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Neuruppin Gebühr für Notaufnahme: Kliniken reagieren verhalten
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Gebühr für Notaufnahme: Kliniken reagieren verhalten
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01:15 20.07.2018
Chefarzt Dr. Erik Weidmann und Christian von Plehn am Ultraschall in der Notaufnahme der Ruppiner Kliniken. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Viel Unruhe hat der Vorstoß der Kassenärzlichen Vereinigung Niedersachsen ausgelöst, von nicht akuten Patienten, die zur Notfallaufnahme kommen, eine Gebühr von 50 Euro zu erheben. Damit soll der große Ansturm auf die Notfallannahmen gemildert werden.

Offen für jeden Vorschlag, um Notaufnahmen zu entlasten

Während Landespolitiker nahezu aller Parteien die Gebühr grundsätzlich ablehnen, fallen die Reaktionen in den Ruppiner Kliniken und bei der KMG-Klinikgruppe verhaltener aus. „Wir sind offen für jeden Vorschlag, der dazu dient, dass Notaufnahmen nur von solchen Patienten aufgesucht werden, bei denen ein Notfall vorliegt“, sagte am Mittwoch KMG-Sprecher Franz Christian Meier.

Die Gebühr lehnt Meier zwar nicht grundsätzlich ab. Gleichwohl betonte der Sprecher, dass das „Hauptaugenmerk“ darauf gerichtet werden müsse, „hinreichende ambulante Strukturen für Patienten vorzuhalten, bei denen kein Notfall vorliegt.“ Zudem müssten diese Strukturen auch bekannt sein. Die KMG betreibt unter anderem die Krankenhäuser in Kyritz, Wittstock und Pritzwalk.

Kliniken sprechen von „Notaufnahmebeitrag“

Auch die Ruppiner Kliniken wollten so eine Gebühr nicht grundsätzlich ausschließen. Dieser „Notaufnahmebeitrag“ wäre aber nur dann sinnvoll, wenn er lediglich von den Patienten erhoben werde, deren Behandlung auch vom „allgemeinmedizinischen Hausarzt“ möglich wäre, sagte Kliniksprecherin Verena Clasen. Alle anderen Patienten müssten den Beitrag noch in der Notaufnahme zurück bekommen. Dazu zähle beispielsweise der gebrochene Arm, der einen Gips erhielt, so Clasen.

In der Notaufnahme der Ruppiner Kliniken werden jedes Jahr mehr als 28.000 Patienten versorgt, wobei es je Schicht gerade einmal neun Mitarbeiter gibt und durchschnittliche Aufenhaltsdauer der Patienten in der Notaufnahme bei 3,4 bis vier Stunden liegt. „Es gibt ja meist mehrere Untersuchungen, bevor die Diagnose feststeht“, sagte die Kliniksprecherin. Demnach werden pro Tag im Schnitt mehr als 70 Patienten in der Notaufnahme der Ruppiner Kliniken behandelt.

Gratis-Nummer für Patienten für den Bereitschaftsdienst

Die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) hatte eigentlich gehofft, dass der Andrang auf die Notaufnahmen mit der Einführung der bundeseinheitlichen Rufnummer 116117 für den ärztlichen Bereitschaftsdienst im April 2012 sinkt. Über die für Patienten kostenfreie Nummer sollen sie sich außerhalb regulärer Sprechstundenzeiten bei akuten, aber nicht lebensbedrohlichen Beschwerden Hilfe holen können. Allerdings scheint sich die Nummer längst noch nicht bei allen Patienten herumgesprochen zu haben. Die KV geht davon aus, dass etwa 66 Prozent der Brandenburger die Rufnummer 116117 kennen. „Das ist noch nicht genug“, sagt Andreas Schwark, stellvertretender Vorsitzender der KVBB. Deshalb sei gemeinsam mit den Ärzten, Psychotherapeuten und Apothekern eine Informationskampagne gestartet worden.

Demnach soll die 116117 bis 2020 ausgebaut werden: Alle Brandenburger, die diese Nummer wählen, sollen von speziell geschulten Mitarbeitern der Koordinierungsstelle beraten und – je nach Notwendigkeit – an den ärztlichen Bereitschaftsdienst, in eine Praxis oder an den Rettungsdienst weitergeleitet werden, so Schwark.

KV hält an Vorstoß für Gebühr fest

Patienten, die trotz der Beratung oder während der Sprechzeiten von Arztpraxen mit nicht lebensbedrohlichen Erkrankungen in die Rettungsstelle kommt, sollten eine Gebühr zahlen. Die Mitarbeiter in den Rettungsstellen sollten sich um Patienten mit lebensbedrohlichen Erkrankungen widmen können, betonte Schwark.

Von Andreas Vogel

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