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Neuruppin Reetdächer aus der Kyritz-Ruppiner Heide
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Reetdächer aus der Kyritz-Ruppiner Heide
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00:21 20.03.2019
Michael Engemann hat sein Mähwerk bereits gut verpackt – die Heidemahd ist beendet. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Ein Traktor mit Mähwerk ist in der Kyritz-Ruppiner Heide unterwegs – ein nicht alltäglicher Anblick. Der Dachdecker und Zimmerermeister Michael Engemann aus Massow-Evchensruh (Mecklenburg-Vorpommern) mäht dort seit Anfang Februar Heideflächen. Das Kraut wird bei trockenem Wetter geerntet und anschließend zu Ballen gepresst.

Zwischen sieben bis zehn Zentimeter über dem Boden schneiden die Messer die Heidepflanzen ab. Ohne Pflegemaßnahmen wie das Beweiden, Abbrennen oder Mähen würden die Flächen vergrasen oder verbuschen. Jährlich werden zwischen 50 und 150 Hektar Heidefläche durch den Bundesforstbetrieb kontrolliert abgebrannt.

Immer wieder andere Flächen werden gemäht

Michael Engemann ist ebenfalls jedes Jahr vor Ort. „Ich mähe immer wieder andere Flächen, die dann acht bis zehn Jahre ruhen, bis die Heide wieder gewachsen ist“, sagt er. Bis Mitte März müssen die Arbeiten beendet sein, denn dann gehen die Vögel auf Brautschau und suchen ihre Brutreviere auf. Die Heide ist ornithologisch sehr bedeutsam. Insgesamt 28 der 79 nachgewiesenen Vogelarten werden laut Vogelschutzrichtlinie als besonders schützenswert angesehen.

Der Dachdecker ist auf ehemaligen Truppenübungsplätzen in Brandenburg mit seinen Maschinen unterwegs – aber auch in Sachsen-Anhalt. 2007 hat er seinen Betrieb gegründet. 2014 mähte die Zwei-Mann-Firma „Michael Engemann Schilfdeckerei und Zimmerei“ erstmals in der Kyritz-Ruppiner Heide. Das Gebiet ist geprägt durch ausgedehnte Calluna-Heide-Flächen. Viele Gräser, Moose und Flechten finden in diesem Areal ideale Lebensbedingungen. Die Pflegemaßnahmen dienen in erster Linie der Offenhaltung der Heide, die sich so besser regenerieren kann.

Reetdächer gibt es seit über tausend Jahren

Das Gelände, das von den sowjetischen Streitkräften über 40 Jahre als Truppenübungsplatz genutzt wurde, hat es allerdings noch in sich. Zahlreiche munitionsbelastete Areale müssen noch beräumt werden. Sie werden vorerst einer natürlichen Entwicklung überlassen. Pflegemaßnahmen erfolgen nur dort, wo man scharfe Munition ausschließen kann.

Dennoch muss Michael Engemann aufmerksam und konzentriert arbeiten. An der Natur erfreut er sich dennoch. Auch ein Wolf ist ihm bei der Arbeit schon über den Weg gelaufen. Allerdings nicht in der Kyritz-Ruppiner Heide. Reetdächer sind im norddeutschen Kulturkreis seit über tausend Jahren fest verankert und bilden auch heute noch das Landschaftsbild. Sie finden sich nicht nur an der Ostseeküste und auf Rügen sondern auch in Niedersachsen und in Brandenburg, im Spreewald.

Reetdecken zählt zum immateriellen Kulturerbe

Das Reetdecken ist eine der ältesten Techniken beim Hausbau. Die ersten nachgewiesenen Dächer dieser Art gab es bereits um 4000 vor Christus. „Seit 2014 gehört es zum immateriellen Kulturerbe“, sagt der Zimmerermeister nicht ganz ohne Stolz.

Heidekraut auf dem First hat seinen Ursprung in der niedersächsischen Heide-Region. Allerdings kommt die Heide, die in Deutschland als Firstmaterial verlegt wird, nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus anderen europäischen Ländern wie Holland und Dänemark. Heide wird allerdings nicht nur importiert, sondern je nach Bedarf auch exportiert.

Der Dachdecker befestigt auf beiden Seiten des Firstes Maschendraht, der mit dem Heidekraut ausgefüllt wird. Solch ein First hält etwa zehn Jahre, muss allerdings zwischendurch nachgestopft werden, da das Kraut mit der Zeit zusammensackt.

Von Cornelia Felsch

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