Anderen etwas nicht zu gönnen, was man sich selbst nicht leisten kann, soll Sebastian D. früher als Motiv angegeben haben.

Acht Autos brannten aus

In zwei Gartensparten am Gudelacksee legten sie Feuer. „Ich habe jahrelang nach einem Grundstück gesucht, endlich eines gefunden und begonnen, es herzurichten“, sagte Sabrina D. Dann legten die Angeklagten alles in Schutt und Asche. Gleich zweimal brannte es bei einem Lindower Autohandel. Wie Jörg T., ein Angestellter, sagte, waren ihnen bereits nach der ersten Tat die Namen der mutmaßlichen Brandstifter bekannt und auch, dass bald wieder etwas passieren sollte. Diese Informationen hätten sie an die Polizei weitergegeben. Passiert sei nichts. Am Donnerstag soll das Urteil verkündet werden.

Von Dagmar Simons

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