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Neuruppin Helene Blum und Harald Haugaard im Kornspeicher umjubelt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Helene Blum und Harald Haugaard im Kornspeicher umjubelt
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00:21 31.10.2018
Geige spielen fetzt: Helene Blum und Harald Haugaard fiedeln mit ihrer Band im Kornspeicher Neumühle das Publikum um den Verstand. Quelle: Regine Buddeke
Alt Ruppin

Sie sieht gut aus, hat eine lange blonde Mähne und eine Stimme zum Niederknien. Ach ja, und sie heißt Helene.

Nicht Fischer. Helene Blum heißt die dänische Folk-Prinzessin – die übrigens auch Geige spielen kann, wie sie in den schwindelig machenden Violin-Duetten mit ihrem Musik- und Lebenspartner Harald Haugaard mehrfach lustvoll unter Beweis stellt. Beide sind mit ihrer Band am Samstagabend im Kornspeicher Neumühle und lassen die Luft flirren vor Spielfreude und Lebenslust.

Geigen und Cello, Schlagzeug und Gitarre – und ganz viel Stimme. Helene Blum, Harald Haugaard und ihre Band vertonen alte dänische Verse zu wunderbaren Folksongs und singen sie mit viel Herzblut. Die Gäste im Kornspeicher Neumühle waren hin und weg.

„Ich hatte ja schon mehrfach Anfragen, ob ich Helene und Harald hier im Kornspeicher haben will. Aber es klang so sehr nach Schlager“, bekennt der Gastgeber Manfred Neumann verschämt-vergnügt, warum die sympathischen Dänen erst in diesem Jahr zu Gast sind. Erst ein Auftritt beim legendären Folk-Festival in Rudolstadt habe ihn eines Besseren belehrt. „Das war unglaublich“, schwärmt er immer noch.

Ein wenig Bammel hatte er im Vorfeld dennoch – es gab kaum Nachfrage nach Karten. Erst drei Tage vor dem Konzert trudelten die Bestellungen ein. Und am Samstag dann war es, wie es im Kornspeicher immer ist: rappelvoll.

„Ihr habt mich gerettet – danke“, sagt er und überlässt die Bühne den Helden des Abends. Die greifen den Schlager-Faden gerne auf. Im Grunde seien es schon auch irgendwie „Slaager“, witzelt Harald Haugaard, der perfekt Deutsch spricht mit einem sympathischen Akzent.

„Mein Neuruppinisch ist nicht so gut wie Haralds“, entschuldigt sich Helene Blum mit einem Lächeln, dem man schier alles verzeiht und bereichert den Sprachen-Mix noch ums Englische. Singen tut sie zumeist auf dänisch – immerhin sind es auch hauptsächlich dänische Volkslieder, die Helene Blum mit ihrer Elfenstimme singt – mal zart wie fallender Schnee, mal überschwänglich und sehnsüchtig.

Helene Blum und Harald Haugaard musizieren seit zehn Jahren zusammen

Oft sinn es 100 Jahre alte Volksverse, die sie selbst vertont hat. „Es ist ein Programm mit den besten Schlagern der vergangenen zehn Jahre“, erklärt Harald Haugaard mit Lausbub-Lächeln – vor zehn Jahren habe man das erste Konzert in dieser Formation gegeben. Zuvor hatten beide ihre eigene Band. „Aber wir sind ein Paar. Wenn jeder seine Band behalten hätte, wären wir nie zusammen gewesen“, erklärt der Geiger mit den fliegenden Händen.

Also habe man sich gleich zusammengetan – Harald hat seinen Jugendfreund und Drummer Sune Rahbek mitgebracht und Helene ihre Cellistin Kirstine Pedersen. Die – nebenbei – am Samstag Geburtstag. Das Publikum sang spontan „Happy Birthday“.

Dazu gesellt sich der Gitarrist Mikkel Grue – er ist seit 2010 mit im Boot. Das ist die Kernbesetzung. „Für Festivals wie Rudolstadt haben wir auch noch andere Musiker“, erklärt Harald Haugaard.

Die Band spielt gern alte dänische Traditionals

Über die Musikrichtung habe es nie Differenzen gegeben, erzählt er nach dem Konzert. Egal ob man als Klassiker oder Rockmusiker ausgebildet wurde: „Wir sind ja alle mit der traditionellen Musik aufgewachsen.“ Sunes Opa war ein Spielmann. Der von Harald auch – er hat Akkordeon gespielt. „Ich habe durch Zuhören von ihm gelernt. Immer wenn ich eine neue Melodie auf der Geige spielen wollte, musste ich zuerst auf dem Bauernhof helfen“, erzählt Haugaard und lässt eine lustige Anekdote folgen, bei der ihm fast die Worte fehlen. Das Publikum hilft bereitwillig und errät aus Haralds Pantomime sowohl das „Ausmisten“ als auch die „Schubkarre“, die der junge Geiger damals wohl zu langsam über den Hof geschoben hat.

Haugaard erzählt so lustig, dass das Publikum mehrt als einmal schallend lacht. Wenn er die Geige ansetzt – besonders bei den instrumentalen Tänzen – juchzt es dagegen euphorisch. So schwindelerregend schnell lässt Haugaard seinen Bogen tanzen und die Saiten schwirren, dass man sich im Auge eines hungrigen Hornissenschwarms wähnen könnte.

Nicht selten schwingt er dabei ein Bein, verwickelt er seine Mitmusiker in instrumentale Zweikämpfe. Furios, ungebremst und mit übersprudelnder Spiellust. Das Publikum lohnt es mit frenetischen Applaus-Kaskaden. Bis zum Ende.

Von Regine Buddeke

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