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Neuruppin Jazz-Duo Gauchel/Wölk im Schlosstheater
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Jazz-Duo Gauchel/Wölk im Schlosstheater
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00:17 02.10.2018
Walter Gauchel und Ekkehard Wölk machen jede Lokation zu einer Jazz-Bar. Wohlfühlen garantiert. Quelle: Regine Buddeke
Rheinsberg

Augen zu und Wegträumen. Andererseits: Es ist auch wunderbar, der Fingerfertigkeit von Saxofonist Walter Gauchel und dem Pianoman Ekkehard Wölk zuzusehen. Die beiden Jazzer, die normalerweise in den besten Berliner Jazz-Lokationen zu finden sind, haben einmal mehr dem Rheinsberger Schlosstheater einen Besuch abgestattet.

In der Reihe „Musik unterm Sternenhimmel“ haben sie am Freitagabend in diesem Jahr das „letzte Wort“ – es ist das finale Konzert der Saison. Die inzwischen auch soweit fortgeschritten ist, dass sanft-laue Spätsommerabende passé sind. Daher wurde das Konzert auch nach drinnen verlegt – Theater- statt Sternenhimmel. Sei’s drum.

Das Jazzduo beendet für dieses Jahr die Reihe „Musik unterm Sternenhimmel

Saxophonist und Flötist Walter Gauchel und Pianoman Ekkehard Wölk, der auch zwei eigene Kompositionen beisteuerte, setzen wie im Vorjahr auf große namen des Jazz: John Coltrane ist zu hören, Thelonious Monk, Duke Ellington. Die beiden bringen ihre eigenen Handschrift ein – jeder Titel gerät zum absoluten Genuss. Gauchel wechselt die Instrumente passend zum Stück – mal ist das Tenorsaxophon sein Favorit, mal das Sopransax. Irgendwann zückt er die Querflöte und – ja – auch die kann jazzen wie der Teufel.

Die beiden spielten viele Jazz-Klassiker

John Coltranes „Picknick“ überwältigt: Gauchel lässt sein Saxophon hauchen und rauchen, während Wölk dem Flügel flirrend-schwirrende Passagen entlockt, perlende Glissandi und einlullende Tonfolgen, die wie Girlanden durch den Saal schweben. Zart und wild – und süffig wie ein Mitternachts-Cocktail. Das leider mit gut 30 Gästen eher schwach besetzte Publikum schlürft den jedoch in vollen Zügen: Den schwebenden Jazz-Walzer aus Wölks Feder, den virtuosen Bossa der 60er-Jahre-Latin-Ära.

Für die „Sophisticated Lady“, ist zu erfahren, habe Duke Ellington ganze zwei Stunden auf der Feder herumgekaut – „weil der Mittelteil so kompliziert war.“ Andere Titel hätten bei ihm gerade einmal 20 Minuten Entstehungszeit – und seien trotzdem absolute Klassiker geworden.

Beide sind Virtuosen an ihrem Instrument

Manchmal kriecht Wölk fast in den Flügel hinein, Gauchel derweil entlockt seinem Tenorsax lasziv-verruchte Töne, die einen in die Tiefe ziehen. Im Gegenzug lässt er das ausnahmsweise gebogene Sopraninstrument trillern – es wirkt gegen seinen großen Bruder wie ein Miniaturinstrument für Grundschulkinder. Und wenn das nicht reicht, kommt dieQuerflöte dran. Immerhin in Rheinsberg Dank des Kronprinzen Friedrich ein Instrument mit Tradition.

Viel zu schnell ist auch das zweite Set vorbei. Die beiden Musiker verneigen sich voreinander: Zu Recht, beide sind an ihrem Instrument hingebungsvolle Virtuosen. Und auch die Zuhörer sind heiß auf eine Zugabe. Die folgt mit „Lonnie’s Lament“ vom Altmeister John Coltrane.

Von Regine Buddeke

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