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Neuruppin Flüchtlinge studieren gemeinsam mit Deutschen eigene Rapsongs ein
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Flüchtlinge studieren gemeinsam mit Deutschen eigene Rapsongs ein
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02:15 06.11.2017
Meron Tafari (l.) und Jonas Kleßny haben gemeinsam einen Rap-Song geschrieben und sind Freunde geworden. Quelle: Jonas Nayda
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Rheinsberg

Ein Thema ist bei Jugendlichen immer besonders wichtig: Liebe. Die Liebe inspirierte auch Salim Khan (17) aus Afghanistan zu einem einfachen kleinen Lied: „Was ist Liebe? Alle haben eine Freundin, aber ich warte. Ich freue mich auf dich, meine Freundin.“ Diese Zeilen spricht Salim ruhig und rhythmisch ins Mikrofon. Im Hintergrund ertönt dazu ein Schlagzeug und ein paar Akkorde aus der Musikanlage, das ist sein Beat.

Salim ist vor dem Krieg geflohen. Er ist seit einem Jahr als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling in Deutschland. Mit 15 anderen Flüchtlingen im Alter von 16 bis 19 Jahren hat er vergangene Woche in der DGB-Jugendbildungsstätte Flecken Zechlin drei Tage „Klassenfahrt“ erlebt. Mit dabei waren auch deutsche Jugendliche aus der Region. Sie haben mit den Jungs und Mädchen eigene Texte geschrieben und Lieder einstudiert. Was dabei heraus kam, präsentierten sie am Donnerstagabend im Restaurant „Grünzeug’s“ in Rheinsberg.

Meron (19) und Jonas (17) standen gemeinsam auf der Bühne. Das Thema ihres Songs war Frieden und Menschlichkeit. Die beiden wechseln sich Strophe für Strophe ab. Am Ende steht ein starkes Statement: „Es gibt keine Flüchtlinge, sondern nur Menschen. Wir sind alle gleich.“

Meron stammt aus Eritrea und ist vor Hunger und Bürgerkrieg geflohen. In Deutschland geht er nun zur Schule und lernt die Sprache. Das dreitägige Camp in Flecken Zechlin hat ihm sehr geholfen. „Ich habe das erste Mal in meinem Leben gerappt. Der deutsche Satzbau ist schwer, aber Jonas hat mir geholfen.“

Einen Lieblingsrapper hat Meron nicht. Jonas bemerkt, dass die beiden doch jetzt selbst Rapper sind und sich gegenseitig als Lieblingsrapper nehmen könnten und Meron stimmt gerne zu.

Das Restaurant „Grünzeugs“ in Rheinsberg ist gut besucht an diesem Abend. Die Gäste hören insgesamt fünf Lieder und eine Geschichte. Die Workshopleiterin Nicole Kleine ist sehr zufrieden: „Die letzten Tage waren intensiv, aber es ist toll, dass die Jugendlichen sich trauen, schon nach so kurzer Zeit vor Publikum aufzutreten.“

Zu den drei Tagen in Flecken Zechlin gehörte auch ein kleiner Sprachkurs. Hier konnten die Flüchtlinge außerhalb der Schule nützliche Tricks lernen, wie sie sich manche grammatikalischen Regeln besser merken können. Der Deutschlehrer Michael Fuhrmann war begeistert von der Atmosphäre im Camp. Denn obwohl Schulferien sind, hätten die Jugendlichen alle freiwillig und gerne an dem Workshop teilgenommen.

„Als Lehrer bekommt man selten so viel Interesse und auch Dankbarkeit von den Schülern“, sagt Fuhrmann. Er ist sich sicher, im regulären Schulunterricht kommt die individuelle Förderung oft zu kurz. Das Lernen gleichzeitig auch mit einem musikalischen Element zu verbinden, findet er gut.

Die Idee dazu stammt von der Initiative „Einstieg Oberhavel“, einem Projekt der DGB-Jugendbildungsstätte Flecken Zechlin. Mit Hilfe der Initiative soll jungen Flüchtlingen der Einstieg in eine Ausbildung oder eine weiterführende Schule erleichtert werden. Deutschlernen gehört da genauso dazu wie Praktika oder Workshops.

Die 16 Flüchtlinge haben in den vergangenen Tagen nicht nur große Fortschritte mit der deutschen Sprache gemacht, sondern auch viele neue Freunde gefunden. Es ist nicht ausgeschlossen, dass der eine oder andere Jugendliche in Zukunft weiter auf Deutsch rappen wird.

Von Jonas Nayda

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