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Neuruppin Große Hundefreuden beim Gassi-Service
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Große Hundefreuden beim Gassi-Service
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00:21 08.07.2018
Seit drei Jahren bietet Thomas Albrecht in Neuruppin einen Gassi-Service an. Am Rand von Neuruppin geht er täglich mit bis zu acht Hunden spazieren. Quelle: Anja Reinbothe-Occhipinti
Neuruppin

Sie hopsen, tollen, kabbeln sich und haben ihre helle Freude: Terrier-Mischling Olli (2), Mischlingshündin Emma (3) und die beiden Bulldoggen Eddi (2) und Thora (7). Kein Mensch ist zu sehen auf diesem schattigen Feldweg am Stadtrand von Neuruppin, bis auf einen. Thomas Albrecht läuft hinter den quicklebendigen Vierbeinern, hat seine Schützlinge stets im Blick.

Der junge Mann geht täglich Gassi. Von Berufs wegen. „Vor drei Jahren habe ich meinen Gassi-Service gegründet“, erzählt er. „Während einer Weiterbildung in Berlin hatten mir andere Teilnehmer von solch einem Angebot erzählt, das es schon länger in der Hauptstadt gibt.“ Der gebürtige Neuruppiner dachte sich daraufhin, warum nicht so etwas in der eigenen Heimatstadt aufziehen?

Die grau-braune Mischlingshündin Emma (l.) und Bulldogge Eddi haben beim Gassi-Gehen ihren Spaß und rennen gerne mal um die Wette. Quelle: Anja Reinbothe-Occhipinti

„Ich habe seit sieben Jahren eine Hundeschule in Neuruppin. Die meisten Kunden dort sind auch Kunden des Gassi-Services. Besitzer fragen mich oft, was sie ihren Vierbeinern noch Gutes tun können, und ich sage: Kontakt zu anderen Hunden.“ Doch wer hat schon zwei bis drei eigene Hunde?

Hunde sind Rudeltiere

„Genau das aber ist das Wichtige. Hunde sind Rudeltiere, wie Meerschweinchen auch. Die wollen ebenfalls nicht allein sein“, betont Thomas Albrecht. „Hunde müssen geistig und körperlich gefordert und gefördert werden.“ Gassi gehen allein reiche nicht aus. „Sie brauchen den Kontakt zu anderen Artgenossen. Dieser muss gepflegt werden. Das macht sie ausgeglichen und auf gesunde Weise müde.“ Beim Gassigehen mit Thomas Albrechts Truppe bekommen die Vierbeiner was sie brauchen. So mancher schlafe danach zu Hause selig für ein paar Stunden ein, sagt der Hundesitter. Frauchen und Herrchen erzählten ihm das später.

Meistens trifft Albrecht aber niemanden an, wenn er die Hunde wieder abliefert. Das gehört mit zu seinem Service, dass er seine Schützlinge abholt und auch zurückbringt. „Zehn Schlüssel habe ich im Auto, damit ich ins Haus komme.“ Genauso viele Hunde betreut er im Moment. Nicht jeden täglich. „Manche sind auch nur ein- oder zweimal in der Woche bei mir.“

Montag bis Freitag geht Thomas Albrecht mit seinen anvertrauten Schützlingen Gassi, zwischen sieben und elf Uhr, bei jedem Wetter. Zwei Touren gibt es. Die erste Runde dreht der Hundesitter zwischen sieben und neun Uhr, dann liefert er die Hunde wieder ab und holt die nächsten Vierbeiner für die Tour zwischen neun und elf. „Bis zu anderthalb Stunden gehen wir spazieren.“ Mal führt er vier, mal sechs oder sieben Hunde bei einer Gassi-Runde aus. Acht Vierbeiner können mit, so viele Boxen hat Albrecht in seinem weißen Transporter.

