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Neuruppin Existenz vieler Bauern bedroht
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Existenz vieler Bauern bedroht
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15:50 07.07.2018
Bei Erntearbeiten nahe Demerthin gerieten rund 50 Hektar Wintergerste in Brand. Quelle: Alexander Beckmann
Neuruppin

Für die Landwirte beginnt um den 10. Juli normalerweise die Getreideernte. Doch in diesem Jahr ist wieder einmal alles anders. Durch die große Trockenheit waren die Felder in Brandenburg schon im Juni goldgelb und die Gerste ist bereits geerntet. Die Körner sind nicht ausgereift. Teilweise wurde die Ernte gar nicht eingeholt, sondern gleich gehäckselt.

Auch im Landkreis Ostprignitz-Ruppin herrscht extreme Trockenheit und die Bauern rechnen mit großen Ernteverlusten, die mit jedem Tag, an dem es nicht regnet, größer werden. Hinzu kommt die Brandgefahr auf den Flächen. Sie droht den Bauern auch das Wenige noch zu nehmen. In den vergangenen Tagen kam es bei der Ernte häufig zu Bränden, ausgelöst insbesondere durch Funkenschlag am Schneidwerk und heiße Motorenteile.

„Heiß gelaufene Maschinenteile und der Funkenflug an Steinen sind oft die Ursache für Brände bei der Ernte“, sagt Guido Jungblut von der Neuruppiner Feuerwehr. „Getreide- und Strohbrände hängen von vielen Faktoren ab: von der Restfeuchte des Getreide, der Witterung, der Luftfeuchtigkeit und den Bodenverhältnissen.“

Die Bauern mussten viel Felder noternten

Die Feuerwehr kommt allerdings erst wenn es brennt. Vorbeugend können auch die Landwirte etwas tun. „Durch die regelmäßige Wartung und Pflege der Erntetechnik kann schon vieles ausgeschlossen werden“, sagt Guido Jungblut. „Landwirte sollten bei der Ernte Wassertankwagen mitführen, so können Brände schon in der Entstehungsphase bekämpft werden.“ Er appelliert an die Bauern möglichst auch Traktoren und Scheibeneggen bereit zu stellen.

So könnten bei drohender Gefahr schnell Brandschneisen gepflügt werden. Mit der Scheibenegge oder dem Pflug kann man dem Feuer die Nahrung nehmen und somit den Brandherd eindämmen. „Außerdem sollte man nur gegen den Wind dreschen“, sagt Sven Deter, Vorsitzender des Kreisbauernverbands Ostprignitz-Ruppin. „So, dass die Funken auf das abgeerntete Feld fliegen.“

Der Landwirt ruft auch die Autofahrer auf, die Straßen möglichst nicht zu verlassen und keine trockenen Feld- und Waldwege zu befahren. Es wäre schlimm, wenn das wenige notreife Getreide, das den Bauern bleibt, nun auch noch durch Brände vernichtet werden würde. Denn schon jetzt stehen manche Bauern kurz vor der Existenzkrise. Die Qualität des geernteten Getreides ist schlecht und verkaufen können es die Bauern nur mit enormen Preisabschlägen, wenn sie es überhaupt los werden.

Die Brandgefahr auf den Feldern steigt jeden Tag mehr

Wer Tiere im Stall hat, muss sehen, wo er Futter herbekommt. „Wir müssen uns jetzt was einfallen lassen“, sagt Sven Deter. „Ich werde jetzt noch Hafer und Weizen abernten und dann auf diesen Flächen Kleegras einsäen, um Futter für meine Mutterkühe zu haben. Ich konnte ja bisher nicht ein Bund Silage machen“, sagt der Wulkower Rinderzüchter. Das funktioniert natürlich nur, wenn der Sommer nicht so trocken bleibt.

Die Bauern benötigen dringend einen Wetterwechsel, denn auch das Bodenleben ist mittlerweile zum Erliegen gekommen. Und der Boden in Brandenburg ist ohnehin nicht der beste, denn auf ungünstigen Flächen ist es sandig und Wasser wird kaum gespeichert. Der Bauer sollte eine Ernte auf dem Feld, eine Ernte auf dem Konto und eine Ernte in der Scheune haben, besagt eine altes Sprichwort der Landwirte. „Doch gerade bei uns im Osten sieht es damit schlecht aus“, sagt Sven Deter. „Viele Bauern haben Kredite für Ställe und Maschinen aufgenommen und müssen hohe Pachten zahlen, um weiter am Markt sein zu können. Die Ernte auf dem Konto ist aufgebraucht.“

Von Cornelia Felsch

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