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Neuruppin Fontane - als Rock, Rap, Romanze, Reggae
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Fontane - als Rock, Rap, Romanze, Reggae
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00:33 02.05.2018
Die Teilnehmer des Fontane Song Contests. Quelle: Regine Buddeke
Neuruppin

Die Halbstarken legen los: keine leichte Aufgabe, Fontanes Gedicht „John Maynard“ zu vertonen. Die Angermünder Schüler haben es gewagt. Und gewonnen. Sie sind eine der drei Bands, die sich am Samstag beim Fontane Song Contest im Neuruppiner Jugendfreizeitzentrum JFZ für einen Preis qualifiziert haben. Und dafür, den definitiven Fontane-Song geschrieben zu haben. Es sollte englisch-irisch klingen, daher sei die Geige mit im Spiel gewesen – so ist zu erfahren. Und ein bisschen nach Seemannslied – daher das Akkordeon.

Es soll der Song zum Fontane-Jubiläum werden. Und zur Beschäftigung mit dem Dichter anregen. 17 Bands haben sich mit ihren Songs angemeldet, 10 sind am Samstag ins neuruppiner JFZ gekommen, um ihr Werk vorzustellen: aus Angermünde und Potsdam, Neustadt und Wittstock, Neuruppin, Hohen Neuendorf und Hamburg.

Die Halbstarken sind eine von 17 Bands, die einen selbst geschriebenen Song eingereicht haben – zehn sind am Samstag allerdings nur gekommen, um sich der fünfköpfigen Jury und dem Publikums-Voting zu stellen. Davon zwei außer Konkurrenz, weil sie die 20 Jahre Höchstalter lange überschritten haben.

Die Beiträge sind höchst unterschiedlich: Manche haben nicht nur selbst komponiert, sondern auch selbst getextet – natürlich mit Fontane im Fokus.

Die 13-jährige Clara Mehnert singt ein lyrisches Gedicht namens „Glück“. Der Musikkurs der Prinz-von-Homburg-Schule Neustadt/Dosse dichtete selbst: „Erinnerungsduft“ heißt das Lied aus der Feder von Mathilda Schroeder – eine Hommage an Fontanes Titelheldin Effi Briest. Es soll nicht die einzige an diesem Abend bleiben.

Die Band Systemfehler aus Hohen-Neuendorf schnappte sich das Gedicht „Die Balinesenfrauen auf Lombok“ – Sängerin Ariane Röder hat es ins englische übersetzt und einen wilden Sound dazu geschrieben. „Wir sind auf dieses Gedicht gestoßen, wo es um den christlichen Missionierungswahn geht, der viele Balinesen ausgelöscht hat. Tiefsinnig und düster. Das passt zu uns, haben wir gedacht. Das nehmen wir.“

Uta Bartsch vom Fontane-Festspiel-Büro moderierte. Quelle: Regine Buddeke

Die Band Esta Bien hat „Unterwegs“ vertont, als fluffigen Reggae. Kein Wunder, ist Esta Bien doch ein Musikprojekt, bei dem einheimische und geflüchtete Jugendliche die Möglichkeit bekommen, sich musikalisch weiterzuentwickeln und kulturellen Austausch zu pflegen. „Es ist unsere Solidarität mit allen, die unterwegs sind“, ruft Projektleiter Max Lingk. „Unterwegs zum Erwachsenwerden, unterwegs zur Liebe, unterwegs wie die Flüchtlinge.“ Der Song groovt . Das Publikum applaudiert stürmisch.

Kimy, Fiona, Greta, Adina und Julie von der Evangelischen Schule Neuruppin haben aus den Buchstaben Theodor Fontanes einen Text geschrieben und vertont. Black Sheep aus Potsdam berührten mit der Rockballade „Alles still“. Die Theoretiker vom Schinkelgymnasium haben aus Fontanes Buch „Jenseits des Tweed“ mal eben „Jenseits des Tweet“ gemacht und setzen sich im selbst geschriebenen Text mit dem Generationenkonflikt auseinander.

Liedermacher Heiko Weißenfels sowie das Duo Horn und Seide aus Hamburg runden das Konzert ab, bevor die Stimmzettel ausgewertet werden – es sind stolze 89. Die Jury hat schwere Zeiten vor sich. „Ich kann mich kaum entscheiden“, sagt Otto Wynen. „Heidenrespekt vor allen Leistungen.“ „Die Mathematik der Punkte wirds richten“, sagt Volker Büttner.

Von Regine Buddeke

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