Gemeinsamer Tobespaß ohne Grenzen

Anders als in Berlin oder New York, wo Hundesitter zum typischen Straßenbild gehören mit gefühlt 10 Leinen an jeder Hand, lässt Thomas Albrecht seine Schützlinge frei herumlaufen. „Das geht auch nur, weil es ein Privatweg ist“, erklärt der junge Mann. „Der Milchbauer, dem das Gelände gehört, hat es mir erlaubt.“ Da Albrecht eine Ausbildung zum Hundetrainer hat, darf er zudem mehr Hunde führen als Privatleute. Grundsätzlich sind in Brandenburg bis zu drei Tiere pro Person erlaubt.

Olli, Eddi, Emma und Thora haben zusammen ihren Spaß. Gerade rennt Emma vor auf das freie Feld, alle anderen toben hinterher. Die meisten von Albrechts vierbeinigen Schützlingen kennen sich von klein auf. „Als Welpen kommen sie zu mir in die Hundeschule, ab sechs Monate können sie mit zum Gassi-Gehen.“

Wer keine Zeit hat und möchte, dass sein Hund Kontakt zu anderen hat, kann Thomas Albrecht anrufen. Quelle: Anja Reinbothe-Occhipinti

Als der Neuruppiner den tierischen Spazier-Service gründete, nahm er an, dass er künftig eher kleine Stadthunde ausführt. Doch das Gegenteil sei der Fall: „Die meisten sind aus den umliegenden Dörfern von Neuruppin, wohnen in Häusern und auf Höfen. Vom Dackel bis zum Bernhardiner ist alles dabei. Großartig Auslauf oder Kontakt haben sie nicht. Viele Besitzer müssen arbeiten und sind froh, wenn ich mich um ihren Hund kümmere.“

Wie eine Art Mama

Manche Kunden sind auch älter und nicht mehr gut zu Fuß. Dann bauen sie auf den Sitterdienst von Thomas Albrecht, der ihren Liebling unter andere Hunde bringt. 80 Euro koste sein Gassi-Dienst im Monat, wenn er den Schützling für einen Tag mitnimmt, sagt Thomas Albrecht: „Je öfter ein Hund mitgeht, desto günstiger wird es. Ist er täglich dabei, fallen 200 Euro monatlich an.“

Immer wieder sucht Bulldogge Thora Thomas Albrechts Nähe und läuft brav an seiner Seite, bis sich die Mischlinge Olli und Emma etwas zu sehr kabbeln. Thora rennt hinterher, schaut nach dem Rechten. „Sie ist wie eine Art Mama. Wenn sich zwei raufen, geht sie dazwischen“, erklärt der Hundebesitzer grinsend. Thora gehört zu ihm, ist seine Hündin. „Sie ist von Anbeginn mit dabei, hat mit mir die Hundeschule aufgebaut. Ich habe früher schon Hundesport betrieben und habe meinen Spaß zum Beruf gemacht.“ Jedoch nicht gleich. Nach der Schule hat er erstmal eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker gemacht. „Das war aber nicht meins.“

Seit der Kindheit widmet sich der 27-Jährige leidenschaftlich Tieren. Artgerechte Betreuung und liebevolle Pflege liegen ihm besonders am Herzen. „Mit 20 Jahren habe ich mich mit meiner Hundeschule selbständig gemacht.“ Mobiler Hundetrainer nennt er sich. „Sonntags gebe ich Gruppentraining an öffentlichen Plätzen.“ Sein großer Traum: „Ein Hundezentrum mit Hundepension.“

Nacheinander in die Box

Albrechts vier Schützlinge sind knülle. Sie laufen schwerfälliger als vorher, hecheln, die Zunge hängt raus, nicht nur bei den beiden Bulldoggen. Der weiße Transporter ist wieder in Sicht. Bei diesem angekommen, springen Emma, Olli, Eddi und Thora nacheinander in ihre Boxen. Wenn Thomas Albrecht sie wieder zuhause abgeliefert hat, ist sein heutiger Arbeitstag vorbei.

Mal einen kompletten Tag frei habe er eigentlich nie, sagt er, das mache ihm aber nichts aus: „Ich vermisse nichts. Es ist der beste Job, den man haben kann. Er ist nicht anstrengend. Ich kann ihn ausüben, bis ich 67 bin. “ Mal sehen, welche Schützlinge er dann Gassi führt.

Von Anja Reinbothe-Occhipinti

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