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Neuruppin Straße nach Rheinsberg ab Mai gesperrt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Straße nach Rheinsberg ab Mai gesperrt
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00:23 18.04.2019
Die Kreuzung am Kuhburgsberg mit dem Abzweig nach Storbeck und Wittstock soll ab 20. Mai völlig umgebaut werden. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Gühlen-Glienickes Ortsvorsteher Michael Peter war schockiert, als er davon erfahren hat. Der nördlichste Ortsteil von Neuruppin wird aller Voraussicht nach ein Dreivierteljahr lang von der Fontanestadt abgeschnitten sein.

Ab 20. Mai will das Land die Straße nach Gühlen-Glienicke am Abzweig am Kuhburgsberg nördlich von Neuruppin voll sperren. Bis Frühjahr 2020 können Autos auf dieser Strecke nur über eine weiträumige Umfahrung nach Gühlen-Glienicke, Kunsterspring, Boltenmühle oder Stendenitz gelangen.

Grund sind die Bauarbeiten am Abzweig von der verlängerten Wittstocker Allee in Richtung Storbeck. „Wir bauen dort den gesamten Knoten um“, sagt Frank Schmidt, Planungsdezernent beim Landesbetrieb Straßenwesen.

Polizei sieht die Kreuzung als Unfallschwerpunkt

Vor einigen Wochen war bekannt geworden, dass der Landesbetrieb dort eine zusätzliche Abbiegespur anlegen will, damit die Kreuzung sicherer wird. Laut Polizei ist der Abzweig ein Unfallschwerpunkt.

Doch offenbar gehen die Pläne des Landes über die Abbiegespur hinaus. Der Teil der Landesstraße 16, der bisher noch aus Betonplatten besteht, soll bei dieser Gelegenheit komplett erneuert werden, sagt Schmidt. Das trifft auch die Fahrbahn, die den Berg hinauf in Richtung Rheinsberg führt.

Weil diese Strecke auf keinen Fall passiert werden kann, wird eine Umleitung über Katerbow, Rägelin und Frankendorf ausgewiesen. „Wir haben doch die L 18 extra ausgebaut“, sagt Schmidt und spielt damit auf die umfangreichen Bauarbeiten zwischen Storbeck und Rossow in den vergangenen Jahren an. Für Autofahrer bedeutet das rund 13 Kilometer Umweg.

Gühlen-Glienickes Ortsvorsteher von Vollsperrung völlig überrascht

Ortsvorsteher Peter wurde von der Nachricht am Donnerstag völlig überrascht. Er war bisher davon ausgegangen, dass die Straße am Kuhburgsberg nur halbseitig gesperrt wird und Fahrzeuge mit einer Ampel an der Baustelle vorbeigeleitet werden. Von einer Vollsperrung hörte er zum ersten Mal. Seine Reaktion war entsprechend heftig: „Sind die irre?“

Peter Mancke, der Chef des Tierparks Kunsterspring, hat schon vor einigen Wochen von der Vollsperrung erfahren. Auch der Tierpark ist nach dem 20. Mai nur über einen weiten Umweg zu erreichen, direkt vor der Tür wird niemand mehr vorbeifahren. Besucher, die dorthin wollen, müssen den Weg schon gezielt suchen. Und das ausgerechnet im Fontanejahr, in dem Neuruppin besonders viele Touristen erwartet.

Touristen erreichen den Tierpark Kunsterspring mit 13 Kilometern Umweg

Ob der Tierpark der Stadt überhaupt von denen profitieren kann? „Das müssen wir sehen“, sagt Mancke vorsichtig. Er kann sich vorstellen, dass manche Urlauber auf dem Weg nach Rheinsberg eher über Alt Ruppin und Zippelsförde fahren, das wären immerhin zehn Kilometer weniger Strecke.

Den Tierpark erreicht so aber keiner. Mancke hatte gehofft, dass die Bauarbeiten nur bis Oktober dauern. Dass jetzt von Frühjahr 2020 die Rede ist, überrascht auch ihn.

Für Ortsvorsteher Peter ist die geplante Vollsperrung ein akutes Sicherheitsrisiko. „Dann ist der Brandschutz bei uns nicht mehr sichergestellt“, fürchtet er. Wie soll die Neuruppiner Feuerwehr bei einem Notfall rechtzeitig nach Stendenitz oder Gühlen-Glienicke kommen, wenn sie 13 Kilometer Umweg fahren muss?

Von Reyk Grunow

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