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Neuruppin Lebenslänglich für Mord in Radensleben
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Lebenslänglich für Mord in Radensleben
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00:23 13.09.2018
Die beiden 21 und 37 Jahre alten Angeklagten beim Prozessauftakt am Freitag, 18. Mai, mit ihren Verteidigern im Landgericht Neuruppin. Quelle: Reyk Grunow
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Neuruppin

Lebenslänglich. Der 37-Jährige, der in Radensleben einen Bekannten auf bestialische Weise umgebracht und dann in seiner Wohnung in einer Mülltonne versteckt hat, muss lebenslänglich ins Gefängnis.

Das Landgericht Neuruppin urteilte am Montag: Es war Mord, grausam und aus Mordlust. Der Angeklagte kann deshalb auch nicht nach 15 Jahren vorzeitig entlassen werden, da das Gericht eine besondere Schwere der Schuld festgestellt hat.

Mitangeklagten wegen Totschlags verurteilt

lebensgefährliche Verletzungen

Die Kriminalisten nach Fund der Leiche in Radensleben Quelle: Andreas Vogel

„Es war ein fürchterliches Verbrechen“, sagte der Vorsitzende Richter Udo Lechtermann. Jörg S. hatte insgesamt 72 Stich- und Schnittverletzungen. Das Opfer war übel zugerichtet. Deshalb schloss sich das Gericht auch der Überzeugung der Staatsanwaltschaft an, dass der 37-jährige Renee G. seinen Gewaltfantasien in jener Nacht freien Lauf gelassen hat. Das Opfer erlitt ein stundenlanges Martyrium.

Renee G. hatte zuvor angekündigt, einmal einen Mord begehen zu wollen. „Das mag großsprecherisch sein“, so Lechtermann. Tatsache war aber, dass der Angeklagte auf seinem Handy Fotos von Menschen hatte, die gefoltert wurden. In dieser Augustnacht nun bot sich Renee G. die Gelegenheit, seine Fantasien in die Wirklichkeit umzusetzen.

Der Mord hatte damals bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Im August vorigen Jahres trafen sich die drei Männer, wie schon so häufig, in der Wohnung von Renee G in Radensleben, um gemeinsam Alkohol zu trinken. Die Männer gerieten in Streit, als Jörg S., der damals im Seniorenwohnpark Radensleben lebte, etwas sagte, das nach Meinung von Renee G. dessen verstorbenen Vater verunglimpfte.

Renee G. rastete danach völlig aus, schlug Jörg S. mit der Faust nieder, mit einem Kochtopf und griff dann zum Messer. Das Gericht kam zu der Überzeugung, dass Renee G. den Trinkkumpan töten wollte, und zwar möglichst qualvoll – „Es kam ihm darauf an, den Mann sterben zu sehen“, so Lechtermann.

Bei Steve Z. konnte das Gericht hingegen keine Mordabsicht feststellen. „Wir gehen davon aus, dass Steve Z. zunächst passiv war und versucht hat, die Situation zu entschärfen“, sagte Lechtermann. Auf Druck von Renee G. stach Steve Z. zwei Mal mit einer Schere zu. Er wollte dem von ihn als Ziehvater bezeichneten Renee G. wohl seinen Mut beweisen.

Renee G. hatte den Mord seinem jungen Freund in die Schuhe schieben wollen. Er habe geschlafen und das Opfer mit Steve Z. allein gelassen. Am Morgen war Jörg S. tot. „Dass Steve Z. plötzlich aus eigener Initiative die Tat allein durchgeführt hat, halten wir für unmöglich“, sagte Lechtermann. Die Strafkammer wertete diese Aussage als „reine Schutzbehauptung“.

Vom Vorbehalt einer Sicherungsverwahrung wie vom Staatsanwalt gefordert, sah das Gericht ab.

Von Dagmar Simons

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