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Neuruppin Gemüse auf dem Vormarsch
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17:36 06.03.2017
Oliver Prokop in seinem Geschäft. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Der Biokonsum in der Junckerstraße in Neuruppin, einer von zwei Bioläden der Kreisstadt, ist an diesem Morgen noch relativ leer. Einige Mitarbeiter räumen Säfte ins Regal, eine Kundin bekommt einen Apfel gereicht. „Probier’ mal“.

Im hinteren Teil des Ladens steht Geschäftsführer Oliver Prokop. Um weiter in der Bio-Branche zu arbeiten, eröffnete er vor sechs Jahren sein Lebensmittelgeschäft. „Ich achte besonders auf die Frische und auf möglichst unverarbeitete, natürliche Produkte ohne Zusätze“, erklärt er seine Ernährungsweise. „Gesunde Ernährung rückt immer mehr in den Fokus“, sagt er.

Eine ähnliche Beobachtung macht auch Anja Bath. Die Neuruppiner Ökotrophologin verzeichnet in den letzten Jahren einen Anstieg in der Ernährungsberatung und -therapie. „Neben Einzelberatungen gibt es auch Anfragen von Firmen zur betrieblichen Gesundheitsförderung und Anfragen von Krankenkassen und Kindereinrichtungen“ sagt sie.

Cindy van Knudsen, eine Kundin des Biokonsums, möchte im Alter fit sein und legt den Fokus auf natürliche Produkte. „Ich möchte gesund alt werden“, offenbart die 38-jährige. Ihre Aussage passt zu dem Slogan des diesjährigen 20. Tag der gesunden Ernährung: Gesund alt werden – gesund bleiben. Der Verband für Ernährung und Diätetik führte den Tag ein, um auf die Bedeutung einer gesunden Ernährung aufmerksam zu machen.

Für Anja Bath ist der Schlüssel zu einer gesunden Ernährung die Auswahl der Lebensmittel und eine gute Zusammenstellung. Dies praktiziert sie auch privat mit ihren drei Kindern. „Gesunde Ernährung gehört einfach dazu. Wir bauen im Garten auch immer selbst Gemüse an“, erklärt sie. Ähnlich hält es auch Oliver Prokop. „Meine zwei Kinder bekommen zwar auch mal einen Pudding“, gibt er zu und lächelt, „aber es wichtig, woher der Rest kommt“.

Anja Bath hat das Gefühl, dass die Verbraucher durch Informationen aus dem Internet verunsichert sind, was gesunde Ernährung wirklich ist. Für sie bedeutet eine gesunde Ernährungsweise: die täglich benötigte Energie mehr aus pflanzlichen als aus tierischen Lebensmitteln ziehen und nur geringe Mengen an Fett, Salz und Zucker zu sich nehmen.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt in ihren zehn Regeln zur gesunden Ernährung, sich überwiegend von pflanzlichen Lebensmitteln zu ernähren, fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag zu essen, sowie reichlich Getreideprodukte und nur wenig Fisch, Fleisch und Fett. In ihrem Ernährungsbericht stellt die DGE jedoch fest, dass der Schokoladenkonsum in den letzten zehn Jahren um über 25 Prozent gestiegen ist. Im Durchschnitt isst der Deutsche jährlich etwa zehn Kilogramm Schokolade. Zuckerhaltige Lebensmittel sollten allerdings nur gelegentlich verzehrt werden – sie erhöhen das Risiko für Adipositas. Adipositas, die nächst höhere Stufe nach Fettleibigkeit, ist der häufigste Grund, warum die Menschen das Büro der Ernährungsberaterin Bath in der Junckerstraße aufsuchen. „Adipositas steht ganz vorn“, sagt sie.

Aber der Verbraucher scheint langsam umzudenken. Laut DGE ist auch der Verbrauch von Gemüse gestiegen, vor allem sind Tomaten, Möhren und Zwiebeln sowie Blatt- und Stängelgemüse beliebt.

Gemüse ist auch der Kassenschlager bei Oliver Prokop. Etwa eine Tonne Gemüse pro Woche verkauft und verarbeitet er in seinem Laden. Denn auch die Gerichte, die er mittags im ladeneigenen Bistro anbietet, sind mit den Lebensmitteln aus seinem Geschäft zubereitet. Seit der Eröffnung des Ladens ist Cindy van Knudsen dort Kundin. Sich gesund zu ernähren heißt für van Knudsen auch eine andere Lebenseinstellung zu den Produkten zu haben. „Man kauft bewusster ein, schmeißt nicht mehr so viel weg und ich kaufe auch einfach keine Fertigprodukte mehr“, sagt sie. „Außerdem kann ich hier auch alles mal probieren – wie die neue Apfelsorte vorhin“.

Mittlerweile ist der Korb von Cindy van Knudsen voll und sie bewegt sich zur Kasse, wo sich Prokop zu seinen Mitarbeiterin gesellt hat. An der Kasse hat sich eine Schlange gebildet, und zwischen den Regalen mit Leinsamen, Tofu und Mandelmus stehen weitere Kunden.

Von Lisa Neumann

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