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Neuruppin Schwierige Fälle für Fischereiaufseher
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Schwierige Fälle für Fischereiaufseher
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00:18 19.03.2019
Björn Baldschun stellte neue technische Geräte für das Angelhobby vor. Quelle: Cornelia Felsch
Neuruppin

Man lernt im Leben nie aus – das gilt auch für die Fischereiaufseher, die im Landkreis Ostprignitz-Ruppin unterwegs sind. Welche Möglichkeiten der technische Fortschritt für die Angler bereit hält, erfuhren die Ehrenamtler bei der 25. Fischereiaufseherschulung in Kunsterspring von Fischereiaufseher Thomas Rohr.

Die schwarze geheimnisvolle Kugel, die er in die Höhe hält, ist ein Echolot. Es sendet in einem bestimmten Winkel ein akustisches Signal aus, das von getroffenen Objekten reflektiert wird. Auf einem Display werden die Signale aufgezeichnet.

Waren Fischfinder und Echolote bisher nur etwas für Angler, die ein Boot benutzen, so haben seit einigen Jahren auch Petrijünger vom Ufer aus eine Chance, Raubfische zu finden. „Die Kugel kann am Boot installiert werden oder auch am Haken zu Wasser gelassen werden“, sagt Thomas Rohr. „Und sie funktionieren mit eurem Smartphone.“ Auch Thermometer können beim Auffinden von Fischen hilfreich sein, denn die Kenntnisse über Temperaturen im Wasser an verschiedenen Angelstellen können zu größerem Angelerfolg verhelfen.

Echolot und Thermometer helfen beim Auffinden von Fischen

Was aussieht wie ein supermoderner Modellflitzer, entpuppt sich als Futterboot, zum Ausbringen von Fischfutter. Mit Hilfe der Fernsteuerung kann es punktgenau im See abgelassen werden. Davon gibt es viele verschiedene Arten – mit oder ohne Kamera, teilweise mit Echoloten ausgestattet. „Im schlimmsten Fall kann man dafür 6000 Euro hinlegen“, sagt Thomas Rohr.

Etwa ein Meter große Geräte fassen etwa neun bis zehn Kilogramm Futter. Für den Fischereiaufseher interessant zu wissen, denn die Sache hat einen Haken: „In der Gewässerordnung des Landesanglerverbandes Brandenburg ist klar geregelt, wie viel Futter ich mitnehmen darf“, sagt der Fischereiaufseher.

„Maximal zwei Kilogramm Trocken- oder Nassfutter pro Tag.“ Nicht so eindeutig geregelt ist hingegen die Antwort auf die Frage: Wie soll ein Aufseher reagieren, wenn er feststellt, dass ein Angler gegen diese Regelung verstößt? Zumal der Fischereiberechtigte auf seinem Gewässer auch ein generelles Futterverbot veranlassen kann, wenn es zum Beispiel einen warmen Sommer wie im vergangenen Jahr gibt und die Gewässer darunter leiden.

Fischereiaufsicht wichtig für Gewässer und Fischbestand

Auf der Schulung führten diese Fragen zu einer heißen Diskussion. „Ja, Fischereiaufsicht macht nicht immer Spaß, aber Ihr habt Euch dafür entschieden“, sagte Thomas Rohr. Andreas Sidow von der Unteren Fischereibehörde des Landkreises Ostprignitz-Ruppin appelliert an die Ehrenamtler: „Macht den Anglern klar, dass sie mit ihrem Verhalten nicht nur der Natur schaden, sondern auch der gesamten Anglerschaft. Man kann an den Gewässern nicht seine eigene Meinung durchsetzen, sondern muss sich an Gesetze halten.“

Dass dies nicht alle Angler tun, beweist die Zahl der Anzeigenhäufigkeit im vergangenen Jahr – insgesamt erfolgten 47 Anzeigen durch 14 Fischereiaufseher im Landkreis. Im Jahr zuvor waren es allerdings noch 86 Anzeigen. Ein Rückgang um 45 Prozent. Für Andreas Sidow aber nicht der Beweis, dass die Angler sich jetzt vorbildlicher verhalten.

30 Ordnungswidrigkeitsverfahren im Jahr 2018

Mit seiner Kritik wendet er sich an einige Fischereiaufseher, die so gut wie nie in Erscheinung treten. Insgesamt 30 Ordnungswidrigkeitsverfahren brachten dem Landkreis rund 1144 Euro ein. Außerdem wurden 26 Angeln eingezogen und an den Kreisanglerverband Neuruppin sowie ein Kinderheim abgegeben.

Erfreuliche Informationen gab es bezüglich der neuen Brandenburgischen Elektro-Motorbootverordnung. Der Landesanglerverband hatte sich in den vergangenen Jahren immer wieder darum bemüht, eine unbürokratische Änderung des Wassergesetzes herbei zu führen, die Anglern auf stehenden, nicht schiffbaren Gewässern, die Nutzung eines Elektromotors erleichtert.

Benutzt werden dürfen Boote mit Elektromotoren-Antrieb bis zu einer Leistungsgrenze von einem Kilowatt. Badestellen dürfen in der Badesaison allerdings nicht befahren werden und auch Bestände von Wasserpflanzen sind geschützt.

Hakengröße an Friedfischangeln obliegt Gesetzen

Schwierigkeiten birgt für die Fischereiaufseher oft die Frage, wie eine Friedfischangel beschaffen sein muss. Entsprechend der Gewässerordnung des Landesanglerverbands darf maximal die Haken- Größe 8 verwendet werden, bestückt mit pflanzlichen, synthetischen oder tierischen Ködern.

Doch das ist ein weites Feld und nicht immer ganz eindeutig zu definieren. In der Fischereiordnung des Landes Brandenburg steht unter § 7: „Beim Fischen von Friedfischen mit tierischen oder pflanzlichen Ködern darf die Handangel nur einen einschenkligen Haken haben.

Der Abstand zwischen Hakenspitze und Schenkel darf dabei fünf Millimeter nicht überschreiten.“ Fischereiaufseher Thomas Rohr rät den Kollegen, immer einen Zollstock einzustecken, denn auf die Hakengröße, die auf der Verpackung stehe, könne man sich dann doch nicht immer verlassen.

Rechte und Pflichten des Fischereiaufsehers

Rund 70 Fischereiaufseher gibt es im Landkreis Ostprignitz-Ruppin.

Der Fischereiaufseher ist berechtigt, Fischereischeine und Fischerei-Erlaubnisscheine zu kontrollieren. Er darf jeden, der angelt oder sich mit einem fangfertigen Gerät am Gewässer aufhält, kontrollieren.

Er überwacht die Einhaltung der Fangbeschränkungen, insbesondere Schonzeiten und Mindestmaße.

Der Fischereiaufseher achtet darauf, dass tierschutzrechtliche Vorschriften eingehalten werden und dass der Angler gesetzliche Vorschriften beachtet.

Auch die beim Fischfang verwendeten Fanggeräte, die Fische sowie die Behälter, werden von ihm kontrolliert.

Auf Verlangen muss sich der Fischereiaufseher ausweisen. Bewerber für das Ehrenamt sollten Inhaber eines gültigen Fischereischeins sein und sich vor allem mit dem Fischereigesetz des Landes Branden, §17 zum Fischereischein auskennen.

Von Cornelia Felsch

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