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Neuruppin Der Hüter der Stadtkasse sagt Adieu
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02:27 30.04.2018
Kollegen aus dem Rathaus, Stadtverordnete, die Feuerwehr, sogar der Landrat: Alle wollten sich von Willi Göbke verabschieden. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Willi Göbke kann es nicht lassen. Hörbar gerührt verabschiedete sich der Neuruppiner Kämmerer am Freitag im Ratssaal von der versammelten Rathausmannschaft. Es war Göbkes letzter Arbeitstag nach 24 Jahren als Kassenverwalter der Fontanestadt. Und auch in seiner persönlichen Abschiedsrede drehte sich vieles um die Finanzlage Neuruppins. Die – das ist ziemlich unbestritten – derzeit so gut ist wie wohl noch nie seit der Wende. Maßgeblich dank Göbke. Dabei wollte er ursprünglich auf keinen Fall in die öffentliche Verwaltung, schon gar nicht so lange.

Geboren wurde Willi Göbke in Groß Börnecke bei Stendal. Sein Vater war Bauingenieur, seine Mutter Schneiderin. Viel Zeit verbrachte Willi Göbke in seiner Kindheit und Jugend mit seinem Großvater. Daran erinnert er sich sehr gern.

In Magdeburg studierte Göbke später Mathematik und Physik und startete als junger Diplomphysiker eine Karriere im Narva-Glühlampenwerk in Berlin.

24 Jahre lang hat Willi Göbke die Stadtkasse von Neuruppin gehütet. Quelle: Peter Geisler

Schon im Studium hatte er seine Frau kennengelernt. Auf der Suche nach einer Wohnung kamen sie damals nach Neuruppin. Göbke fand einen Job bei den Elektrophysikalischen Werken. Bis zur Wende arbeitete er dort, dann war dort Schluss.

Als der frisch gegründete Kreis Neuruppin einen Leiter für das Gemeinde- und Rechnungsprüfungsamt suchte, bewarb sich Göbke. Mit Zahlen kannte er sich schließlich aus. So gut, dass er eingestellt wurde. Im Rechnungsprüfungsamt sah er, was in den Haushalten der Gemeinden gut lief – und auch, was nicht. Er wollte es besser machen. Als Neuruppin kurz darauf einen neuen Kämmerer suchte, wechselte Göbke vom Landkreis in die Stadt. Und dort blieb es bis jetzt.

„Die ersten Jahre waren die schwierigsten“, erinnert er sich. „Aber sie haben auch am meisten Spaß gemacht.“ Neuruppin war hoch verschuldet, als Willi Göbke die Verantwortung für die Stadtkasse übernahm. Der Kämmerer hat einen strengen Sparkurs durchgesetzt. Und so dafür gesorgt, dass die Schulden schmolzen.

Thomas Dumalsky ist der neue Kämmerer von Neuruppin Quelle: Peter Geisler

Von allen Seiten gab es bei seiner offiziellen Verabschiedung am Freitag großes Lob. Selbst die Ortsvorsteher, die sonst stets mehr Engagement für die Ortsteile fordern, dankten dem Kämmerer für die gute Unterstützung in den vergangenen Jahren.

Egal, was Willi Göbke getan hat, er tat es „immer zum Wohle der Stadt“, versicherte Bürgermeister Jens-Peter Golde. Auch wenn nicht immer alles so gut lief wie gehofft. Von Golde bekam Göbke zum Abschied einen Zehn-Franken-Schein aus der Schweiz – Erinnerung an den jahrelangen Streit um die Geschäfte der Stadt in Schweizer Währung. Stets konnte man sicher sein, dass Göbke als Kämmerer im Notfall noch ein paar Euro in der Hinterhand hat, so Stadtverordnetenvorsteher Gerd Klier.

Finanzen sind Göbkes eine Leidenschaft – Autos eine andere. Dass ihn die Technik fasziniert und er gern selbst schraubt, weiß im Rathaus wohl jeder. Ein Oldtimer könnte das Projekt für die kommenden Jahre sein – nur, welcher Wagen es wird, steht noch nicht fest.

Hauptamtsleiterin Jutta Mießner schenkte Willi Göbke zum Abschied sein Parkplatz-Schild vom Rathaus-Parkplatz. Quelle: Peter Geisler

Fest steht dagegen Willi Göbkes Nachfolger. Das Amt des Dezernenten übernimmt der Bürgermeister, die Funktion des Kämmerers geht an Thomas Dumalsky. Der 32-Jährige hatte sich zuletzt schon als Amtsleiter auf Probe um den Haushalt gekümmert – souverän, wie die Stadtverordneten erst vor Kurzem befanden. Und auch Willi Göbke bestätigte seinem Nachfolger, den er selbst mit ausgesucht hatte, sehr gute Arbeit.

Mit der Kämmerei startet in der Neuruppiner Verwaltungsspitze ein Generationenwechsel. In den nächsten drei Jahren erreichen auch Bürgermeister Jens-Peter Golde, Sozialdezernent Thomas Fengler und Baudezernent Arne Krohn das Alter, mit dem sie in den Ruhestand gehen können.

Von Reyk Grunow

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