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Neuruppin „Bauring Hochbau“ erhält Integrationspreis
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin „Bauring Hochbau“ erhält Integrationspreis
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00:26 01.09.2018
Der Seniorchef Udo Heise empfing zur Preisverleihung die Bildungministerin Britta Ernst. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Was ist ein Winkelverhältnis? Das ist in der Theorie möglicherweise schwer zu verstehen. In der praktischen Anwendung wird es jedoch schnell deutlich. Seit langem stellt das Neuruppiner Unternehmen „Bauring Hochbau“ auch benachteiligte Jugendliche ein – junge Leute, die die Schule mit schlechten Noten oder ohne Abschluss verlassen haben. Dafür wurde die Firma gestern mit dem Deichmann-Förderpreis für Integration ausgezeichnet.

„Jugendliche, die nicht genau ins Raster fallen, bleiben leicht auf der Strecke“, sagt Sonja Schröder-Galla vom Deichmann-Förderpreis. Umso wichtiger sei, dass es Unternehmen gebe, die Jugendlichen eine Chance geben und ihnen eine Ausbildung ermöglichen. „Wir möchten Mut machen und zeigen, was Unternehmen alles leisten.“

Gebraucht: Junge Leute, die anpacken

Das 2003 gegründete Unternehmen beschäftigt heute 50 Mitarbeiter. Seit seiner Gründung haben neun benachteiligte Jugendliche einen Ausbildungsplatz im Hochbau gefunden. Entscheidend sei nicht, mit welchen Noten eine Jugendlicher die Schule verlasse, sagte der Geschäftsführer Thomas Muswieck. Wichtiger sei, dass junge Menschen im Arbeitsalltag mit anpacken können. „Wir hatten auch schon Jugendliche, die trotz guter Noten nicht für den Bau geeignet waren.“

Um die Fähigkeiten junger Menschen zu entdecken bietet das Unternehmen unter anderem 14-tägige Praktika an. Interessierte Schüler können dabei ganz unterschiedliche Gewerke austesten und erste Erfahrungen im Hochbau, bei den Maurern oder den Dachdeckern sammeln. Mit mehreren Schulen in der Region unterhält die Firma Kooperationen.

Bildungsministerin kam

Auch Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst würdigte das Engagement von „Bauring Hochbau“. Anders als noch in den 60er-Jahren hätten ungelernte Kräfte heute kaum noch eine Chance auf dem Arbeitsmarkt. „Die Ausbildung ist das Eintrittsticket in ein Leben, in dem man unabhängig ist“, sagte sie. Jugendliche hätten – ganz unabhängig von Noten – ein Chance verdient. „Ein Zeugnis soll ausdrücken, was junge Leute können“, so Britta Ernst. „Aber manchmal ist das gar nicht so.“

Mitunter brauchten Jugendliche auch länger, um ihre eigene Fähigkeiten und Interessen zu entdecken. Dann seien Unternehmen gefragt, die junge Menschen eine Chance böten zu reifen. „Es braucht Unternehmen, die Erziehungsverantwortung übernehmen.“

Derzeit verlassen 6,9 Prozent der Jugendlichen in Brandenburg die Schule ohne Abschluss. Etwa zwei Drittel von ihnen, so die Ministerin, habe einen Förderschulhintergrund. „Wir haben Schüler, die haben ihr Päckchen zu tragen.“

Erfolgreich in den Nachwendejahren

Die Muttergesellschaft von „Bauring Hochbau“ war ursprünglich 1991 gegründet worden. Damals beschäftigte das Unternehmen 54 Mitarbeiter und vier Lehrlinge. In den Nachwendejahren profitierte das Unternehmen zunächst vom „unerhörten Sanierungsstau“, so der Senior-Geschäftsführer Udo Heise. Schnell erhöhte sich die Zahl der Mitarbeiter. 1999 standen im Ruppiner Bauring bereits 188 Mitarbeiter und 29 Azubis unter Vertrag.

Zu Beginn der 2000er-Jahre gründeten die verschiedenen Gewerke fünf eigene Betriebe. Heute beschäftigen die Betriebe rund 100 Mitarbeiter. Insgesamt so Heise, seien in 27 Jahren Firmengeschichte 186 Azubis unter Vertrag genommen worden. Etwa 80 Prozent der heutigen Mitarbeiter seien selbst im Unternehmen ausgebildet worden. „Wir haben in den einzelnen Gewerken eine gesunde Struktur von erfahrenen Mitarbeitern und jungen Kollegen“, so der Seniorchef Udo Heise.

Der Deichmann-Förderpreis für Integration ist mit 1000 Euro dotiert. „Bauring Hochbau“ hat damit den Entscheid auf Landesebene gewonnen. Im November soll der Preis dann auch auf Bundesebene vergeben werden. Für das Finale hat sich der Brandenburgsieger aus Neuruppin ganz automatisch qualifiziert. 

Von Frauke Herweg

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