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Neuruppin Sieben Mal die Traumnote 1,0
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Sieben Mal die Traumnote 1,0
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15:02 13.07.2018
Die Abiturienten des Jahrganges 2018 am Tag ihres Abiballs am Schinkeldenkmal in Neuruppin. Quelle: Sven Boddin
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Neuruppin

Das Evangelische Gymnasium in Neuruppin gehört zu den Schulen mit den meisten 1,0-Abiturienten im Land, wie das Bildungsministerium bekannt gegeben hat.

Sieben mal konnte die Traumnote 1,0 auf dem Abiturzeugnis des Jahrgangs 2018 vergeben werden. Besser waren nur das Max-Steenbeck-Gymnasium in Cottbus mit 15 mal 1,0-Abi und das Philipp-Melanchthon-Gymnasium in Hohen Neuendorf (Oberhavel). MAZ sprach dazu mit Anke Bachmann, Schulleiterin der Evangelischen Schule in Neuruppin.

MAZ: Sieben Mal die Traumnote 1,0 – und ein Gesamtdurchschnitt aller Abiturienten von 1,9 – ist der Abi-Jahrgang 2018 besonders schlau?

Anke Bachmann: Das ist schon ein besonderer Jahrgang. Es sind viele Leistungspitzen darunter, und viele Schülerinnen und Schüler, die besonders ehrgeizig sind. Wir haben auch eine Oberschulklasse, die nach 13 Jahren Abitur gemacht hat, da haben auch viele eine 1 vor dem Komma. Das freut mich besonders, dass diese Schüler sich so gut integrieren konnten?

„Ich bin nicht so ein Verfechter des Abiturs nach 12 Jahren“

Warum ist das besonders erfreulich?

Ich bin nicht so ein Verfechter des Abiturs nach 12 Jahren. Die Schüler, die ein Jahr mehr Zeit haben, können viel besser herausfinden, wo ihre Stärken sind – und die dann auch entwickeln. Aber die Oberschulklasse als guter Weg zum Abitur musste erst bei den Eltern ankommen.

Noch mal zurück zu den 1,0-Abiturienten. Sind das kleine Genies?

1,0 ist schon außergewöhnlich. Und wir haben auch echte Super-Talente in diesem Jahrgang. Unter den Schülern, die schon zur fünften Klassenstufe aufs Gymnasium wechselten, gibt es viele mit ganz tollen Begabungen.

Was bedeutet Ihnen der dritte Platz im landesweiten Ranking?

Wir sehen nicht nur die Zensuren. Wir fördern eher Schüler, die sich ganzheitlich entwickeln und nicht nur in den Prüfungsfächern glänzen. Interessant ist übrigens, dass die Schüler, die viele Interessen haben, die sich etwa auf musischem oder sportlichem Gebiet engagieren, dass die dann auch in der Schule gute Leistungen bringen.

Lieber ein Fachabitur als durch die Prüfung rasseln

Sind bei Ihnen in diesem Jahr auch Schüler durchgerasselt durchs Abitur?

Durchgerasselt ist keiner, denn wir führen schon im Vorfeld Beratungsgespräche mit den Schülern, denen ein Scheitern droht.

Zu welchem Zweck?

Wenn man zum Abitur antritt und dann durch die Prüfung fällt – das macht ja mit den Schülern eine ganze Menge. Sie sind jung, viele noch in der Pubertät – das ist dann eine ganz schöne Belastung und ein Einschnitt ins Selbstbewusstsein. Deshalb sprechen wir mit den Schülern, ob sie nicht lieber Fachabitur machen wollen, wenn sie sowieso nicht an eine Universität gehen werden. Das nimmt viel Druck weg.

Ist das Abitur denn nun leichter geworden, wie Kritiker angesichts so vieler Traum-Noten sagen?

Ich schätze mal, dass die Abiturienten des Jahrgangs 2008 bei den Prüfungen des Jahres 2018 schlechter abgeschnitten hätten als dieser Jahrgang – die Anforderungen haben sich sehr verändert. Ich bin jetzt seit 35 Jahren dabei und finde nicht, dass es einfacher geworden ist.

Der Numerus Clausus baut viel Anspannung auf

Und würden Sie sagen, dass der Druck, ein sehr gutes Abitur zu machen, größer geworden ist?

Auf alle Fälle. Wenn die Abiturienten ihren Wunsch-Studienplatz nur über den Numerus Clausus bekommen können, ist das eine ungeheure Anspannung. Ich finde es besser, wenn es auch Bewerbungsgespräche gibt. Zensuren sind ja nicht alles.

Vor 30 Jahren haben gerade mal 10 Prozent der Schüler Abitur gemacht, heute sind es über 40. Woran liegt das?

Das liegt zum Teil auch am Druck, den die Eltern verspüren. Die Gesellschaft suggeriert ja, dass man schon Abitur haben muss, um etwas Gutes zu werden. Aber ich hoffe, dass sich da in den nächsten Jahren wieder etwas ändert, weil doch immer mehr Jugendliche in den Dualen Bereich gehen oder eine Ausbildung machen, und dafür braucht man nicht unbedingt ein Super-Abitur.

Von Kathrin Gottwald

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