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Neuruppin Ohne Alkohol und Drogen nach der Disco ans Steuer
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Ohne Alkohol und Drogen nach der Disco ans Steuer
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00:20 08.11.2018
Karolin Trippo (l.), Koordinatorin vom Peer-Projekt an Fahrschulen, bei einem Besuch der Disco Nightstar in Walsleben. Quelle: Privat
Neuruppin

Noch ein Bier oder einen Cocktail: Der Alkohol baut sich ja während einer langen Disconacht ab – bis man sich hinters Steuer setzt und den Heimweg antritt. Davon gehen viele Jugendliche aus.

Junge Autofahrer haben besonders hohes Unfallrisiko

Wie verkehrt sie mit dieser Ansicht liegen, zeigt die hohe Unfallbeteiligung junger Autofahrer. In Deutschland war die Gruppe der 18- bis 24-Jährigen im Jahr 2014 an 19,7 Prozent aller Alkoholunfälle beteiligt. Die Spitzenzeit für Verkehrsunfälle in dieser Altersgruppe liegt in der Nacht vom Samstag zum Sonntag, weshalb bei diesen Unfällen auch von Discounfällen gesprochen wird.

Discobesucher zu sensibilisieren versucht

Deshalb wurde die von der belgischen Stiftung „Responsible Young Drivers“ Aktion „Die Europäische Nacht ohne Unfälle“1995 ins Leben gerufen. Daran beteiligten sich in diesem Jahr auch Karolin Trippo, Koordinatorin des Peer-Projekts an Fahrschulen, mit ihren jungen Peers. Wörtlich übersetzt bedeutet Peer Gleichaltriger oder Ebenbürtiger.

Hier geht es darum, dass junge Leute ihre Altersgenossen über die Gefahren von Alkohol und Drogen im Straßenverkehr aufklären. Das Team besuchte an jenem Samstag die Walslebener Diskothek Nightstar. Es hatte sich zur Aufgabe gemacht, junge Autofahrer anzusprechen, nüchtern zu bleiben, wenn sie mit dem Auto unterwegs sind.

Diejenigen, die mitmachen wollten, konnten sich vor der Nachhausefahrt einem Atemalkoholtest unterziehen. 57 Fahrer, mehr Männer als Frauen, so Karolin Trippo, erklärten sich bereit, an dem Experiment teilzunehmen. Nicht alle haben gepustet. Ein junges Mädchen war dabei, dass um 2 Uhr morgens 0,9 Promille hatte. „Sie war total erschrocken über diesen hohen Wert“, sagt Karolin Trippo. Sie hofft, das Mädchen durch die Aktion „etwas aufgerüttelt“ zu haben.

Junge Leuten gehen zu Gleichaltrigen

Das ist das Ziel des Peer-Projekts, das 2006 an Fahrschulen im Land Brandenburg gestartet wurde. Träger ist der Verein Tannenhof Berlin-Brandenburg. „Wir versuchen, Jugendliche zu sensibilisieren“, sagt Karolin Trippo vom Verein Tannenhof. Das Motto ist: „Junge Leute gehen zu jungen Leuten“, so Trippo.

Die sogenannten Peers besuchen im Landkreis Ostprignitz-Ruppin Fahrschulen, insgesamt acht beteiligen sich an dem Projekt. „Wir gehen in die Fahrschule, weil das die einzige Schule ist, in die die Jugendlichen freiwillig gehen“, sagt Karolin Trippo.

Am Anfang seien die meisten nicht angetan von ihrem Erscheinen, fänden das „etwas öde“. Doch das ändere sich im Laufe der Fahrstunde. „Wir halten keine Vorträge, sondern bieten offene Gesprächsrunden an.“ Da geht es darum, was passiert, wenn ein Führerscheinneuling mit Alkohol am Steuer erwischt wird, wie lange ist der Führerschein weg, was kostet eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) und andere Fragen werden gestellt.

Das Peer-Projekt will junge Leute auf die Gefahren von Alkohol am Steuer aufmerksam machen. Auch auf die, denen man sich aussetzt, wenn man zu einem Fahrer, der zu viel getrunken hat, einsteigt. Lieber sich einen anderen Chauffeur suchen oder mit der Taxe nach Hause fahren.

Oder, auch wenn es möglicherweise Ärger gibt, die Eltern anrufen und sich abholen lassen. Alles ist besser, als angetrunken Auto zu fahren oder sich von jemandem chauffieren zu lassen, der nicht mehr fahrtüchtig ist, so Karolin Trippo.

Eine gute Möglichkeit ist der Fifty-fifty-Gutschein, mit dem die Altersgruppe der 16- bis 25-Jährigen mit dem Taxi zum halben Preis sicher zur Disco hin- und zurückkommt. Diese Tickets kann jeder bei der AOK kaufen: Ein gutes Geschenk von Eltern an ihre Kinder.

Weitere Informationen gibt es unter www.peer.tannenhof.de. Die nächste Peer-Ausbildung findet am 10. und 11. November statt.

Von Dagmar Simons

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