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Neuruppin Gedenken an eine große Dichterin
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00:20 13.02.2019
An der Eva-Strittmatter-Gedenktafel legten die Neuruppiner zum 89. Geburtstag der Lyrikerin Blumen nieder. Quelle: Cornelia Felsch
Neuruppin

Die Vergänglichkeit ist ein Thema, dass sich durch viele Gedichte Eva Strittmatters zieht. Die Lyrikerin, die 1930 in Neuruppin geboren wurde, wäre am vergangenen Freitag 89 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass fand in der Sankt-Georg-Kapelle am Nachmittag eine Feierstunde zu Ehren der international bekannten Schriftstellerin statt.

Der kleinen Kapelle, die im Jahr 1362 erstmals erwähnt wurde, hat Eva Strittmatter in einem ihrer Gedichte ein Denkmal gesetzt. Was war und was bleibt – mit dieser Frage hat sie sich oft beschäftigt. Ihre Gedichte und literarischen Werke werden bleiben, sicher werden sie noch von vielen Generationen gelesen. Bleiben wird nun auch das kleine mittelalterliche Gemäuer – das zweitälteste Gebäude Neuruppins, mit dessen Sanierung 2016 begonnen wurde und das nun wieder genutzt werden kann.

Geschenk für die alte Orgel

„Ohne das große bürgerschaftliche Engagement wäre das nicht möglich gewesen“, sagte Karl- Heinz Götz vom Stiftungsverein der Kapelle am Freitag zu Beginn der Feierstunde. Die Fenster sollen demnächst noch mit Metallgittern geschützt werden und die marode Orgel steht zur Sanierung bereit. 35 000 Euro wird das kosten, aus einem Orgelfonds werden 50 Prozent der Summe fließen. Rund 18 000 Euro müssen die Neuruppiner aufbringen. Eine Überraschung besonderer Art erlebte der Stiftungsverein zum Jahreswechsel, als Wolfgang Bockelmann, ein Besucher aus Krefeld (Nordrhein-Westfalen) spontan 5000 Euro für die Orgel spendete.

In der sanierten Kapelle begrüßte Arne Krohn, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Neuruppin, am Freitag die zahlreichen Gäste. „Eva Strittmatter hat mich seit frühester Jugend begleitet und die Klarheit ihrer Sprache hat mich schon damals sehr beeindruckt“, sagte er. „Ich denke, es ist eine große Kunst, mit wenigen Worten große Wahrheiten auszusprechen.“

Auf Spurensuche in Schulzenhof

Christel Weimar las im Anschluss Texte von Eva Strittmatter, in denen sie von Schulzenhof erzählt – vom Lebens-Alltag, der märkischen Landschaft, den Freuden sowie kleinen und großen Ärgernissen. Immer ist die Ästhetik der Sprache präsent und ihr inneres Glück, wenn es gelingt, Teile des Lebens in Poesie zu verwandeln. Man möchte mehr hören von diesen geheimnisvollen Wortgespinsten.

Die Besucher legten nach der Lesung auf dem Eva- Strittmatter-Platz vor dem Schlossgarten Blumen nieder, bevor der zweite Teil des Gedenknachmittags in der Stadtbibliothek seine Fortsetzung fand. Dort lasen die Schauspielerin Angelika Neutschel und der älteste Sohn von Eva und Erwin Strittmatter, Erwin Berner, Briefe aus dem jüngst erschienenen Buch „Du bist mein zweites Ich“.

Strittmatters erste Liebesbriefe

In den Korrespondenzen zwischen Eva und Erwin Strittmatter geht es vor allem um die Jahre 1952 bis 1958. In jener Zeit lernten sich die beiden kennen und lieben. Der freiberufliche Schriftsteller lebte damals in Spremberg, die 22-jährige Mitarbeiterin des Schriftstellerverbandes in Berlin.1953 wurde der erste Sohn geboren, 1958 kam Sohn Matthes zur Welt. So gingen Briefe zwischen den beiden hin und her. Sie zeugen von Krisen, Begegnungen, Zweifeln. Sie sind Dokumente einer großen, aber stets gefährdeten Liebe.

Das Buch „Du bist mein zweites Ich“ ist im Aufbau-Verlag erschienen und kostet 24 Euro.

Von Cornelia Felsch

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