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Neuruppin Leiterin der Rheuma-Liga zieht sich zurück
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Leiterin der Rheuma-Liga zieht sich zurück
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17:29 29.06.2018
Gudrun Vorreiter an ihrem Schreibtisch. Quelle: foto: Annika Jensen
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Neuruppin

Gudrun Vorreiter möchte aufhören. Die 81-Jährige sitzt in ihrem Sessel in dem liebvoll eingerichteten Wohnzimmer. Die Wände hängen voller Biler, die geliebte Menschen zeigen. 20 Jahre hat sie die Arbeitsgemeinschaft Neuruppin der Deutschen Rheuma-Liga Brandenburg geleitet. Nun sucht sie einen Nachfolger. Und der sollte diese Aufgabe mit mindestens so viel Hingabe angehen wie sie selbst. „Die Arbeitsgruppe ist mein Lebenswerk“, sagt Gudrun Vorreiter und lächelt.

Die Frau mit dem sozialen Tick

1998 hatte sie die Leitung übernommen. Da war sie 60 Jahre alt. „Ich war gerade in Rente gegangen und wollte unbedingt etwas Soziales tun“, erinnert sie sich. Der damalige Leiter wollte aufhören und sprach sie an. „Er kannte mich von meiner Arbeit als Krankenschwester in der Psychiatrie.“ Ihr war die Rheuma-Liga keine unbekannte Größe. Ihr Mann, Gerhard Vorreiter, war damals Mitglied. Die frischgebackene Rentnerin willigte sofort ein. „Es gibt Menschen, die nennen mich ‚Die Frau mit dem sozialen Tick’“, sagt sie und lacht. „Ich muss einfach anderen helfen.“

Ihr Leben lang tat sie das und tut es noch. In den Ruppiner Kliniken kümmerte sie sich um Menschen mit psychaitrischen Störungen. Seit 1992 betreut sie eine geistig behinderte Frau in Radensleben, erledigt ihren Papierkram und ihre Finanzen. Außerdem kümmert sie sich gemeinsam mit ihrem Mann um eine ehemalige Patientin aus ihrer Zeit im Krankenhaus. Die Frau lebt in Oranienburg, mehrmals in der Woche telefonieren sie oder haben sie über mehrere Tage zu Besuch.

Seit die die AG stieg die Mitgliederzahl von 20 auf 180

Viel Zeit und Kraft nimmt aber vor allem die ehrenamtliche Arbeit für die Rheuma-Liga in Anspruch. Sie organisiert die Kurse, plant Fahrten, führt Buch über die Mitgliederentwicklung. Seit sie das Steuer vor 20 Jahren übernommen hat, sind die Zahlen stark gestiegen. Damals waren es 24 Mitglieder. Heute sind es über 180.

Sie sagt, das liege vor allem an den Kursen der Warmwassergymnastik. Die tue bei Rheuma-Beschwerden besonders gut. Sieben Gruppen gibt es. 90 Menschen trainieren jede Woche. Die Kurse finden in der alten Schwimmhalle an den Ruppiner Kliniken statt. „Ich bin sehr dankbar, dass wir unsere Kurse dort machen können, sagt Vorreiter. „Denn die Menschen kommen gerne“. Zum einen, weil ihnen die Bewegung in dem warmen Wasser wirklich helfe. „Und weil die Gruppen wie eine Familie für sie sind“, betont Gudrun Vorreiter. „Dieses Gefühl der Gruppenzugehörigkeit ist sehr wichtig für sie. Viele sind nicht mehr berufstätig und leben allein.“ Das Durchschnittsalter der AG-Mitglieder schätzt sie auf Anfang 70.

Jedes Mitglied bekommt ein sehr persönliche Geburtstagskart

Jedes einzelne begrüßt sie herzlich. Geht mit jedem zu Anfang in die Kurse, stellt es den anderen vor. Und auch zu den anderen Mitgliedern ist ihr ein freundschaftliches Verhältnis sehr wichtig. Hat jemand Geburtstag, setzt sich Gudrun Vorreiter an ihren Schreibtisch und holt ihr kleines hölzernes Schränkchen auf Rädern hervor. In dem sind all ihre Bastelutensilien, die sie für ihre Geburtstagskarten braucht. „Die sind mittlerweile sehr begehrt“, sagt sie. „Viele bewahren sie lange auf“. Jedes Exemplar der über 180 Geburtstagskarten im Jahr bekommt einen sehr persönlichen Text, auch wenn ihr der Mensch weniger gut bekannt ist. „Ich versuche mein Bestes.“

Ihr Mann ist ihr immer eine große Stütze –seit 59 Jahren

Ihr ganzes Leben war Gudrun Vorreiter nicht nur für Patienten und soziale benachteiligte Menschen da. Sie hat auch ein sehr aktives Familienleben. Vor 59 Jahren hat sie ihren Mann geheiratet. „Er ist das Beste, was mir in meinem Leben passieren konnte“, sagt sie. Zusammen haben sie sechs Kinder bekommen und mittlerweile neun Enkelkinder. „Er war in all den Jahren ein große Stütze. Und wenn ich nun zurückschaue: Das, was ich an andere Leute gegeben habe, an Liebe, an Zuwendung, an Hilfe, das habe ich tausendfach zurückbekommen.“ Und genau das habe sie in ihrer Arbeit für die Rheuma-Liga stets motiviert.

Und was wünscht sie ihrem Nachfolger? „Dass er die Rheuma-Liga weiter zum Erfolg führt“, sagt Gudrun Vorreiter. „Und dass er immer ein offenes Ohr für die Mitglieder findet.“ Das sei ihr besonders wichtig.

Von Annika Jensen

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