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Neuruppin Dank für den Retter: Alt Ruppiner verhindert Zugunglück
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Dank für den Retter: Alt Ruppiner verhindert Zugunglück
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01:15 03.08.2018
Mit einem Präsentkorb und einem Buch bedankten sich Uwe Lademann von der DB Regio und Frank Brechler von der Regio-Infra am Ort des Geschehens bei Fernando Wenzel (v.l.) für sein Eingreifen. Quelle: Peter Geisler
Alt Ruppin

Für Fernando Wenzel war es eine völlig natürliche Reaktion. Der Alt Ruppiner musste überhaupt nicht lange nachdenken, bevor er handelte. Für Frank Brechler war es fast schon so etwas wie eine Heldentat. Für den Prokuristen der Firma Regio-Infra aus Meyenburg steht fest: Mit seinem beherzten Eingreifen hat Fernando Wenzel wahrscheinlich ein Eisenbahnunglück verhindert. „Dabei hätte ein Zug entgleisen können“, sagt Brechler. „Wir können uns gar nicht genug bedanken.“

Das Ereignis, um das es am Dienstag am Alt Ruppiner Bahnhof ging, liegt etwa zwei Wochen zurück. In der Nacht vom 14. zum 15. Juli hatten Unbekannte offenbar versucht, vom Betriebsgelände der Firma Passon am Ortsausgang von Alt Ruppin einen Radlader zu stehlen. Das Areal liegt unmittelbar an der Bahnlinie von Neuruppin nach Löwenberg. Ausgerechnet in dieser Richtung wollten die Diebe mit ihrer Beute entkommen. Doch neben den Gleisen verläuft ein Böschungsgraben. Dort hat sich der Radlader festgefahren.

Der Radlader blockierte das Gleis

Die Schaufel lag auf dem Gleis, als Fernando Wenzel das Gefährt am Morgen entdeckt hat. „Ich war gerade mit meinen Hunden unterwegs“, sagt der Alt Ruppiner.

Wenzel weiß sofort, wie gefährlich das ist, was er gegen 8.30 Uhr sieht. Auf dem Weg hatte er schon die Autos am Stellwerk im ehemaligen Bahnhofsgebäude von Alt Ruppin entdeckt. Das Stellwerk ist nicht immer besetzt. „Mir war gleich klar, dass da ein Zug kommen muss, wenn jemand im Stellwerk arbeitet“, sagt er.

Die Gleise werden von der privaten Firma Regio-Infra betrieben, ihre Mitarbeiter sitzen auch im Stellwerk. In der Tat nur, wenn ein Zug angesagt ist, bestätigt Frank Brechler. Und an diesem Sonntag war einer angekündigt.

Zwei Triebwagen fahren dort pro Tag

Die DB Regio Nordost nutzt die Strecke zurzeit für die Triebwagen des RE6 und der RB55, sagt deren Betriebsleiter Uwe Lademann. Die Züge müssen zur Wartung in die Werkstatt nach Neuruppin. Weil im Bahnhof Velten die Gleise unterbrochen sind, müssen die Züge aus Spandau eine andere Route zur Werkstatt nehmen.

Da bleibt nur die Strecke über Löwenberg, Herzberg, Alt Ruppin und Gildenhall. Etwa zwei Züge am Tag rollen dort zurzeit nach Neuruppin. Hinzu kommen ab und an Triebwagen, die in Neuruppin nicht repariert werden können und nach Neubrandenburg überführt werden.

Schotter ist wichtig für die Sicherheit

Am 15. Juli war ein Zug angekündigt, in dem ausnahmsweise sogar zwei Fahrzeugführer saßen. Der Radlader stand kurz hinter einer Kurve auf dem Gleis. Die Zugführer hätten ihn unmöglich rechtzeitig sehen können, um den Zug zu stoppen. „Ich will mir gar nicht ausmalen, was hätte passieren können“, sagt Lademann. Zumal die Diebe auch das Schotterbett beschädigt hatten, das die Schienen festhält – gerade bei der großen Hitze ist das entscheidend für die Sicherheit.

Mit einem großen Präsentkorb dankten DB Regio Nordost und Regio-Infra Fernando Wenzel am Dienstag. Der war fast ein bisschen verunsichert. „Das war doch selbstverständlich“, sagt er. „Leider ist es das nicht“, sagt Brechler: „Wir wissen das aus Erfahrung.“

Von Reyk Grunow

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