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Holzhaus der Zukunft

Unternehmer plant außergewöhnliches Gebäude in Neuruppin Holzhaus der Zukunft

Eines steht fest: Wenn das Haus so entsteht, dann sorgt es für Aufsehen. Der Neuruppiner Unternehmer Martin Opitz will unmittelbar am Rand der Neuruppiner Altstadt ein hochmodernes Wohnhaus errichten, das sich architektonisch sehr deutlich von allem abhebt, was dort in der Nähe steht.

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Nicht nur die Form macht das geplante Gebäude besonders.

Quelle: Illustration: Kaden-Klingbeil-Architekten

Neuruppin. In losen Bändern ziehen sich Fenster über die Fassade und einen Teil des Daches. Das ist unregelmäßig gefaltet und bekommt keine normale Dachdeckung. Stattdessen wird das Haus rundherum verputzt. Die Außenhaut ist mit einer Schicht versehen, die Wasser und Schmutz abweist wie ein Lotusblatt. Alle Wohnungen in dem neuen Gebäude sind rollstuhlgerecht geplant, Fahrstuhl und Tiefgarage inklusive. Das viergeschossige Gebäude soll optisch aus der üblichen Architektur herausragen – und technisch.

Der extravagante Entwurf stammt vom Architekturbüro Kaden und Klingbeil aus Berlin. Die Planer sind auf das Bauen mit Holz spezialisiert – wie die Firma Opitz aus Treskow. „Wir wollen überall dort Holz verwenden, wo Holz zu verwenden ist. Und wir wollen zeigen, was wir können“, erklärte Bauherr Martin Opitz, als er und Architekt Tom Kaden das Pojekt am Mittwoch im Neuruppiner Sanierungsbeirat vorstellten. Das Wohnhaus soll an der Franz-Künstler-Straße entstehen, neben der Villa am Fontanedenkmal, die ebenfalls Martin Opitz gehört. Holz als Baustoff ist nicht ungewöhnlich – Holz als Baustoff für mehrgeschossige Häuser schon. Erst recht, wenn es für die Bewohner sichtbar ist. Aus Brandschutzgründen wird es bisher meist mit Gipskarton verkleidet, erklärte Tom Kaden. Dass das nicht so sein muss, soll das Neuruppiner Projekt zeigen. In Richtung Karl-Marx-Straße wird sich das Gebäude mit großen Fensterflächen offen geben, sodass Passanten erkennen können, mit welchem Werkstoff dort gearbeitet wurde.

Energiesparendes Bauen und die Arbeit mit nachwachsenden Rohstoffen sind Martin Opitz besonders wichtig. Erst am Dienstag ist der Unternehmer für sein besonderes Engagement mit dem Brandenburger Zukunftspreis der Industrie- und Handelskammer in der Kategorie Nachhaltigkeit ausgezeichnet worden.

Unumstritten ist der Bau trotz allem nicht. Nur wenige Meter weiter wäre er wegen strenger Auflagen für die Gestaltung eines Neubaus undenkbar gewesen. In der Franz-Künstler-Straße gelten weniger strenge Regeln als im Sanierungsgebiet auf der anderen Seite der Stadtmauer. Die meisten Regeln hält das Projekt ein. Manche haben die Planer aber „neu interpretiert“, wie der Architekt sagt. Etwa die Vorschriften zur Dachform. Die soll symmetrisch sein – ist sie im Entwurf aber nicht. Neuruppins Baudezernent Arne Krohn gab sich im Sanierungsbeirat trotzdem sicher, dass das Projekt an dieser Stelle realisiert werden kann.

Das Büro Kaden und Klingbeil ist an einem weiteren Gebäude in Holzbauweise in Neuruppin beteiligt: Von den Planern aus Berlin stammt der Entwurf für das Atelierhaus, das zurzeit auf dem Gelände der Evangelischen Schule an der Regattastraße gebaut wird.

Von Reyk Grunow

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