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Neuruppin Klaviertrio spielte im Schlossgarten Neuruppin
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Klaviertrio spielte im Schlossgarten Neuruppin
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12:32 29.10.2018
Klaviertrio: Klaudyna Schulze-Broniewska, Yuko Yamashiro und Thomas Georgi (v.l.) Quelle: Regine Buddeke
Neuruppin

Takao Ukigaya, Chef des Musikvereins Neuruppin, ist glücklich. Erstens, weil die Lokation endlich über eine angemessene Beleuchtung verfügt, die das Foyer des Schlossgartens viel mehr in einen Konzertsaal verwandelt, als es bislang der Fall war. Und zweitens, weil er schon bei der Probe gemerkt hat, dass die drei Instrumentalisten zuweilen versuchen, sich selbst zu übertreffen. „Das kann auch ein Problem sein, wenn das Cello wunderbar spielt und die Geige meint, sie müsse noch schöner spielen“, scherzt er gut gelaunt. Er jedenfalls habe eine schöne Probe gehört und sei jetzt gespannt aufs Konzert.

Das sind die rund 120 Zuhörer auch, die am Sonntag Saal und Ränge füllen. Violinistin des Abends ist Klaudyna Schulze-Broniewska – seit 1995 ist sie die erste Konzertmeisterin beim Brandenburgischen Staatsorchester Frankfurt, das Takao Ukigaya als Dirigent regelmäßig in die Fontanestadt holt. Ihr zur Seite Cellist Thomas Georgi – Solocellist im gleichen Orchester. Beide verbindet auch eine gemeinsame Arbeit im Catori-Streichquartett. Last not least: Am Flügel sitzt die japanische Pianistin Yuko Yamashiro, die bereits im zarten Alter von vier Jahren mit der Musik begann. Auch sie ist wie ihre beiden Mitstreiter Preisträgerin diverser Wettbewerbe. Mit Takao Ukigaya verbindet sie eine enge Zusammenarbeit – sie hat bei ihm einst an der Brillanz ihres Spiels gearbeitet.

Die Klassik Konzertreihe zieht stets viele Besucher an

Den Anfang macht Joseph Haydn. Sein Klaviertrio Nr. 39, 1795 komponiert, ist wohl sein bekanntestes dieser Art. Schlicht und freundlich beginnt es, wird im zweiten Satz zum feierlichen Lied und endet im Überschwang mit einem turbulenten Rondo im ungarisch-feurigem Stil, was dem Werk auch den Spitznamen Zigeunertrio verpasste.

Schon beim Haydn wird klar: Da spielen drei, die bestens miteinander harmonieren. Mit Hingabe und Perfektion brillieren die drei Musiker in den Solopassagen, den kanonartigen Duetten aus Rede und Gegenrede und den Passagen, in denen Violine, Cello und Klavier innig miteinander verschmelzen. Akzente ja, Brüche nein: Alles ist wie aus einem Guss.

Das setzt sich auch im Folgenden fort: Johannes Brahms’ Klaviertrio Nr. 3. Energisch bestreiten die Instrumentalisten den ersten Satz, der im zweiten beklemmender Erregung weicht. Erst das lyrische Andante bringt den ersten Ruhepol – eine verzaubernde graziöse Melodie, die an ein Volkslied erinnert. Bis das Finale wieder zu Sturm und Drang wird: Brahms, der Meister der ungarischen Tänze, hat das Balkanfeuer in den vierten Satz hineingelegt.

Gespielt wird in unterschiedlichen Lokationen in Neuruppin

Das dritte Juwel des Abends ist das Klaviertrio opus 49 von Felix Mendelssohn-Bartholdy, das seinerzeit von vielen Konzerthäusern als „zu anspruchsvoll“ abgelehnt wurde. Robert Schumann nannte es das „Meistertrio der Gegenwart“. Hier können die Musiker noch einmal alle Register ziehen: Elfenreigen und Elegie, strudelndes Scherzo und ein feuriges Finale mit romantischem Pathos. Mit kraftvoller Leidenschaft und inniger Süße ziehen Klaudyna Schulze-Broniewska, Yuko Yamashiro und Thomas Georgi das Publikum tief in den Rausch der mal opulenten, mal filigranen Musik, die mal wellenförmig, mal in berückenden Solopartien in die Seele zielt.

Das Publikum ist verzückt und bekommt am Ende noch eine Zugabe von Samuel Barber: Einen Hochzeitsmarsch, den der Amerikaner für seine Schwester schrieb. Der entpuppt sich als zärtliches Adagio, mit dessen Nachhall die Gäste nach Hause ziehen.

Von Regine Buddeke

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